1. Woche Erde, Meere, KontinenteVor etwa 5 Milliarden
Jahren entstand die Erde. In der folgenden Zeit kühlte die flüssig heiße Lava an der
Oberfläche ab und bildete eine feste Erdkruste. Die Teile der Erdkruste schwammen -
vergleichbar Eisschollen - auf der Lava im Untergrund. Wasserdampf kondensierte
zu Wasser. Das sammelte sich in großen Becken und bildete Seen und Ozeane.
Vor etwa 500
Millionen Jahren formte sich unsere Landschaft. Dort, wo heute Gebirge aufragen,
erstreckten sich zu dieser Zeit weite Meere. Flüsse und Bäche füllten sie mit Sand und
Ton. Langsam trockneten die Meere aus. Das Wasser sammelte sich an anderen Stellen. Die
auf der heißen Lava treibenden ( driftenden ) Erdteile ( Kontinente ) stießen zusammen.
Sie schoben die
flach liegenden Schichten des Meeres zu Gebirgen auf. So wurden vor etwa 350
Millionen Jahren die Mittelgebirge gebildet. Vor etwa 150 Millionen Jahren - im
Erdmittelalter - falteten sich die Alpen auf. Die Erdneuzeit begann vor 60 Millionen
Jahren mit einem riesigen Knall.
Ein riesiger
Meteorit stürzte damals aus dem Weltall auf die Erde. Innerhalb weniger Tage verdunkelte
der aufgewirbelte Staub die Erdatmosphäre. Das Sonnenlicht schwächte sich ab, es wurde
schlagartig kälter, Pflanzen starben in der Kälte ab und mit ihnen die Dinosaurier, die
sich von den Pflanzen ernährten. Nur die kleineren Saurier, die Krokodile, Echsen und
Vögel überlebten diese Katastrophe.
In den kommenden
Jahrmillionen formte sich das heutige Gesicht der Erde. Die große Erdscholle Pangäa
teilte sich in die heutigen Kontinente auf. Du kannst dies einfach erkennen, wenn du dir
alle Kontinente im Atlas abpaust, sie auschneidest und dann wie ein Puzzle zusammen
schiebst. Man kann deutlich sehen, wie gut Afrika und Amerika zusammen passen.
Der große
Urkontinent Pangäa hat sich in 6 Kontinente aufgelöst: In Amerika, Afrika, Asien, Europa
und Australien. Unter Schnee und Eis liegt der 6 Kontinent, die Antarktis, verborgen.
Zwischen den Kontinenten dehnen sich die drei großen Ozeane, der Atlantik ( Atlantischer
Ozean ), der Pazifik ( Pazifischer Ozean ) und der Indische Ozean aus. Nordsee, Ostsee und
Mittelmeer zählen zu den kleineren Meeren. Insgesamt sind etwa zwei Drittel der Erde von
Meeren bedeckt.
2. Woche - Eiszeiten
und Vulkanismus
Zwei herausragende
Naturgewalten verändern auch heute noch das Gesicht der Erde an vielen Stellen:
Vulkanismus und Klimaschwankungen. Die im Inneren der Erde brodelnde heiße Lava und
heiße Gase dringen immer wieder an die Oberfläche der Erde. Vulkaneruptionen
verschütten das Land unter Lava und Asche. Überall, wo die Erdkruste dünn und brüchig
ist, entstehen die typischen Vulkankegel. Wissenschaftler unterscheiden zwischen
erloschenen, ruhenden und tätigen Vulkanen.
Auch Schnee und Eis
haben in den letzten 2 Millionen Jahren das Gesicht der deutschen Landschaft an vielen
Stellen geprägt. In langen Kälteperioden bildeten sich in Nordeuropa und in den Alpen
riesige Gletschergebiete. Wie Kuchenteig drückten die Eismassen die unteren Schichten
nach außen. So wanderte das Eis über tausende von Kilometern von Skandinavien bis nach
Norddeutschland.
Den Beweis für die
großen Gletscherwanderungen lieferten die Findlinge. Lange Zeit wunderten sich die
Menschen über die schweren wohl geformten und glatt geschliffenen Steine. Die Germanen
errichteten mit ihnen ihre heiligen Stätten. Weil es dort, wo die Findlinge gefunden
wurden, keine vergleichbaren Steine gab, forschten die Geologen ( die Wissenschaft von den
Gesteinen heißt Geologie ) nach der Herkunft der riesigen Felsbrocken.
In Skandinavien
wurden sie fündig. Hier fanden sie die Granitberge, aus denen das Eis große Felsen
herausgebrochen hatte. Ihren Schliff erhielten die Steine auf dem langen Weg bis zu ihrem
Fundort. Die Gletscher schoben Sie vor sich her und rieben sie glatt. Als sich zum Ende
der Eiszeit das Klima wieder erwärmte, schmolzen die Gletscher ab. Die vor dem Eis
hergeschobenen oder im Eis eingeschlossenen Felsen blieben als Findlinge einfach liegen
und waren den Menschen bis in die Neuzeit hinein ein unlösbares Rätsel.
3. Woche - Der Kreislauf des Wassers - Ein Diktat in 5
Kapiteln
Wenn wir vom Regen
überrascht werden, denken wir kaum daran, dass wir uns gerade mitten im Kreislauf des
Wassers befinden. Die Regentropfen haben zu diesem Zeitpunkt schon eine lange Reise hinter
sich. Weit draußen über dem Atlantik haben sich durch Verdunstung große Wolkenmeere
gebildet. Der Westwind treibt sie mit aller Kraft in Richtung des europäischen
Kontinents.
Schnell wie der
Wind treiben die Wolkenfelder übers Land. Mitten in Deutschkland stoßen die Wolken auf
die Mittelgebirge. Wie ein großes Hindernis stehen sie den ziehenden Wolken im Weg. Die
heranziehenden Wolken steigen auf, um die Gebirgszüge zu überwinden. Dabei kühlen sie
ab. Die unzähligen Regentröpfchen kondensieren zu großen Regentropfen, die platschend
auf die Erde fallen.
Dort setzt sich der
Kreislauf des Wassers fort. Fallen die Regentropfen auf eine Wiese, einen Acker oder in
einen Wald, so versickern sie im Boden. Sie sickern immer tiefer, bis sie auf eine
wasserundurchlässige Bodenschicht stoßen. Hier versammeln sich ungezählte
Wassertröpfchen und bilden einen Grundwassersee.
Ist der
Grundwassersee bis zum Rande gefüllt, sickert das überlaufende Wasser durch Gestein und
Erdreich, bis es einen Ausweg gefunden hat. Der Ausweg des Wassers ist die Quelle. Hier
plätschern die Regentröpfchen nach ihrer langen Reise aus der Erde und bilden den Anfang
eines kleinen Baches.
Mit jedem
Kilometer, den der Bach durch die Natur verläuft, sammelt er mehr Regenwasser. Von allen
Seiten strömen aus kleinen Nebenbächen zahllose Wassertröpfchen in unseren Bach. Dieser
wird immer größer, wird zu einem Fluss und schließlich zu einem breiten Strom. Im Strom
schwimmen unsere Wassertröpfchen langsam zurück zum Meer. Dort beginnt ihre
Reise von vorne.
4. Woche - Wasser, Schnee und Eis
Als ob dieses Thema
mit Petrus abgesprochen wäre, fror und schneite es in dieser Woche kräftig. Damit passt
das derzeitige Wetter optimal zu den Diktaten der Woche. In der letzten Woche haben wir
uns mit dem Kreislauf des Wassers befasst. Dieser Kreislauf wird - wenn es friert - zu
einem Teil unterbrochen. Regen fällt an kalten Tagen als Schnee. Der Schnee bleibt dort
liegen, wo er auf die Erde fällt.
Regenwasser, das
auf dem Weg zum nächsten Bach über Land plätschert, verwandelt sich bei Frost in Eis.
Es erstarrt und bleibt einfach dort, wo es gefriert. Nun weißt du auch, warum Bäche und
Flüsse schlagartig weniger Wasser führen, wenn Schnee und Eis das Land beherrschen.
Winterzeit ist
Kinderzeit. Schnee und Eis sind im wahrsten Sinne die Grundlage für eine fröhliche Zeit.
Wenn die weichen Schneekristalle eine weiße Decke über Stadt und Land gelegt haben,
ist es Zeit, die Schlitten vom Speicher zu holen, die Kufen zu glätten und die
große steile Wiese für ein paar Tage in eine Rodelbahn zu verwandeln.
Seit Tagen hat es
gefroren. Die Quecksilbersäule des Thermometers zeigt auch tagsüber frostiges Wetter an.
Dort, wo das Wasser mit der frostigen Luft in Berührung kommt, gefriert es zu Eis.
Deshalb gefriert das Wasser in Bächen und Seen auch von oben nach unten. Weil die
frostige Luft das tiefere Wasser nicht erreicht, gefriert nur die Oberfläche. Auch das
Grundwasser in der Erde kann weiter fließen, weil es vor Frost geschützt ist.
Für Eislauf und
Eishockey reicht uns aber eine feste Eisdecke auf dem Teich. Zur eigenen Sicherheit
betreten wir das Eis aber nur, wenn erfahrene Leute das Eis geprüft haben und der Meinung
sind, dass das Eis auch trägt. Auch wenn eine Eisfläche zum Betreten frei ist, achten
wir stets auf dünnes Eis. Insbesondere hüten wir uns vor dem dünneren Eis in der Mitte
des Teiches und am Ein- und Auslauf des Baches.
5. Woche - Jahr
und Kalender
In dieser Woche
kommt vieles zusammen. Das alte Jahr verabschiedet sich, das neue Jahr kommt mit Schnee,
Eis und dem Euro. Das wird ein interessanter Jahreswechsel. Am 31. Dezember geht ein altes
Jahr zu Ende. Nach einem Papst namens Silvester nennen wir den 31. Dezember Silvester. Wir
schreiben Silvester mit " i". Ich habe dieses Wort anfangs oft fälschlich
mit " y" geschrieben. Um es zukünftig immer richtig zu schreiben, habe ich mir
eine kleine Brücke für Esel gebaut, eine Eselsbrücke. Ich sage mir immer: Weil an
Silvester die Raketen oder die Sterne wie Silber blitzen, schreibe ich Silvester mit
"i". Das hat geholfen.
Seit langer Zeit
feiern wir den Wechsel vom alten Jahr zum neuen Jahr. Um Mitternacht läuten die
Kirchenglocken das neue Jahr ein. Auf der Straße begrüßen Kinder und Erwachsene das
neue Jahr mit Krachern, Böllern, Heulern und Raketen. Wenn der Sternenregen der Raketen
am Himmel leuchtet, denken wir nicht mehr daran, dass unsere Vorfahren mit Lärm und Licht
die bösen Geister vertreiben wollten.
Die größte Freude
an Silvester ist für Kinder und Erwachsene das Feuerwerk. Ursprünglich kommt das
Feuerwerk aus China. Die Chinesen konnten schon lange vor uns Pulver herstellen und
damit hantieren. Auch heute noch kommen viele Feuerwerkskörper aus China.
Feuerwerkskörper können sehr gefährlich sein. Viele Menschen müssen zu Silvester mit
Verletzungen und Verbrennungen den Arzt aufsuchen. Deshalb ist es wichtig, auf die
Altersangabe zu achten und die Gebrauchsanweisungen sorgfältig zu lesen.
Der Neujahrstag ist
der erste Tag des neuen Jahres. Meine größte Freude am Neujahrstag war es, nicht
explodierte Kracher aufzusammeln, um sie erneut zu zünden. Das ist aber eine recht
gefährliche Angelegenheit, weil von den Zündschnüren meist nur abgebrannte Stummel
übrig gebleiben sind. Zündet man Knallkörper mit zu kurzen Zündschnüren, können sie
sofort explodieren. Das ist bei großen Krachern, Böllern und Raketen sehr gefährlich.
Deshalb heißt es hier: Finger weg von Blindgängern ! Hebt euch lieber ein
paar Kracher für den Neujahrstag auf. Das ist sicherer.
6. Woche - Jahr,
Kalender und Monate
Unsere Vorfahren
haben die Zeit noch nach Mondperioden gezählt. Zwischen einem Vollmond und dem
nächsten Vollmond liegen 28 Tage. Natürlich kann man auch sagen: Zwischen Neumond und
Neumond liegen 28 Tage. Diese Zeitspanne nannten unsere Vorfahren einen Mond. Wer
schon einmal einen Indianerfilm gesehen hat, weiß, dass auch die Indianer die Zeit in
Monden berechneten. Von dem Wort Mond ist unser Wort Monat abgeleitet.
Obwohl der Mond
einen großen Einfluss auf die Natur und die Menschen auf der Erde hat, richten wir uns
heute mit unserer Zeitrechnung nach der Sonne. Die Sonne und ihr jeweiliger Stand am
Himmel bestimmen unser Leben weit stärker als der Mond. Das haben die alten Ägypter
schon mit Erfolg erforscht. Sie konnten anhand des Sonnenstandes genau voraussagen, wann
der Nil Hochwasser führt und das Land ringsum überschwemmt.
Auch die Völker im
Norden legten sich Sonnenkalender an. Einer der berühmtesten Sonnenkalender ist der
Steinkreis von Stonhenge in England. Dieser Steinkalender ist schon zweitausend
Jahre vor Christus errichtet worden. 500 Jahre vor Christi Geburt richteten die Römer
ihren Kalender ein. Weil sie die Zeit noch nicht so genau berechnen konnten, schlichen
sich Rechenfehler ein. Um den Kalender wieder zu korrigieren, mussten die Römer das Jahr
46 vor Christus um ganze 90 Tage auf 455 Tage verlängern.
Von den Römern
stammen auch viele unserer Monatsnamen: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli,
August, September, Oktober, November und Dezember. Der erste römische Kalender hatte nur
10 Monate. Er begann mit dem Monat März ( benannt nach dem Kriegsgott Mars ) und endete
mit dem Dezember, dem zehnten Monat. Später setzte man noch die Monate Januar und Februar
vor den bis dahin ersten Monat März.
Weil der römische
Kalender immer wieder ungenau war, wurde der Kalender vor 400 Jahren erneut reformiert.
Nach dem damals herrschenden Papst nennt man diese Kalenderreform auch die
Gregorianische Kalenderreform. Inzwischen hatten die Astronomen (die Sternen- oder
Himmelsforscher ) errechnet, dass die Erde die Sonne in 365 Tagen und 6 Stunden einmal
umkreist. Deshalb hat unser Jahr auch heute 365 Tage.
Weil sich die 365
Tage nicht gleichmäßig auf 12 Monate verteilen lassen, sind unsere Monate
unterschiedlich lang. Ein zusätzliches Problem stellen die 6 übrig bleibenden
Stunden dar. Hier haben sich die Kalendermacher mit einem Trick geholfen. Sie sammeln 4
Jahre lang die 6 Stunden und fügen diese 24 angesammelten Stunden alle vier Jahre als
Schalttag am 29. Februar ein. Das Jahr mit dem Schalttag heißt deshalb Schaltjahr.
Wer am Schalttag geboren wird, kann eigentlich nur alle vier Jahre Geburtstag feiern.
7. Woche - Der Winter - eine kalte Jahreszeit
Die vier
Jahreszeiten stimmen nicht genau mit unserem Kalender überein. Der Winter beginnt etwa
acht Tage früher als das neue Jahr. Das spielt für unser Leben aber keine Rolle. Beginn
und Ende der Jahreszeiten hängen von der Umlaufbahn der Erde um die Sonne und vom
jeweiligen Stand der Sonne ab. Wenn bei uns auf der nördlichen Erdhalbkugel der Winter
einzieht, beginnt südlich vom Äquator auf der Südhalbkugel der Sommer.
Schauen wir uns die
Sache einmal näher an. Im Augenblick ist die Erde so zur Sonne geneigt, dass die Sonne
den Menschen in Südafrika direkt senkrecht über dem Kopf steht. Hier bei uns in
Deutschland beschreibt sie nur einen kleinen flachen Bogen, geht spät auf und am frühen
Nachmittag schon wieder unter. Während die Menschen in Südafrika im Augenblick kaum
einen Schatten werfen, sind unsere Schatten viele Meter lang.
Zur Zeit
(abgekürzt : Z.Z. / z.Z. ) scheint die Sonne bei uns nur kurz, flach und schwach. Wenn
diese schwachen Strahlen dann auch noch auf eine weiße Schneefläche treffen, werden sie
von der Schneedecke nicht aufgenommen sondern reflektiert ( zurück geworfen,
umgelenkt, abgelenkt ). Praktisch heißt das: Die schräg einfallenden Sonnenstrahlen
werden von der Schneefläche in den Weltraum abgelenkt. Sie können die Erde nur an den
Südhängen erwärmen, die die Strahlen der Sonne nicht ablenken sondern regelrecht
aufsaugen.
Die Winterzeit ist
für die Natur eine harte Zeit. Gräser, Kräuter und Bäume haben sich schon im Herbst
auf den Winter eingestellt. Aber auch die Tiere spüren, dass der Winter bevorsteht. Rehe,
Hirsche und Wildschweine fressen sich deshalb im Herbst ein schützendes Fettpolster an.
Igel überwintern im warmen Laubversteck, Eichhörnchen im Kobel und Dachse im warmen Bau.
Der Fuchs ist ein Jäger. Würde er sich ein dickes Fettpolster anfressen, könnte er
keine Beute mehr fangen. Deshalb ist er Tag und Nacht auf Futtersuche.
Auch die Vögel
leiden jetzt Not. Weil sie als Flugtiere kein Fettpolster gebrauchen können, sind sie den
ganzen Tag über auf Futtersuche. Blatt für Blatt drehen die Amseln im Wald und unter
Büschen um, um noch ein Samenkorn, ein Würmchen, eine Spinne oder eine
Insektenpuppe zu finden. Kleiber, Spechte und Baumläufer suchen in der Rinde der Bäume
nach Insekten. Besonders schwer haben es jetzt Mäusebussarde, Eulen und Käuze. Bei
Schnee sausen die Mäuse unerrreichbar unter der schützenden Schneedecke hin und her.
8. Woche - Kalender, Monate, Jahreszeiten, Tag und Nacht
Als Susi im
Dezember zur Bank ging, schenkte ihr die Frau am Bankschalter einen Taschenkalender und
einen Wandkalender. Den Wandkalender heftete sie zu Hause an die Wand über ihrem
Schreibtisch, den Taschenkalender steckte sie in ihre Schultasche. Auf der Vorderseite von
Susis Wandkalender stehen die ersten sechs Monate des Jahres, auf der Rückseite die
Monate des zweiten Halbjahres. Sie liest die Monatsnamen der Reihe nach: Januar, Februar,
März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember.
Dann zieht sie
einen Bleistift aus ihrem Mäppchen und trägt die wichtigsten Geburtstage ein. Sie selbst
hat am 21. März Geburtstag. Ihr Geburtstag fällt genau mit dem Frühlingsanfang
zusammen. Neugierig geworden sucht sie auch den Sommeranfang, den Herbstanfang und den
Winteranfang. Sie staunt, wie viele Feiertage im Kalender eingetragen sind: Fastnacht,
Valentinstag, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Siebenschläfer, Erntedankfest, Tag
der deutschen Einheit, Allerheiligen, Totensonntag und Weihnachten.
Tag und Nacht
entstehen, weil sich die Erde einmal täglich um sich selbst dreht. Wir sagen auch: Die
Erde dreht sich um ihre eigene Achse. Weil ja die Sonne ununterbrochen aus dem Weltall
leuchtet und ihre Strahlen auch die Erde treffen, ist die Seite der Erde taghell, die zur
Sonne weist. Weil die Sonnenstrahlen die Rückseite der Erde nicht treffen, herrscht dort
Nacht. Dank der Drehung der Erde um ihre Achse, erhält jeder Teil der Erde täglich für
einen halben Tag das Licht und die Wärme der Sonne. Ohne die Erddrehung/Erdrotation wäre
die eine Seite der Erde hell und heiß, die Rückseite dunkel und eiskalt.
Susi möchte gerne
wissen, ob es stimmt, dass ein Jahr 365 Tage hat. Sie nimmt ihren Taschenrechner und
zählt die Tage der einzelnen Monate zusammen. Tatsächlich, das Jahr hat 365 Tage. Das
ist die Zeit, die die Erde benötigt, um auf ihrer Bahn einmal um die Sonne zu kreisen. In
der Schule hat sie auch gelernt, warum der Februar alle vier Jahre um einen Tag auf 29 Tag
verlängert wird. Das liegt daran, dass die Erde für ihre Bahn um die Sonne nicht genau
365 Tage sondern 365 Tage und 6 Stunden benötigt. Diese überzähligen Stunden werden
gesammelt. Wenn 24 Stunden für einen vollständigen Tag zusammen gekommen sind, schaltet
man den 29. Februar als Schalttag ein. Jedes vierte Jahr ist deshalb ein Schaltjahr.
Im Lexikon findet
sie eine Zeichnung, die die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zeigt. 365 Tage und 6
Stunden ist die Erde unterwegs, um diese Bahn einmal zu durchlaufen. Vom Globus weiß
Susi, dass die Erde und die Erdachse nicht genau senkrecht sondern ein wenig geneigt
stehen. Das erklärt auch, warum die Jahreszeiten entstehen. Wenn die Erde auf ihrer Bahn
um die Sonne sich mit ihrer oberen Hälfte zur Sonne neigt, herrscht oben auf der
Nordhalbkugel Sommer, unten auf der Südhalbkugel Winter. Auf der gegenüber liegenden
Seite der Umlaufbahn zeigt die untere Hälfte der Erde zur Sonne. Jetzt herrscht auf der
Südhalbkugel Sommer und bei uns oben auf der Nordhalbkugel Winter.
Die Neigung der
Erdachse hat auch noch ein anderes Phänomen zur Folge. Solange die Nordhalbkugel zur
Sonne geneigt ist, geht die Sonne am Nordpol nicht unter. Im Land der Eskimos und der
Eisbären ist es dann ein halbes Jahr lang Tag. Diesen langen Tag nennen wir Polartag. Er
ist 182 Tage lang. Gleichzeitig ist es am Südpol in der Antarktis 182 Tage Nacht.
Verändert die Erde ihre Position auf der Umlaufbahn, neigt sich die Südhalbkugel zur
Sonne. In der Antarktis geht dann für 182 Tage die Sonne auf. Auf der Nordhalbkugel
beginnt dann die 182 Tage lange Polarnacht.
9. Woche - Vulkane und Erdbeben
Mitten in Afrika
ist vor zwei Wochen ein großer Vulkan ausgebrochen. Sein Name ist Nyiragonga. Diesen
Namen müssen sich nur die Geologen und die Vulkanologen merken. Für uns reicht es zu
wissen, dass dieser Vulkan etwa 300 Kilometer östlich vom Viktoria-See (Lake
Victoria ) in Ostafrika liegt. Dieser Vulkan ist einer von tausenden Vulkanen im
Ostafrikanischen Graben. An dieser Stelle zerreißt der afrikanische Kontinent in zwei
Teile.
Um das zu
verstehen, solltest du einmal deinen Atlas aus dem Regal holen und die Afrika-Karte
aufschlagen. Vor langer Zeit hat sich schon Arabien vom afrikanischen Kontinent gelöst.
In den tiefen Graben zwischen Afrika und Arabien strömte Wasser aus dem Indischen Ozean
und bildete dort das Rote Meer. Ähnliches passiert jetzt in Ostafrika. Dort bilden sich
mehrere tiefe Gräben. Der bekannteste Graben ist das Rift Valley.
Wo die Erdkruste
brüchig und schwach ist, drängen Gase und Lava aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche.
Entlang des Ostafrikanischen Grabens bildeten sich zahllose Vulkane. Der bekannteste
Vulkan Afrikas ist ist der Kilimanjaro ( sprich Kilimandscharo). Sein schneebedeckter
Gipfel ist fast 6000 Meter hoch. Auch wenn der Kilimanjaro lange Zeit nicht mehr aktiv
war, kann er jederzeit wieder ausbrechen.
Vulkane, die
ständig Gase und feurige Lava ausstoßen sind aktive Vulkane. Vulkane, die über einen
längeren Zeitraum nicht aktiv sind nennen wir ruhende Vulkane. Sie können jedoch
jederzeit wieder ausbrechen. Die geringste Gefahr geht von den erloschenen Vulkanen aus.
Diese haben sich selbst ungefährlich gemacht. Mit einer dicken und festen Lavadecke haben
sie die Wunde in der Erdoberfläche so fest geschlossen, dass an dieser Stelle aller
Wahrscheinlichkeit nach kein Vulkan mehr ausbrechen kann.
Der Vogelsberg
mitten in Hessen ist so ein erloschener Vulkan. Er gilt als der größte erloschene
Einzelvulkan Europas. Auch Westerwald und Rhön sind erloschene Vulkane. Bei der Eifel
sind sich die Vulkanologen nicht sicher, ob dort nicht noch einmal ein Vulkan ausbrechen
könnte. Letztmals brachen vor gut 10.000 Jahren in der Eifel Vulkane aus. Auch das obere
Rheintal ist eine Bruchspalte in der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, wenn sich die
auseinander gerissenen Erdschollen verschieben.
Der bekannteste
Vulkankegel in der Oberrhein-Ebene ist der Kaiserstuhl. Er ist bekannt für die
vorzüglichen Weintrauben, die an seinen Hängen gedeihen. Vulkanhänge sind meistens warm
und fruchtbar. Das ist der Grund dafür, dass die Menschen trotz aller Gefahren immer
wieder an den Hängen der Vulkane siedeln und Ackerbau betreiben. Wenn dann einmal ein
Vulkan ausbricht, ist die Not groß. Häuse versinken unter Lava und Asche. Menschen
ersticken in giftigen Gaswolken.
Besonders
dramatisch war vor 2000 Jahren der Ausbruch des Vesuvs bei Neapel in Italien. Innerhalb
weniger Stunden verschüttete er die Stadt Pompeji unter Lavabomben und Asche. Nur wenige
Einwohner entkamen dem Inferno. Mehr Glück hatten die Bewohner Siziliens, als vor einigen
Jahren der Ätna ausbrach. Er verschüttete Häuser und Felder, forderte aber keine
Menschenleben. Eine der größten Vulkaneruptionen liegt schon mehr als 100 Jahre
zurück. Als der Krakatau in Indonesien ausbrach, schleuderte er Lavagestein
58 Kilometer weit. Gleichzeitig löste die Explosion eine 40 Meter hohe Flutwelle*
aus. Mehr als 30.000 Menschen sind damals ums Leben gekommen.
·
Die großen Flutwellen, die durch
Vulkaneruptionen oder Erdbeben ausgelöst werden, bezeichnet man als Tsunami !
·
Wenn ein Vulkan ausbricht und der
Vulkankegel mit seinem Krater erhalten bleibt sprechen wir von einer Eruption.
·
Wenn der Vulkan während des
Ausbruchs explodiert, sprechen wir von einer Explosion.
10. Woche - Schätze aus den Tiefen der Erde
Vor mehreren Milliarden Jahren wurde während einer großen Explosion auf der Sonne ein Stück ihrer Materie in das Weltall geschleudert. Die Anziehungskraft der Sonne ließ es nicht zu, dass
dieses glutflüssige Stück Sonnenmaterie einfach so ins Weltall hinaus flog.
Sie hielt es zurück und zwang es auf eine Umlaufbahn um die Sonne. Langsam kühlte der Himmelskörper ab. Damals begannen sich Kontinente und Meere zu bilden. Heute kreist
dieser Himmelkörper als Erde um die Sonne.
Wenn wir heute
Messer und Gabel in die Hand nehmen, denkt niemand daran, dass die Sonne der Erde diese wertvollen Gaben mit auf den Weg gegeben hat. Forscher haben anhand von Bodenproben schon errechnet, wie viel Eisen, wie viel Silber und
Gold in den Tiefen der Erde verborgen ist. Es gibt aber auch ein Reihe von Schätzen, die erst später auf der Erde
selbst entstanden sind.
Kohle ist ein solcher Bodenschatz. Zwar hatte die Erde damals auch das
Element Kohlenstoff in ihrem Fluggepäck, doch Kohle selbst ist erst hier auf
der Erde entstanden. In der Karbonzeit versanken endlose Wälder in riesigen Mooren und Sümpfen. Schutt, Geröll und Erde verschütteten diese Moore und Sümpfe. Weil keine Außenluft an die versunkenen Bäume heran kam, konnte das Holz
der Bäume nicht vermodern und wieder zu Erde werden. Unter dem Druck der aufliegenden Gesteinsmassen versteinerten die Bäume zu Steinkohle.
Hie und da ragte ein Stück dieser Kohlenlager bis an die Erdoberfläche. Wahrscheinlich haben sich die frühen Menschen
über diese brennbaren Steine gewundert. Sie sammelten sie und nahmen sie
mit in ihr Lager oder in ihre Höhle. Dort spendeten die Kohlensteine wohlige Wärme. Als die Menschen nach einiger Zeit
alle an der Oberfläche
erreichbaren Steine verfeuert hatten, gruben sie in der Erde nach
der begehrten Kohle. Sie folgten den Kohlelagern (Flöz-Flöze) tief in die Erde. Dazu gruben sie waagrechte Stollen und senkrechte Schächte. So entstanden die ersten Bergwerke.
An manchen Stellen
war die Steinkohle einem besonders hohen Druck ausgesetzt. Hoher Druck erzeugt Hitze. In
dieser Hitze verwandelte sich der schwarze Kohlenstoff in glasklare Diamanten. Wer ein Stück Kohle in die Hand
nimmt, kann sich kaum vorstellen, dass sich dieses unter Druck in einen wertvollen Diamanten verwandelt. Forscher und Ingenieure haben sich inzwischen die Natur zum Vorbild genommen und stellen in großen Pressen unter hohem Druck künstliche Diamanten her.
Neben Kohle und
Diamanten gibt es noch viele andere Schätze in den Tiefen der Erde. Um an diese Schätze
zu gelangen, graben Menschen riesige Löcher in die Erde. An anderer Stelle treiben sie
enge Stollen und Schächte in den Boden, bis sie zur Lagerstätte der gesuchten
Bodenschätze gelangen. In den Tiefen der Erde finden sie Metalle, Mineralien, Gas und Öl. Bevor die Bergleute mit dem Abbau der Bodenschätze beginnen können, erforschen und vermessen Geologen (Gesteinsforscher) und Geodäten (Erdvermesser) die Lagerstätten.
11. Woche - Länder,
Völker, Menschen
Im Paradies war es
sicherlich sehr einsam. Adam war deswegen wahrscheinlich nicht traurig, als Gott ihm eine
Rippe nahm und daraus Eva schuf. Weil die Herkunft der Menschen für die Menschen so
rätselhaft war, haben die Verfasser der Schriften des Alten Testamentes diese
anschauliche Vorstellung von der Erschaffung der Menschen auf Tontäfelchen,
Pergamentrollen und Papyrusblättern niedergeschrieben. (Aus dem Wort
Papyrus ist auch unser Wort Papier entstanden.
Das Paradies lag in
Ostafrika. Von dort stammen die ältesten Funde menschlicher Fossilien. Auf der Suche nach
Spuren frühzeitlicher Menschen , stieß ein britischer Forscher in Tanzania - dem
früheren Deutsch-Ostafrika - in erkalteter Lava auf die Spuren eines aufrecht gehenden
Wesens. Dieses Wesen hat ein Lavafeld überquert, dessen Lava noch weich war. Als die Lava
später erkaltete, versteinerten die Fußabdrücke und blieben uns so erhalten.
Die Forscher legten
die Fußspuren frei, fertigten davon Gipsabdrücke für die Wissenschaft und deckten die
Fußspuren dann wieder mit Sand und Staub zu, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Die
Abdrücke der Fußspuren sind heute im kenianischen National-Museum in Nairobi
ausgestellt. Ebenfalls in Tanzania fand man das Skelett eines aufrecht gehenden Wesens.
Forschungen ergaben, dass dieses Skelett etwa 3 Millionen Jahre alt ist. Es stammt von
einer noch sehr kleinwüchsigen Frau. Weil es eines Tages vielleicht nocht ältere
Skelettfunde geben wird, nannten die Forscher das Skelett nicht Eva sondern Lucy.
Diese Funde weisen
darauf hin, dass die Wiege der Menschheit in Ostafrika liegt. Von hier aus sind die ersten
Menschenhorden nach Süden und nach Norden aufgebrochen, um neue Lebensräume
zu erschließen. Tag für Tag finden die Archäologen* neue Hinweise auf die Ausbreitung
der Menschheit. Ein Zweig der Urmenschen wanderte bis Südafrika. Ein anderer Zweig folgte
dem Nil nach Nordafrika und von dort nach Vorderasien.
Dort wo heute
Syrien und der Irak liegen, trennten sich die Wege der Frühmenschen. Ein Teil von ihnen
wanderte nach Westen und besiedelte das heutige Europa, ein anderer Teil besiedelte Asien.
Über Südostasien gelangten die Menschen auf die Südseeinseln und selbst nach
Australien. Als entferntester Kontinent wurde Amerika besiedelt. Der Weg nach Amerika
führte über die nordöstlichste Spitze Asiens. Im Winter, als das Polarmeer
zugefroren war, gelangten die Menschen zu Fuß von Asien nach Alaska. Von dort breiteten
sie sich bis nach Feuerland an der Südspitze des amerikanischen Kontinents aus.
Abgesehen von der
Antarktis unterscheiden wir 5 Kontinente: Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien.
Nach den Kontinenten sind auch ihre Bewohner und Bewohnerinnen benannt: Europäer,
Europäerinnen, Asiaten, Asiatinnen, Afrikaner, Afrikanerinnen, Amerikaner, Amerikaninnen,
Australier und Australierinnen. Vielleicht nehmt ihr euch ja jetzt einmal euren Atlas vor
und werft mal einen Blick auf die Wege der Menschheit. Es ist auch ein schönes Spiel, ein
Land zu nennen und dazu die Namen der Einwohner zu finden.
* Archäologen sind Wissenschaftler, die Geschichte
anhand von Ausgrabungen und Funden erforschen und belegen (beweisen).
* Anthropologen sind Wissenschaftler, die sich mit
den Menschen und ihrer Entwicklung befassen.
* Erweitere dein Wissen: Wie heißt die Wissenschaft der
Archäologen, wie heißt die Wissenschaft der Anthropologen ? Wie nennt man Frauen, die
diese Fachgebiete studiert haben ?
12. Woche - Gesundheit
und Krankheit
Als Ute mittags aus
der Schule kommt, hat sie einen heißen Kopf. Sie niest und hustet. Sie hat sich
erkältet. Oder ist es vielleicht eine Grippe? Mutter holt das neue Fieberthermometer und
steckt es Ute ins Ohr. Im Handumdrehen zeigt das Thermometer Utes Körpertemperatur an: 39
Grad. Sie hat Fieber. Mutter ruft den Hausarzt an und bittet ihn, nach Ute zu
schauen.
Gegen Abend
klingelt der Arzt an der Haustür. Mutter öffnet die Tür und führt ihn in Utes Zimmer.
Doktor Petermann stellt seine Tasche ab, desinfiziert seine Hände und beginnt, Ute zu
untersuchen. Er schaut ihr in die Augen, in die Nase und in den Hals. Mit dem Stethoskop
hört er Utes Herztöne und die Atemgeräusche ab. Dabei misst er auch ihren Puls.
Ute hat die Grippe.
Doktor Petermann verordnet ihr Bettruhe. Er verschreibt ihr auch Hustensaft,
Lutschtabletten gegen Halsschmerzen und Zäpfchen gegen das Fieber. Utes Mutter geht mit
dem Rezept in die Apotheke. Die Apothekerin schaut auf das Rezept und holt die
verschriebenen Arzneien aus den Schubladen. Sie packt sie in eine kleine Tüte, steckt
noch ein paar Gratispäckchen mit Halsbonbons dazu und lässt Ute eine gute Besserung
ausrichten.
Als erstes nimmt
Ute einen Löffel Hustensaft. Der schmeckt richtig gut. Mutter erzählt ihr dabei von den
Arzneien, die sie als Kind einnehmen musste. Die waren nicht so schmackhaft wie die
heutigen Arzneien. Die waren meist sehr bitter und waren auch nicht so wirksam wie
die modernen Medikamente. Schon eine Stunde, nachdem Ute das erste Fieberzäpfchen
erhielt, ging das Fieber schon zurück.
Dank der modernen
Medizin und dank der wirksamen Medikamente, sind viele Krankheiten nicht mehr so
gefährlich wie früher. Zum Schutz gegen Infektionen werden Kinder und Erwachsene heute
gegen viele gefährliche Krankheiten geimpft. Dank der Impfstoffe haben viele Krankheiten
ihren Schrecken verloren. Einer der bekanntesten Ärzte und Forscher war Emil von Behring.
Er entwickelte die Impfstoffe gegen Diphtherie und Tetanus. Seine Seren retteten Millionen
Kindern das Leben.
Das Leid, die
Schmerzen und der Tod vieler Kinder hat Ärzte und Forscher veranlasst, wirksame
Medikamente und Impfstoffe gegen die heimtückischen Krankheiten zu entwickeln. Der
amerikanische Wissenschaftler Salk entwickelte einen Impfstoff gegen die heimtückische
Kinderlähmung. Alexander Flemings Penizillin, das er aus dem grünen Schimmelpilz
gewann, rettete inzwischen wahrscheinlich schon Milliarden Menschen das Leben.
Zu deiner Information:
·
Wenn man vom Arzt spricht,
verwendet man häufig das Wort Doktor. Das ist aber nicht immer korrekt. Der Beruf heißt
Arzt. Nur wenn der Arzt eine zusätzliche Prüfung abgelegt hat, darf er den Doktor-Titel
führen. Z.B. Dr. Petermann !
·
Den Titel Doktor können auch
Physiker, Chemiker, Juristen, Ingenieure und andere Berufe mit abgeschlossenem Studium
führen. Den Doktor-Titel erhält man nur, wenn man eine zusätzliche wissenschaftliche
Arbeit geschrieben hat und eine zusätzliche Prüfung abgelegt hat. Ein Wissenschaftler
mit Doktor-Titel hat promoviert (Promotion) . Es gibt aber auch
"Ehren-Doktoren". Diesen Titel erhalten Menschen, die besondere Verdienste
erworben haben.
·
Es gibt auf der Erde unzählige
Infektions-Krankheiten. Krankheiten, die vor allem Kinder befallen, nennt man
Kinderkrankheiten. Die bekanntesten Kinderkrankheiten in Europa sind Masern, Röteln,
Windpocken und Scharlach. Die gefährlichen Krankheiten wie Kinderlähmung, Pocken, Typhus
und Diphtherie sind zumindest in Europa besiegt.
13. Woche - Familie,
Verwandte, Freunde, Bekannte
Das Wort Familie
kommt aus der lateinischen Sprache. Das war die Sprache, die einst die Römer sprachen und
schrieben. Weil die Römer über viele Jahrhunderte die Länder rund um das Mittelmeer
beherrschten, hat man in den beherrschten Gebieten viele lateinische Wörter in die
Sprache aufgenommen. So auch das Wort Familie. Ihr kennt es sicher auch aus der englischen
Sprache. Da sagt man "family". Denkt nur einmal an die"Kelly Family".
Bei den Franzosen klingt es weicher. Die sprechen "Famille" wie wir das Wort
Vanille.
Familia hat in der
lateinischen Sprache viele Bedeutungen: An erster Stelle Familie, aber auch
Hausgenossenschaft, Vermögen, Gesinde, Bande oder Sekte. Ganz streng genommen zählen die
Juristen nur Verwandte zur Familie. Das sind Menschen, die voneinander abstammen oder
angeheiratet sind. Dabei unterscheiden sie enge Verwandte und weitere oder weitläufig
Verwandte.
Zur engen
Verwandschaft zählen Großelteren, Eltrn und Kinder. Natürlich auch Brüder und
Schwestern, also Geschwister. Damit ist schon Schluss mit der engen Verwandtschaft. In
einem weiteren Umkreis der Verwandtschaft kennen wir Onkel und Tante und deren Kinder. Die
Kinder von Onkel und Tante sind unsere Cousins und Cousinen. Früher waren Cousins Vettern
und Cousinen Basen. Aus der Sicht von Onkel und Tante heißen die Kinder der
Geschwister Nichten und Neffen. Nichten sind die Mädchen, Neffen die Buben.
Zur weiteren
Verwandschaft zählen wir die Geschwister unserer Großeltern und deren Kinder und
Kindeskinder. In dieser Verwandtschaftsbeziehung gebrauchen wir gerne den Zusatz
"Groß-". Die Geschwister der Großeltern nennt man oft Großtante und
Großonkel, deren Kinder und Enkel Großcousin und Großcousine. Für weitere
Verwandschaften fehlen uns die Wörter.
Man kann aber auch
miteinander verwandt sein, obwohl keine leibliche, also keine genetische Verwandtschaft
besteht. So wird die Mutter der Braut bei der Hochzeit automatisch zur Schwiegermutter des
Bräutigams. Der Vater der Braut wird zum Schwiegervater. Der Bruder der Braut
wird für den Bräutigam zum Schwager. Die Schwester der Braut wird für den Bräutigam
zur Schwägerin.
Es kann aber auch
einmal der Fall eintreten, dass sich Eltern trennen oder ein Elternteil stirbt. Heiratet
die Mutter dann erneut, wird der neue Mann zum Stiefvater. Wenn er das Kind jedoch
adoptiert, wird er rechtlich gesehen zum Vater. Im umgekehrten Fall wird eine neue Mutter
zur Stiefmutter. Wenn sie das Kind adoptiert, wird sie rechtlich gesehen zur Mutter. In
Märchen ist immer wieder von bösen Stiefmüttern und Stiefvätern die Rede. Weil das in
der Wirklichkeit heute nicht mehr so ist, sind es eben Märchen.
Interessant zu
wissen:
Auch die Wörter
Adoption und adoptieren kommen aus der lateinischen Sprache. Adoption hieß auch damals
schon Adoption, adopto hieß "auswählen".
14. Woche - Sonnenschein und Regenwetter
Ein bekanntes
Sprichwort lautet: ,,Gegensätze ziehen sich an". Das Sprichwort ist zwar auf
zwischenmenschliche Beziehungen gemünzt, passt aber auch sehr gut auf das Wetter
und seine Erscheinungen. Regen und Sonne gehören nämlich wirklich eng zusammen. Die
Sonne erwärmt die Luft. Erwärmte Luft dehnt sich aus. Sie kann jetzt zusätzlich viel
mehr Feuchtigkeit aufnehmen, die durch die Sonnenwärme verdunstet wird.
In der Wüste gilt
diese Regel nur bedingt. Auch dort würde die warme Luft sehr gerne zusätzliche
Feuchtigkeit aufnehmen, wenn sie nur da wäre. Dass es auch in der heißen Wüstenluft
eine Menge Feuchtigkeit gibt, beweist uns der Tau, der frühmorgens auf den wenigen
Pflanzen liegt. Wenn die Sonne steigt und die Wüste erwärmt, verflüchtigt sich der Tau
in der heißen Luft, um sich in der nächsten kühlen Wüstennacht erneut auf den Pflanzen
niederzuschlagen.
Bei uns werden die
Beziehungen zwischen Sonnenschein und Regenwetter deutlicher. Ihr konntet bestimmt schon
einmal beobachten, wie die Sonne nach einem starken Regen das Wasser auf den Straßen, auf
den Feldern, den Wiesen und über den Wasserflächen zum Verdunsten bringt. Man kann dann
richtig sehen, wie die Nebelwolken vom Boden aufsteigen und in der Luft verschwinden. Hoch
oben über der Erde werden die feinen Verdunstungströpfchen wieder als Wolken sichtbar.
Das hat seinen
Grund. Hoch oben über der Erde ist es wesentlich kälter als auf der Erdoberfläche. Dies
gilt auch für die feinen Staubpartikelchen, die in der Atmosphäre enthalten sind.
Treffen die feinen verdunsteten Wassertröpfchen nun auf eines dieser kleinen kalten
Staubteilchen, so schlagen sie sich dort nieder. Die Wissenschaftler sagen: Sie
kondensieren. So bilden sich die Wolken. Wenn die Wolken weiter abkühlen, setzt Regen
ein. Es regnet dann so lange, bis die Wolken aufgelöst sind. Nun kann die Sonne wieder
scheinen.
Nun
können wir uns auch erklären, warum es über den deutschen Mittelgebirgen und über den
Alpen besonders viel regnet oder auch schneit. Die meisten Wolken, die über Deutschland
ziehen, kommen vom nördlichen Atlantischen Ozean. Dazu gehört auch die Nordsee.
Aus diesem Grund ziehen bei uns die Wolken meist von Südwesten, Westen oder Nordwesten
heran. Weil ihnen die Mittelgebirge im Weg stehen, müssen sie aufsteigen. Dabei kühlen
sie ab. Die Wassertröpfchen kondensieren zu Regentropfen und regnen zu Boden.
|