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Diktate 4.3
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27. Woche - Wolle,
Stoff, Pullover, Kleider Adam und Eva sorgten
sich nicht um Kleider. Sie lebten nackt im Paradies. Deshalb spricht man heute immer dann
von paradiesischen Zuständen, wenn Menschen sich wenig oder überhaupt nicht um ihr Essen
und um ihre Kleidung sorgen müssen. Paradiesisch leben kann man nur dort, wo es über das
ganze Jahr warm ist und wo die Nahrung von alleine wächst. Das merkten die
Nachfahren von Adam und Eva schnell, als sie sich auf den Weg nach Norden machten. Je
weiter sie nach Norden kamen, desto kühler wurde es. Die Kälte zwang die Menschen,
sich kleiden zu lernen. Sie schauten es den Tieren ab. Sie dachten: "Wenn das dicke
Fell einen Bären wärmt, dann wird es mich auch vor Kälte schützen." So machten sie sich auf
die Jagd und zogen manchem Bären das Fell ab und hängten es sich über die Schultern.
Gegen kalte Füße halfen Bärenfellschuhe. So geschützt eroberten die Menschen immer
neue Lebensräume. Noch heute ist Wildleder beliebt für die Herstellung von Jacken und
Hosen. Nachdem die Menschen
gelernt hatten, Tiere zu zähmen und zu züchten, nutzten sie auch deren Fell für die
Herstellung von Bekleidungsstücken. Besonders geeignet war das Fell der Schafe.
Seine dicke Wolle wärmte auch bei argem Frost. Auch hier brachte wahrscheinlich ein
Zufall die Menschen ein Stück voran. Vielleicht zupfte in
einer langen eisigen Winternacht ein Kind gelangweilt an seinem Schaffell herum, löste
ein wenig Wolle vom Fell und drehte die Wolle zu einem kleinen Faden. Darüber wurde
die Mutter aufmerksam und wickelte ihrerseits ein Stück Wolle zu einem Faden. Vielleicht
hat der Vater zugeschaut, sich am Kopf gekratzt und gesagt: "Wenn wir ganz viele
Fäden kreuz und quer verbinden, können wir aus den Wollfäden ein Stück Stoff
machen." Er ist ist hinaus
in die Kälte gegangen, hat vier Hölzer geholt und daraus einen Rahmen hergestellt.
In den Rahmen haben die drei dann viele Wollfäden kreuz und quer eingespannt. Nach
und nach wurde aus den gespannten Fäden ein kleines Stück Stoff. Als das Tuch groß
genug war, verknoteten sie die Enden der Wollfäden und lösten das Tuch vom Rahmen. Weil das Tuch so
langweilig grau war, haben sie am nächsten Tag begonnen, das Tuch mit der Farbe, die sie
für ihre Höhlenmalereien verwendeten, farbig anzumalen. Im Nu war aus einem
graubraunen Tuch ein wunderschön gemustertes farbiges Tuch geworden. Um Streit zu
vermeiden webten sie in den folgenden Wochen und Monaten noch viele Tücher, damit jeder
der kleinen Sippe auch so ein schönes Tuch tragen konnte. 28. Woche - Von
der Kuh zum Schuh Wenn man eine Kuh auf
der Weide sieht, denkt man zunächst einmal an Milch, an ein Steak oder an ein Stück
Rinderbraten. Dass die Kuh, bzw. das Rind, der Ochse oder der Bulle eines Tages auch das
Material für ein gutes Paar Schuhe liefern, kommt einem dabei selten in den Sinn. Es ist
allerdings ein weiter Weg von der Kuh bis hin zum Schuh. Wird die Kuh eines Tages
geschlachtet, wird alles, was essbar ist, zu Nahrungsmitteln verarbeitet. Das Fell wird
vorher abgestreift. Zusammen mit anderen Fellen wird es in die Gerberei gebracht. Hier
sieht sich der Gerber die Tierhäute genau an und entscheidet dann, wie sie verarbeitet
werden. Damit Felle haltbar und flexibel bleiben, werden sie gegerbt. Mit feinen Messern
werden die Haare vom Leder abgetrennt. Ausgesucht gute und
wenig beschädigte Lederstücke werden zu Bezügen für Autositze, für Sessel und Sofas
verwendet. Auch Lederhosen, Lederjacken und Ledermäntel werden aus Rindsleder
hergestellt. Für hochwertige Kleidungsstücke bevorzugt man jedoch das feinere und edlere
Leder von Ziege und Hirsch. Auch Peitschenschnüre, Hundeleinen und Schnürsenkel werden
aus Rindsleder geschnitten. Zu meiner Einschulung
erhielt ich damals ein Paar neue Schuhe. Weil es zu dieser Zeit kaum Schuhe in Geschäften
zu kaufen gab, nahm mich mein Vater mit zum Schuster. In den Regalen seiner Werkstatt
lagen neben den Werkzeugen allerlei Lederstücke. Nachdem er meinen Fuß vermessen hatte,
durfte ich zusehen, wie er einen Schuh herstellte. Nach einer Schablone schnitt er
das Schuhleder mit einem scharfen Messer zu. Dann nähte er den
Schuhschaft, fügte die Ösen für den Schuhriemen ein, nähte die Lasche an und ging dann
daran, die Sohle und den Absatz zu befestigen. Weil er schlecht durch die feste Sohle und
den noch dickeren Absatz nähen konnte, befestigte er Sohle und Absatz mit kleinen
Nägelchen aus Holz und Eisen. Wenn die nicht richtig saßen, stachen sie ständig in die
Füße. Damit sich Spitzen und Absätze nicht so schnell abnutzten, nagelte der Schuster
noch kleine Schuheisen vorne und hinten auf die Schuhe. Inzwischen hat sich viel
verändert. Maßschuster gibt es immer noch. Maßschuhe sind aber kaum zu bezahlen. In der
Schuhfabrik ist die Schuhherstellung automatisiert. Große Maschinen schneiden stapelweise
Leder für bestimmte Schuhgrößen. Die nächste Maschine näht den Schaft. Eine dritte
Maschine klebt Sohlen und Absätze auf. Das Einfädeln
der Schnürsenkel erfolgt noch mit der Hand, auch die Endkontrolle. Dann werden die Schuhe
in Kartons verpackt und an die Schuhhändler verschickt. 29. Woche -
Vom Holz zum Papier Als die Menschheit
schreiben lernte, schrieb sie zunächst auf flache Steine und später auf kleine
Tontäfelchen, die extra zum Schreiben geformt wurden. Die Menschen lernten auch, auf Holz
zu schreiben, indem sie ihre Zeichen in das Holz ritzten oder einschnitten. Das
Staffelholz bei Leichtathletik-Wettkämpfen ist ein Nachfahre dieser alten hölzernen
Schrifttafeln. War die Nachricht auf das Holz geschrieben, trugen die Staffelläufer die
Nachricht über Land. Vor 3000 Jahren lernten
die Menschen, aus dem Mark der Papyrus-Pflanze Papyrus herzustellen. In Ägypten gab es
damals schon richtige Papyrus-Fabriken. Wenn ihr genau hinhört und hinseht, merkt ihr,
dass unser Wort Papier von dem Wort Papyrus hergeleitet ist. Haupthandelsplatz für Papier
war damals die Stadt Byblos. Jetzt wisst ihr auch, wie die Bibel zu ihrem Namen kam.
Weil Papyrus sehr
empfindlich war, suchten die Menschen nach einem haltbareren Material. So gerbten sie
dünne Häute von Ziegen und Schafen zu Pergament. Das Pergament wurde vor über 2000
Jahren in der griechischen Stadt Pergamon erfunden. Nach dieser Stadt heißt das
Schreibmaterial heute Pergament. Pergament konnte gerollt werden, es konnte aber auch zu
Büchern gebunden werden. Nur einige hundert Jahre
nach der Erfindung des Pergaments erfanden die Chinesen das Papier. Sie stellten es aus
einem Brei her, den sie aus Stoffresten gewannen. Fast 1000 Jahre gelang es ihnen, diese
wichtige Erfindung geheim zu halten. Um 1200 brachten die Araber das Geheimnis der
Papierherstellung nach Spanien. Vor etwa 600 Jahren stellte die erste Papiermühle in
Deutschland Papier her. Papier ist ein filziges
Material aus Naturfasern. Wir verwenden heute vor allem Holzfasern für die
Papierherstellung. Dazu wird das Holz gehäckselt und anschließend fein zerfasert. Die
feinen Fasern werden in Wasser eingweicht. Dann zieht man den Faserbrei auf feine
Siebe und trocknet ihn dort zu Papier. Das kann man leicht im Experiment zu Hause
nachvollziehen. Inzwischen gibt es
Papiersorten für alle möglichen Zwecke: Schreibpapier, Druckpapier, Toilettenpapier,
Karton, Fotopapier, Krepppapiert und sogar Sicherheitspapier. Alle unsere Geldnoten werden
auf Sicherheitspapier gedruckt. Damit man Geldscheine nicht so leicht fälschen kann,
arbeiten die Papierhersteller Metallfäden und Wasserzeichen in die Sicherheitspapiere
ein. Weil der Papierbedarf
unsere Wälder bedroht ist, sammeln wir gebrauchtes Altpapier, um es erneut zu zerfasern
und zu neuem Papier oder Karton zu verarbeiten. Diesen Vorgang bezeichnen wir mit dem
englischen Wort Recycling. Das heißt: Wiederverwertung. Weil Recycling-Papier aber noch
die alten Druckfarben enthält, wird es mit jeder Wiederaufbereitung dunkler. Auch die
Papierfasern werden schwächer und dünner. Deshalb kann man Papier nur 6 bis 7 mal
recyclen. 30. Woche - Möbel
in Wohnung und Büro Sicherlich haben die
Steinzeitmenschen schnell gemerkt, dass man auf Steinen nur dann gut und angenehm sitzt,
wenn sie ausreichend warm und dazu auch körpernah geformt sind. Schließlich war das
Sitzen auf einfachen kalten Steinen unkomfortabel und dazu ungesund. So halfen sie sich,
indem sie Felle auf Boden und Steinen ausbreiteten oder auch Baumstämme als Sitzbank
nutzten. So ganz nebenbei ist ein
cleverer Steinzeitmensch darauf gekommen, einen alten Wurzelstock so zurechtzuhauen, dass
man zwischen den Wurzeln wie in Abrahams Schoß saß. Natürlich wussten die damals noch
noch nichts von Abraham. Der lebte ja viel später. Der erste Stuhl war erfunden. Belegt
mit einem warmen weichen Bärenfell wurde der Stuhl zum Polstersessel. Weil die Steinzeitfrau
ständig darüber klagte, dass ihr die spielenden Kinder die Krüge mit den gesammelten
Nahrungsmitteln umstießen, erfand ihr Mann das erste Regal. Allerdings waren die
Lebensmittel im Regal noch nicht zuverlässig gegen Nascher geschützt. Da half nur eine
Klappe, mit der das Regal verschlossen wurde. Ohne es zu wissen, hatte man den Schrank
erfunden. Seit diesen Erfindungen
ist viel Zeit vergangen. Wenn wir heute Möbel brauchen, haben wir zwei Möglichkeiten.
Entweder gehen wir in einen Baumarkt oder zu Ikea und kaufen uns einen Bausatz für ein
Möbelstück oder wir gehen in ein Möbelhaus, in dem es Möbel gibt, die gleich fertig
sind und die man nicht erst mühsam verschrauben muss. Da gibt es Stühle, Tische, Sessel,
Hocker, Sofas, Couch-Garnituren, Regale, Schränke, Sideboards, Betten, Nachttische (
nicht Nachtische !!!) und vieles mehr. Die Möbel im Möbelhaus
werden in der Möbelfabrik hergestellt. Ein Designer oder eine Designerin entwirft die
Möbel. Der Möbeltischler stellt die ersten Muster in Originalgröße her. Die Polster
von Stühlen und Sesseln werden vom Polsterer angefertigt. Schließlich lackiert der
Möbeltischler die Holzteile noch. Einmal im Jahr stellt dann der Möbelfabrikant die
Möbel auf der Möbelmesse vor. Schon frühzeitig
informieren die Möbelhersteller die Möbelhändler über ihre neuen Möbel und die
Möbelmesse. In Scharen strömen die Möbelhändler und Möbelhändlerinnen zur
Möbelmesse. Dort bestellen sie die Möbel, die sie in ihrem Möbelhaus verkaufen wollen.
Dazu müssen sie den Geschmack und den Bedarf ihrer Kunden gut kennen. Ein Möbelhändler,
der nur nach seinem eigenen Geschmack kauft, bleibt auf seinen Möbeln sitzen und macht
Konkurs. 31. Woche - Einmachen
und konservieren Als Kolumbus nach Indien
aufbrach, ließ er neben Brot, Früchten und Gemüse auch Heu, Getreide und lebende Tiere
an Bord bringen. Brot, Früchte und Gemüse hielten nicht lange an Bord. In den
heißen und muffigen Lagerräumen schimmelten diese Lebensmittel bald oder wurden von den
Schiffsratten angefressen. Wenn dann die üblichen
Lebensmittel knapp wurden, konnten wenigstens noch die mitreisenden Ziegen und Schweine
geschlachtet und verspeist werden. Vor allem frisches Fleisch war auf See ein besonders
wichtiges Nahrungsmittel. Mit frischem Fleisch versuchte man sich gegen die
Seefahrer-Mangelkrankheit Skorbut zu schützen. Zu Zeiten meiner
Großmutter gab es noch keine Geschäfte und keine Gärtnereien, in denen man winters ( =
im Winter) frisches Gemüse oder frischen Salat kaufen konnte. Salat gab es nur im
Sommer. Gemüse wurde für den Winter im kühlen Keller eingelagert oder konserviert. Es
gab verschiedene Möglichkeiten, Gemüse zu konservieren. Zunächst einmal kann
man Gemüse wie Kartoffeln einfach einlagern. Im Keller soll es zwar kühl sein, niemals
aber frostig. Frost zerstört die Gemüsezellen und lässt Gemüse faulen. Möhren und
Rote Be(e)te bedeckte Großmutter mit feuchtem Sand. So lagen sie dunkel und trockneten
nicht aus. Auch Kohlköpfe wurden
in einer dunklen Kellerecke gelagert. Weißkraut wurde auf dem Krauthobel ganz fein
gehobelt und dann in großen Steinguttöpfen mit Salz eingepresst. Die Töpfe rochen
grässlich. Nach einigen Wochen war aus dem Weißkraut das leckere Sauerkraut geworden.
Rechtzeitig zum Schlachtfest gab es dann Sauerkraut zu den Schweinerippchen. Beim Metzger war zu
Großmutters Zeiten die Auswahl an Wurst und Fleisch sehr gering. Viele Leute schlachteten
selbst. Würste und Schinken wurden in der Räucherkammer mit Rauch geräuchert. So wurden
sie haltbar. Wurst und Fleisch wurden auch in Dosen oder Gläser eingekocht. Ein Teil des
Fleisches wurde im Salzbad, in der Sole, konserviert. Das schmeckte zwar deftig, war aber
sehr ungesund. Seit die Menschen
Fleisch einfrieren oder im Vakuum aufbewahren können, ist die Gefahr, an Magen- und
Darmkrebs zu erkranken um 90% (= 90 Prozent) gesunken. Wir leben deshalb heute viel
gesünder als früher. 32. Woche - Vom
Einpacken in Papier, Tüten, Dosen, Flaschen .... Als Kind schickte mich
meine Mutter oft zur heimischen Molkerei und ins Lebensmittelgeschäft. In der linken Hand
hielt ich die Milchkanne, in der rechten Hand trug ich die Einkaufstasche. Plastiktüten
gab es damals noch nicht. Das Geld steckte im Portemonnaie ( Portemonnaie kommt aus der
französischen Sprache und bedeutet etwa 'Trag das Geld') . So machte ich mich auf
den Weg. In der Molkerei
angekommen, reichte ich die Kanne über die Ladentheke. Die Verkäuferin füllte mit dem
Schöpflöffel eineinhalb (anderthalb, einen und einen halben ...) Liter Milch in die
Kanne. Dann schnitt sie ein Stück Butter vom Block und packte es in Butterpapier.
Butterpapier hieß so, weil es gewachst war, um zu verhindern, dass Butter durch das
Papier dringt. Auf dem Weg ins
Lebensmittelgeschäft übte ich praktische Physik. Ich schleuderte die Kanne mit der Milch
am ausgestreckten Arm so schnell ich konnte durch die Luft. Wenn ich geschickt war,
spritzte nicht ein Tropfen Milch aus der Kanne. Die Zentrifugalkraft presste die Milch
förmlich an den Boden. Nur bei An- und Ausschwung passierte es schon einmal, dass Milch
aus der Kanne schwappte. Vom Lebensmittelhändler
sollte ich Mehl und Zucker mitbringen. Die Verkäuferin nahm eine braune Tüte - so wie
sie im Gefängnis geklebt wurden - und stellte sie auf die eine Seite der Waage. Auf
die andere Seite stellte sie den passenden Gewichtsstein. Mehl und Zucker wurden in
Schubladen aufbewahrt. Mit einer kleinen Schaufel füllte sie Zucker in die Tüte,
bis die Waage sich einpendelte. Ebenso füllte sie die
Mehltüte. Zu Hause füllte Mutter Mehl und Zucker in kleine Schubladen, die damals in
fast allen Schränken eingebaut waren. Die Tüten strich sie sorgfältig glatt, faltete
sie und legte sie dann in den Brotschrank. Die Tüten mussten noch einmal ran. Am
nächsten Morgen wurden sie als Frühstückstüten gebraucht. Frühstückstüten von der
Folienrolle gab es damals ebenso wenig wie die schicken und praktischen Frühstücksdosen. Getränke bekamen Kinder
damals nicht mit in die Schule. Weil die Molkerei nahe war, verkaufte der Hausmeister
morgens Milch und warmen Kakao. Anfangs schöpfte er die Milch und den Kakao sogar noch
mit der Schöpfkelle aus Kannen in die mitgebrachten Henkel-Trinkbecher . Später
gab es dann kleine Glasflaschen mit einem Deckel aus Alufolie
und Strohhalme. Kein Mensch konnte sich seinerzeit vorstellen, dass es einmal
Milch und Saft in Tüten geben könnte. Was vor 50 Jahren nur wenigen
Träumern möglich schien, wurde bald Realität. Forscher stellten umfangreiche Versuche
mit gewachsten Papier und gewachstem Karton an. Sie falteten den Karton und
verschweißten/verschmolzen die Kanten und präsentierten den ersten Karton für
Getränke. Das war ein riesiger Fortschritt. So ein Karton brach weniger schnell, war leichter und hatte auch beim Transport viele Vorteile. Die ersten Getränkekisten waren
einfache Holzkisten ohne Trennungsstege. Die Flaschen
stießen ständig aneinander und verursachten einen Höllenlärm. Um dem
Lärm zu begegnen, setzten die Kastenhersteller dann Zwischenstege ein. Stege und Flaschen
brauchten viel Platz. So sparte man viel Transportraum und auch Gewicht, als man Milch in
rechteckige Kartons füllen konnte. Forscher suchen ständig nach
besseren Lösungen. Sie sind erfinderisch. Weil einfache rechteckige Kartons recht
langweilig sind, erfanden sie auch andere Formen. Eine der bekanntesten Formen ist die
Verpackung in Form einer Pyramide. Wer nun denkt, die Pyramidenform sei unpraktisch, muss
sich einfach mal die Zeit nehmen, diese Tetra-Packs zu stapeln. Das Ergebnis ist
verblüffend. Passgenau lassen sich die kleinen Pyramiden ohne Luftraum in Kartons
verpacken. Mit fortschreitender Technik lernten
die Hersteller von Getränkekartons auch, die Innenseite der Kartons mit Kunststofffolien
oder Alufolien auszukleiden. So wurden die Kartons haltbarer und geschmackssicherer. Die
Herstellung der Kartons ist übrigens sehr einfach. Zunächst werden die Kartons mit
Folien beschichtet. Dann wird die Außenseite mit allen wichtigen Informationen bedruckt.
In einer großen Stanze wird die Faltform des Kartons ausgestanzt. An der nächsten Station werden die
ausgestanzten Kartons gefaltet, dann verklebt oder verschweißt. Ist der Füllraum nach
unten und seitlich geschlossen, wird das Getränk eingefüllt. Im nächsten Arbeitsgang
wird der Karton verschlossen. Zusammen mit vielen anderen Kartons wird er in große
Kartons verpackt und geht dann auf die Reise. Im Supermarkt oder im Getränkemarkt warten
die Trinkpäckchen dann auf durstige Kinder. 33. Woche - Müll
und Recycling Leider können Getränkekartons aber
nur einmal benutzt werden. Wenn sie leer sind, werfen wir sie in den gelben Sack. Sie
wandern dann in Recyclinganlagen. Dort wird die Folie vom Papier getrennt. Papier und
Folie werden gewaschen, klein gehäckselt, getrocknet und zu Granulaten ( kleinen
Schnippelchen /Körnchen verarbeitet. Diese Granulate sind aber nicht so
rein, dass sie wieder für die gleiche Lebensmittelpackung verwendet werden können.
Deshalb stellt man aus den Granulaten Kartons, Recyclingpapier her. Die
Kunststoffgranulate werden zu Blumentöpfen, Gartenstühlen, Abwasserrohren etc.
verarbeitet. Flaschen hingegen können mehrfach
verwendet werden. Man spricht deshalb auch hier von Mehrwegverpackungen. Auf den ersten
Blick hat das natürlich viele Vorteile. Das Glas ist fest, sauber und appetitlich. das
alles spricht auf den ersten Blick für Glasflaschen. Bevor eine Flasche aber erneut
gefüllt werden kann, muss sie zunächst
gründlich gereinigt und auf Schäden hin durchleuchtet werden. Verschmutze Flaschen und
beschädigte Flaschen werden ausgesondert. und eingeschmolzen . Die Reinigung der Flaschen und die
vielen Lufträume, die beim Transport von Flaschen im Lastwagen verbleiben, sind die
Nachteile der Flaschen. Deshalb streiten in Deutschland die Hersteller von Flaschen und
Getränkekartons, was denn die bessere Lösung sei. Eine echte Antwort darauf ist noch
nicht gefunden. Es ist sehr schwierig, eine gerechte Antwort darauf zu finden. Als die leichten Pet-Flaschen
eingeführt wurden, befürchtete man sehr viel Müll. Das ist aber nicht eingetreten, weil
Pet-Flaschen Pfand kosten, zurückgegeben werden und komplett recycelt werden können. Die
Flaschen wandern mit dem Schraubverschluss in einen großen Shredder. Dort werden die
Flaschen geshreddert. Im Wasserbad werden die schweren Pet-Teilchen von den Schnipseln der
Verschlüsse betrennt. Auch die Etiketten werden herausgelöst und wandern in die
Altpapierverarbeitung. Die Flaschenschnipsel sind so rein, dass sie direkt wieder zu neuen
Flaschen verarbeitet werden können. Den Gedanken des Recyclings verfolgen
wir heute bei allen Materialien. Selbst beim Autobau sind viele Teile schon so miteinander
verbunden, dass sie einfach voneinander getrennt und wieder aufbereitet werden können.
Oder denkt an Getränkedosen. Sie kosten demnächst Pfand, damit die Dosen nicht mehr
achtlos weggeworfen werden. Wenn man im Geschäft
die leere Dose abgibt, erhält man sein Pfandgeld zurück. Die Dosen werden gepresst,
eingeschmolzen und zu neuen Gegenständen geformt. So hat das Dosenblech mehrere Leben.
Nachdem es als Dose gedient hat, kann es nach dem Recycling zu Autokarosserien oder zu
Handygehäusen verarbeitet werden. Weil Rohstoffe wertvoll sind, werden sie so oft wie
möglich wiederverwendet. Auch unsere neuen Euromünzen sind aus den eingeschmolzenen
alten Münzen hergestellt worden. So bleibt der wertvolle Rohstoff im Kreislauf und geht
nicht verloren. Vielleicht erinnert ihr euch an die
kleine Geschichte der Schulbürger von Schilda. Sie versenkten damals ihre Glocke im See. Klug wie sie waren, markierten sie die Stelle, an
der sie die Glocke versenkten mit einer Kerbe am Bootsrand. Ihr könnt euch vorstellen,
dass sie ihre Glocke niemals wiederfanden. 34. Woche - Iglus,
Zelte, Häuser, Wolkenkratzer Ihr habt schon gemerkt. Wenn ich
etwas erklären will, greife ich gerne auf die Urzustände zurück. das ist spannend und
erklärt auch, wie sich die Dinge so entwickelt haben Adam und Eva lebten im warmen
Paradies. Sie brauchten sich nicht vor garstigem Wetter zu schützen. Ihre Nachfahren, die
auf die Nordhalbkugel der Erde wanderten, mussten sich gegen Regen, Kälte und auch gegen
die feindliche Umwelt schützen. Sie suchten sich Höhlen und wo sie
keine fanden, bauten sie sich kleine Höhlen aus Ästen, Steinen, Die Zwischenräume
füllten sie mit Blättern, Moos, Gras und Lehm. Mit der Zeit wurden die Behausungen immer
perfekter. Stets bauten die Menschen aber mit dem Material, das sie an Ort und Stelle
fanden. So erklärt sich, dass die Eskimos Häuser aus Schneeblöcken bauen, die Indianer
Zelte aus Büffelhäuten, die Ägypter Häuser aus Steinblöcken und die Deutschen Häuser
aus einer Mischung von Holz und Lehm, aus Fachwerk. In der Arktis gibt es nur Schnee und
Eis. Deshalb bauten die Eskimos ihre Häuser aus großen Schneeblöcken, die sie mit ihren
langen Messern aus dem Schnee herausschnitten. Sie schichten Block um Block auf. Damit
diese nicht sehr stabile Konstruktion beim Bauen nicht einstürzte, schichteten sie die
Blöcke kuppelartig übereinander. Wenn das kleine Gebäude dann stand, verfestigten sie
es, indem sie Wasser über die Konstruktion gossen. Das gefror sofort zu Eis und machte
den Iglu stabil. Die Indianer folgten den
Büffelherden. Deshalb konnten sie keine festen Häuser gebrauchen. So stellten sie eine Reihe langer Stangen spitz
zueinander auf, verbanden sie mit Lederstreifen aus Büffelhaut und spannten schließlich
Büffelhäute als Zeltbahnen darüber. Die Zeltspitze blieb offen, damit der Rauch des
offenen Feuers abziehen konnte. Dabei entdeckten sie ganz zufällig, dass man Fleisch, das
in den Rauch gehängt wird, mit Rauch haltbar machen kann. Wenn man durch Deutschland fährt,
begegnet man vielfältigen Bauweisen. Im Norden, wo es kaum Steine gibt, sind die Häuser
vorwiegend aus gebackenen Steinen, aus Backsteinen gebaut. Dazu wird eine Mischung aus
Lehm und Sand in eine Form gepresst und in einer Art Backofen gebrannt. Die fertigen
Steine werden dann für den Hausbau verwendet. Im mittleren Deutschland, dort wo es viel
Wald aber zum Bauen nur ungeeignete Steine gibt, baute man bevorzugt Fachwerkhäuser.
Zunächst einmal errichtete man aus zugehauenen oder zugeschnittenen Holzbalken das
Skelett des Hauses. Die Zwischenräume wurden verschalt und dann mit einem Gemisch aus
Zweigen, Stroh und Lehm ausgefüllt. War die Mischung trocken, entfernte man die Schalung
und füllte das nächste Fachwerkfeld. Weil Lehm aber kein so fester Baustoff ist musste
man die Lehmfassade gegen Feuchtigkeit schützen. Dazu nutzte man große Dachüberstände.
Vielfach verkleidete man die Fachwerkwände auch mit Schieferplatten. Inzwischen hat sich viel geändert.
Dank Eisenbahn und Lastwagen kann man heute an jeder Stelle mit fast jedem Baustoff bauen.
Steine werden heute nicht mehr an Ort und Stelle gebrochen oder hergestellt. Sie werden in
großen Fabriken aus Bims oder Kalk hergestellt. Ja sogar ganze Häuser werden in Fabriken
hergestellt und dann als Fertighäuser auf dem Bauplatz zusammengeschraubt. Das hat seine
Vorteile. In der Fabrik können die Bauarbeiter
unter schützendem Dach die Häuser bauen. Sie müssen ihre Arbeit nicht einstellen, wenn
es einmal regnet, schneit oder friert. Beim Bauen wollten die Menschen schon
immer hoch hinaus. Viele Burgen, Schlösser und Kirchtürme künden davon. Während diese
Gebäude Stein für Stein hochgemauert werden, werden unsere modernen Hochhäuser aus
Stahl und Beton hergestellt. Die Fassaden werden später nur in das Gerippe aus Stahl
eingehängt. Diese Konstruktionen haben aber auch ihre Nachteile. Das Flugzeug-Attentat
vom 11.September 2001 hat gezeigt, wie verwundbar Wolkenkratzer sind. Eine andere Gefahr droht auch von
Erdbeben. Nur Häuser, die speziell konstruiert sind, widerstehen den gewaltigen Erdbeben
ohne einzustürzen. Hochhäuser zählen dabei wegen ihrer Stahlkonstruktion zu den
sicheren Gebäuden. 35. Woche -
Brücken, Dämme und Tunnel Auf ihren Wegen wurden die Menschen
immer wieder von großen Gewässern und Bergen aufgehalten. Doch Menschen sind findig und
fanden Wege, diese natürlichen Hindernisse zu überwinden. Flüsse überquerten sie
zunächst mit Stämmen, Einbäumen und Booten. Dort wo viel Verkehr war, richtete man
Fähren ein. Später verband man Boote, legte Bretter auf und schon war die erste Brücke
konstruiert. Cäsar konnte vor 2000 Jahren die Germanen überraschen und besiegen, weil er
in Windeseile eine Brücke über den Rehein schlug und so seine Gegner vernichtend
schlagen konnte. Weil Holz als Brückenbaustoff sehr
vergänglich ist, experimentierten die Menschen mit Steinen. Sie hatten aber erst Erfolgt,
als ein findiger Mann ein bogenförmiges Holzgerüst erfand, auf das er die flache Steine
hochkant stellte. Er hatte herausgefunden, dass die Steine sich fest ineinander verkeilen,
wenn man die Holzschalung herausschlägt. Die im Bogen gefügten Steine verklemmten sich
umso mehr, je mehr Druck von oben auf die Brücke ausgeübt wurde. Nun hieß es nur noch,
die Zwischenräume zwischen den spitze Steinen mit Mörtel zu verfüllen. Weil steinerne Bogenbrücken aber
nicht beliebig groß konstruiert werden können, baut man seit zweihundert Jahren die
Brücken bevorzugt aus Stahl. Zunächst einmal werden auch hier feste Brückenpfeiler am
Flussufer und auch auf dem Flussgrund errichtet. Dann legt man feste Stahlträger von
Pfeiler zu Pfeiler. Weil sich diese Stahlträger aber unter Belastung nach unten
durchbiegen, musste man Lösungen finden, die Brückenträger gerade halten. Das kann man
auf zweierlei Weise. Entweder stützt man die Träger noch einmal von unten ab oder man errichtet eine Eisenkonstruktion, die den
Trägern von Oben Halt gibt. Die Golden Gate Brücke in San Franzisko ist so ein Beispiel.
Die an den Pfeilern befestigten Zugseile halten die Brückenplatten in der Waage. Will man einen Übergang über einen
See bauen, braucht man keine großen Brücken. Hier reicht meist ein Damm, weil das Wasser
ruhig steht und kaum fließt. Ausgehend vom Ufer schüttet man Steine auf den Seegrund,
bis sie oben über die Wasserfläche herausragen. Befestigt man dann die Dammkrone, hat
man schon einen festen Fahrweg. Sollte ein Fluss durch den See führen, reicht es, im
Strömungsbereich eine Brücke in den Damm einzubauen. Berge waren für die Menschen oft
größere Hindernisse als Flüsse. Denkt an die Geschichte von Hannibal, der mit seinen
Kriegselefanten über die Alpen zog. Natürlich nutzten die Menschen die flachsten
Übergänge über die Berge, die Pässe. Dennoch war der weg über die Berge extrem
schwierig, gefährlich und vor allem im Winter oft unmöglich. Deshalb machten sich die
Menschen bald daran, Tunnel in die Berge zu schlagen. Beim Bergbau hatten sie gelernt wie
Stollen angelegt werden. Mit der Erfindung von Pulver und Dynamit wurde die Sache dann
sehr erleichtert. So sprengten die Mineure vor allem in Österreich und der Schweiz lange
Tunnel durch die hohen Berge und den Weg von Nordeuropa nach Südeuropa schneller und
ungefährlicher zu machen. Aber auch hier in Deutschland gibt es
viele Tunnel. Für die Lahntalbahn wurden vor hundertfünfzig Jahren über 20 Tunnel in
die Felsen des Tales gesprengt, damit die Züge fahren konnten. Dass man nicht einfach
Brücken gebaut hat, hatte einen einfachen Grund. Ein Tunnel ist leichter zu bauen und
preiswerter als eine Brücke. 36. Woche - Energie,
Kohle, Gas, Öl, Atom, Wind, Sonne und Wasser Wer wohnt, will es warm haben, wer
fährt, braucht Kraftstoff. In dem Wort Kraftstoff steckt schon drin, dass in dem Stoff
Energie stecken muss, um mich von einem Ort zu anderen zu bringen. Energie brauche ich auch, um es in meinem Haus
wärmer zu haben als draußen vor der Tür. Die Sache mit der Heizenergie haben die
Menschen schon frühzeitig mit dem Feuer gelöst. Sie lernten schnell, dass Feuer wärmt
und sorgten dafür, dass immer eine Flamme am Brennen war. Weil nicht jederzeit ein Blitz für
Feuer sorgte, kümmerten sich die Menschen
darum, das Feuer am Leben zu erhalten. Damit das auch verlässlich funktionierte,
bestimmten sie einen als Feuermeister. Der musste dafür sorgen, dass die kleine Flamme
immer brannte, auch wenn der Stamm von einem Ort zum anderen zog. In einem hohlen
Baumstamm wanderte das Feuer auf dem Rücken des Feuermeisters mit. Unterwegs sorgte er
immer wieder mit kleinen Holzgaben dafür, dass das Feuer am Leben blieb. Später lernten die Menschen, dass
Reibung Wärme und extreme Reibung sogar Feuer erzeugt. Durch schnelles Drehen eines
Holzes auf einem anderen entsteht soviel Hitze, dass man damit feines trockenes Moos oder
trockenen Zunderschwamm entzünden konnte. Eine andere Variante war der Feuerstein, so wie
ihr ihn noch aus Feuerzeugen kennt. Reibt man Feuersteine aneinander oder schlägt man sie
aneinander, sprühen Funken. Richtet man die Funken auf leicht entzündliches Material,
entzündet sich dies und das Feuer flackert auf. Natürlich hat man beim Abbrennen von
Feuer gemerkt welche Energie im Holz steckt. Man hat auch gemerkt, dass bestimmte
Holzarten mehr Energie enthalten als andere. Vermutlich durch einen Zufall ist man darauf
gestoßen, dass bestimmte Steine der Erde brennen. Das war eine Sensation und schon bald
pilgerten alle an die Stellen, an denen es die brennenden Steine gab. Clevere Steinzeitler
handelten sogar mit den brennenden Steinen. Sie wussten nicht, dass es sich bei den
brennenden Steinen um zu Steingewordenes Holz untergegegangener Wälder handelte. Sie
waren nun froh, wohlige Wärme am Feuer zu erleben. Bekannt war schon immer, dass Pech
brannte. Dass Pech aber nichts anderes war als dickflüssiges Öl, das im Laufe von
Millionen Jahren aus abgestorbenen Tieren entstand, das wusste keiner. Erst vor gut 100
Jahren begannen die Menschen, an vielversprechenden Plätzen nach Öl zu bohren. Einer der
bekanntesten Ölsucher war Rockefeller. Sein Problem damals: Er hatte zwar Öl, aber
niemand brauchte es. es gab noch keine Autos und keine Ölheizungen. Lange überlegte er,
bis er auf eine Idee kam, die ihn zu einem Milliardär,
zu einem der reichsten Männer der Welt machte. Er
kaufte tausende von Petroleumlampen und verschenkte sie an die Menschen seiner Stadt. Das
Geschäft machte er mit dem Petroleum (Steinöl) das er zu den Lampen als Brennstoff
verkaufte. Öl ist heute der Treibstoff, der die
Welt am Laufen hält. Aber Öl wird knapp. Mit jedem Liter, den wir verbrennen, werden die
Vorräte geringer. Fachleute sind sich nicht einig, on die Ölvorräte noch 50, 100 oder
gar 150 Jahre halten. Spätestens in 200 Jahren sind die Ölvorräte aufgebraucht. Dann
hieße es wieder zu Fuß zu gehen wenn nicht, ja wenn nicht bis dahin andere Treibstoffe
gefunden sind. Doch die Menschen sind erfinderisch. Als der deutsche Physiker Hahn
erstmals Atome, also di kleinsten Teilchen eines Stoffe spalten konnte, hat er der
Menschheit damit unendliche Energie erschlossen. Das Problem dabei: Die Stoffe, die bei
der Spaltung und beim Verschmelzen von Atomkernen entstehen sind extrem explosiv und
gefährlich. Atomenergie verlangt deshalb sehr viel Sicherheit im Umgang. Und weil die
Atomstrahlen noch viele tausende Jahre nach der Atomschmelze hochgefährlich sind, stellen
sie eine ewige Gefahr dar. Aus diesem Grund wenden sich
verantwortliche Forscher von der Atomenergie ab und den sogenannten regenerativen Energien
zu. Das sind Energien, die immer wieder genutzt werden können, die Natur fast kostenlos
anbietet. Zum Beispiel die Wasserkraft. Mit Wasserkraft treibt man Turbinen an, die Strom
erzeugen. Mit Strom kann man arbeiten, heizen und fahren. Nur reicht die Wasserkraft nicht
aus. Deshalb erschließt man zusätzlich die Windkraft. Der Wind treibt große Windräder
an, die wie Turbinen Strom erzeugen. Du kannst dir das Prinzip vorstellen wie den Dynamo
an deinem Fahrrad. Aber Wind- und Wasserkraft können
zusammen derzeit nur 10 Prozent / den zehnten teil ) der Energie liefern, die wir
brauchen. Deshalb gewinnen wir auch weiterhin Energie aus der gefährlichen Kernkraft und
verheizen die kostbare Kohle, das kostbare Öl und das kostbare Gas. Aber die Zukunft hält schon einen
Hoffnungsschimmer bereit. Chemiker haben vor herausgefunden, dass wasser eine Verbindung
von Wasserstoff und Sauerstoff ist. Wasserstoff verbrennt, wenn man ihn mit Sauerstoff
zusammentut. Und das schönste an der ganzen Sache. Als Asche oder Abgas
entsteht reines wasser. das man trinken kann. Die ersten Autos fahren schon mit
Wasserstoffgas. Es heißt jetzt nur noch, ausreichend
Gast herzustellen und Gastankstellen einzurichten. Dann werden wir mit Wasserstoff fahren
und heizen und mit dem anfallenden Wasser können wir uns dann auch noch waschen. Kluge
Leute können sich sogar vorstellen, dass das anfallende Wasser schon im Motor wieder in
Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten kann und man so fast ewig mit einer Tankfüllung
fahren kann. Das ist keine Zukunftsmusik. Ihr werdet es wahrscheinlich erleben. 37. Woche - Nachrichten Wenn anlässlich des
New-York-Marathons fünfzigtausend Läufer durch New York hetzen, denkt kaum einer daran,
dass der erste Marathonläufer ein Bote war, der 490 Jahre vor Christi Geburt die
Nachricht vom Sieg der Griechen über die persische Flotte nach Athen trug. Dort
überbrachte der Läufer die Nachricht und brach dann den Erzählungen nach tot zusammen.
Dieses Ereignis gab dem Marathonlauf seinen Namen. Noch lange Zeit setzte man Läufer
zum Überbringen von Nachrichten ein. In Amerika setzte man in den Gründerjahre auf
Botenreiter, die von Poststation zu Poststation ritten und Nachrichten überbrachten. Der
sogenannte Pony-Express ist heute untrennbar verbunden mit der Besiedelung des
nordamerikanischen Kontinents. Damals bildeten Botenläufer und
Botenreiter regelrechte Stafetten, um Nachrichten zu übertragen. Aus dieser Zeit rührt
auch unser Staffellauf. Unser Staffelholz ist eigentlich nichts anderes als
der Botenstab, der von Läufer zu Läufer übergeben wurde, bis die Nachricht das Ziel
erreichte ( Stafette - Staffel ). Wenn ihr heute ein
Staffelholz in der Hand haltet, müsst ihr euch nur ein paar Schriftzeichen darauf denken
und schon ist der Nachrichtenstab fertig. In Deutschland gründete man die Post, um
Nachrichten mit Reitern und Postkutschen von Stadt zu Stadt zu transportieren. Schon früh nutzte man Spiegel
für die Übermittlung von Botschaften. In Afrika trugen Trommeln alle wichtigen
Nachrichten über Land. In Amerika übermittelten die Indianer wichtige Nachrichten mit
Feuer- und Rauchzeichen. Der Amerikaner Samuel Morse erfand in der Mitte des 19.
Jahrhunderts den Morseapparat und das ebenfalls nach ihm benannte
Morsealphabet. Durch einfaches Schließen und Öffnen eines Stromkreises, telegrafierte
Morse Nachrichten quer durch Amerika. Morse läutete mit seinem Telegrafen
die Neuzeit der Nachrichtenübermittlung ein. Der Deutsche Physiker Philipp Reis
entwickelte 1861 Morses Idee weiter und machte aus dem Telegrafen (Fern-Schreiber) ein
Telefon (Fern-Sprecher). Mit Mikrofon und Lautsprecher wandelte er Worte in elektrische
Signale um und zurück. Leider waren die Deutschen schon damals zu sehr mit sich selbst
beschäftigt, als dass sie die Bedeutung der Erfindung von Philipp Reis erkannten. So
vergingen noch Jahrzehnte, bis das Telefon von Amerika aus den Siegszug um die Welt
antrat. Über eine Möglichkeit, die früher
oft genutzt wurde, um Botschaften zu übermitteln, will ich noch berichten. Als Bub besaß
ich einen Schlag mit Brieftauben. Brieftauben sind bekannt für ihre
Orientierungsfähigkeit. An jedem Sommerwochenende brachten wir die besten Flieger zum
Tauben-Express. Der fuhr die Tauben fünfzig, hundert, ja sogar über tausend Kilometer
fort. Am Zielort ließ der Fahrer die Tauben frei. Nach kurzem Kreisen kannten die Tauben
die Richtung, in der ihr Schlag lag. Dort warteten wir schon, um den Tauben den Ring
abzustreifen und abzustempeln. Die schnellsten Tauben gewannen Geldpreise. Zur Information: Brieftauben kann man nicht in
bestimmte Richtungen schicken. Man nutzt nur ihr Bestreben aus, möglichst schnell zurück
zu ihrem Schlag zu fliegen. Wer Nachrichten mit Brieftauben übermitteln will, muss also
die Brieftauben mitnehmen, um sie dann mit der Botschaft am Fuß nach Hause fliegen zu
lassen. |