|
Diktate 4.4
|
38. Woche - Transport
in alter Zeit - von Rad, Achse und den ersten Wagen Ötzi hat all seine Sachen noch bei
sich getragen. In seinen Taschen, auf der Schulter, auf dem Rücken und in der Hand.
Wollte man in der Zeit vor Christi Geburt größere Lasten transportieren, nutzte man den
Karren. Leichte Güter verfrachtete man einfach mit dem Handkarren, für den Transport
schwerer Güter, spannte man den Ochsen ein. Bis dahin war es ein weiter Weg. Über den längsten Zeitraum der
Menschheitsgeschichte trugen die Menschen ihre Sachen. Irgendwann einmal kam ein Vorfahre
von Fred Feuerstein darauf, dass man schwere Sachen transportieren kann, wenn man runde
Hölzer unterlegt. Nach diesem Prinzip wurden später die Steine für die Pyramiden
transportiert und wahrscheinlich sind auch die Steine der riesigen Monumente von
Stonehenge und den Osterinseln auf Stämmen gerollt worden. Der Transport auf rollenden Stämmen
war nur etwas für sehr schwere Gegenstände. Für leichtere eignete er sich nicht. So
schnitt eines Tages ein Mann zwei Scheiben von einem Stamm ab, bohrte je ein Loch mitten
in diese Baumscheiben, steckte einen kräftigen Knüppel als Achse durch diese Löcher und
sicherte diese mit Splinten gegen das Herausfallen. Die erste Achse mit zwei beweglichen
Rädern war erfunden. Einer seiner Nachfahren kam dann auf
die Idee, einen Kasten auf der Achse zu befestigen, in den man Waren aller Art legen
konnte. Der Wagen war erfunden. Am Kasten seitlich befestigte er noch je eine Stange und
schon konnte man den Wagen ziehen oder schieben. In Entwicklungsländern findet man noch
heute überall solche Transportwagen. Auch unsere Schubkarre funktioniert nach diesem
Prinzip. Weil das Ziehen und Schieben eine
beschwerliche Sache ist, dachte sich ein anderer eine Vorrichtung aus, mit der man einen
Ochsen, einen Esel oder auch ein Pferd vor den Wagen spannen konnte. Damit war das erste
Fuhrwerk erfunden. Nun musste der Karrenmann nicht mehr selbst ziehen oder schieben.
Als Fuhrmann konnte er sich darauf beschränken, die Zugtiere anzutreiben, zu
lenken und zu bremsen. Koppelt man zwei einachsige Wagen, so
erhält man einen Zweiachser. Zweiachser boten einen großen Vorteil. Sie konnten beladen
werden, ohne dass sie nach hinten oder nach vorne kippten. Dazu trugen sie mehr Last. So
versuchte man, die Wagen immer größer zu bauen,
um möglichst viele Güter transportieren zu können. Doch hatte das seine Grenzen, weil
die Wege eng und schlecht waren und die Zugkraft der Ochsen und Pferde begrenzt war. 39. Woche - Dampfmaschine,
Eisenbahn, ICE und Transrapid Auf diesem Niveau stand die
Entwicklung der Wagen still, bis mit der Erfindung der Dampfkraft ein neues Kapitel in der
Transportgeschichte aufgeschlagen wurde. Als man erstmals ein Wagengestell mit einer
Dampfmaschine kombinierte, hatte man ein selbst fahrendes Fahrzeug. Die Kunst war dabei,
die Dampfkraft aus dem Dampfkessel auf die Räder zu übertragen Mit dem ausströmenden Dampf ließ
sich eine Stange bewegen. Deren Ende wurde am Außenrand eines Rades beweglich befestigt.
Von alten Lokomotiven kennt ihr sicherlich das Kraftübertragungsprinzip mit den Stangen
an den Rädern. Mit diesen Stangen setzte man die Dampfkraft in eine Drehbewegung um. Der
Dampfantrieb war erfunden, die Lokomotive trat ihren Siegeszug an. Weil Lokomotiven und die zugehörigen
Wagen jedoch sehr schwer waren, musste man ihnen einen eigenen Fahrweg bauen. Man setzte
Lokomotiven und Wagen auf Schienen, die auf festen Schwellen ruhten. Die Schienen
waren aus Eisen, die Bahn ebenfalls. Die Eisenbahn war geboren. Konstruktionsbedingt ist
die Bahn an ihre Gleise gebunden. Will sie einem entgegenkommenden Zug ausweichen, muss
die Bahn über eine Weiche auf ein Nebengleis umgeleitet werden. Mit der Eisenbahn kam Bewegung in die
Welt der Güter. Um Dampfmaschinen zu betreiben, musste ständig Kohle nachgelegt werden.
Nur so stand immer ausreichend Dampf zur Verfügung. So fuhr neben dem
Lokomotivführer stets ein Heizer auf den Lokomotiven mit. An die Lokomotive angehängt
war ein sogenannter Tender. In diesem Anhänger führte man die zum Heizen erforderliche
Kohle mit. Aber auch die Eisenbahn hat sich
weiterentwickelt. Nachdem die ersten Fahrgäste schreckliche Angst vor dem Gefährt
hatten, gewöhnten sich Menschen und Tiere bald an das zischende und fauchende Ungetüm,
das da auf seinen Schienen brav tagaus tagein seine(r) Wege fuhr. Als man die Vorteile der
Bahnen erkannte, baute man das Schienennetz aus. Natürlich wurden die Lokomotiven
leistungsstärker und die Wagen komfortabler. Neben dem Personenwagen entwickelte
man alle möglichen Güterwagen. Sogar Kranwagen. Je
nach Geschwindigkeit unterschied man Personenzüge, Eilzüge und D-Züge. Inzwischen ist
das Angebot noch breiter, noch praktischer und
noch schneller geworden. In der Stadt ( Kopfbahnhof) verkehren neben Zügen noch
Straßenbahnen und S/Stadt)Bahnen. Weil die aber den übrigen Verkehr oft störten,
verlegte man ihre Schienen unterirdisch. Aus Straßenbahnen wurden U-Bahnen. Auf den großen Fernstrecken
verkehren immer mehr und immer schnellere Züge. Die Intercity-Züge wurden entwickelt.
Weil die aber so schnell fuhren, dass die üblichen Schienenstrecken für die hohen
Geschwindigkeiten ungeeignet waren, baute man gesonderte
Strecken für die schnellen ICE. Neben dem ICE
wurde auch eine Magnet-Schwebebahn entwickelt. Der Transrapid fährt gänzlich ohne Räder
auf einem Magnetkissen. Die Nachfolger der Magnetschwebebahn werden noch schneller auf
kleinen Luftpolstern fahren. 40. Woche - Von
der Dampfmaschine zum Benzinmotor Die Idee, Kutschen mit Motor
anzutreiben, ging den Leuten nicht aus dem Kopf. Mit Dampfkraft war das nicht zu machen.
Was man brauchte, waren ein leichter Motor und ein geeigneter Kraftstoff für deren
Betrieb. Unabhängig voneinander experimentierten viele Erfinder in ihren Werkstätten.
Die bekanntesten waren Benz, Daimler und Diesel. Sie
setzten auf leichte Motoren, die mit Benzin angetrieben wurden. Benzin war eine
Flüssigkeit, die aus Erdöl gewonnen wurde. Diesel verwendete das etwas
dickflüssigereDieselöl, das nach ihm benannt wurde. Nachdem sich die Idee der
Motorkutsche durchgesetzt hatte, dauerte es nur noch kurze Zeit, bis Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Omnibusse für den
Transport von Gütern und Wagen eingesetzt wurden. Pferde hatten damit als Zugtiere
ausgedient. Die Erinnerung an sie blieb allerdings in der Maßeinheit 'Pferdestärken - PS
) erhalten, die wir noch gerne als Gradmesser für die Leistung eines Fahrzeugs verwenden,
auch wenn die vereinheitlichte Leistungsangabe heute in Kilowatt ( KW) erfolgt. Mit der Erfindung der Benzin- und
Dieselmotoren konnte auch abseits der Schienen auf Wegen und Straßen gefahren werden.
Natürlich eigneten sich die damaligen schlechten Straßen noch nicht sonderlich gut für
die modernen Autos. Schlaglöcher, Fahrrinnen und die zahllosen Kuhfladen machten das
Fahren beschwerlich. Als Schutz gegen den hochgeschleuderten Dreck und Kot versah man die
Autos mit Kotflügeln. So kamen die Kotflügel zu ihrem Namen. Nach und nach wurden aus
motorgetriebenen Kutschen richtige Autos. Henry Ford war der Erste, der Autos am
Fließband in großer Serie fertigen ließ. Wer heute einen komplett verkleideten
modernen Truck sieht, kann sich kaum vorstellen, dass dessen Vorläufer ein hochrädriger
Motorwagen mit offener Ladefläche war. Um Fahrgäste transportieren zu können, versah
man den LKW mit einer Treppe und setzte ein festes Fach auf. Nun brauchte man nur
noch ein paar Bänke auf der Ladefläche zu befestigen und fertig war der Bus. Dieselöl entspricht in seiner
Qualität unserem Heizöl. Lange Jahre fuhren Dieselfahrer mit dem preiswerteren, geringer
versteuerten Heizöl anstelle des teureren Dieselkraftstoffs. Sie machten sich aber der
Steuerhinterziehung schuldig. Wer erwischt wurde, hatte mit harten Strafe zu
rechnen. Heute ist Heizöl eingefärbt, damit die Kontrolleure sofort erkennen, dass es
sich um Heizöl oder Diesel handelt. 41. Woche - Transport
in der neuen Zeit Mit der Eisenbahn und den neuen
Flugzeugen kam Bewegung in die Welt der Güter. Schon vorher konnte man Schiffe mit
großen Dampfmaschinen bauen, die unabhängig vom Wind Waren und Passagiere über die
Ozeane transportieren konnten. Dampfmaschinen
waren aber sehr schwer und verlangten ständiges Nachlegen von Brennmaterial, damit stets
genügend Dampf zur Verfügung stand. So musste neben dem Lokomotivführer oder dem
Kapitän stets Heizer auf Lokomotiven und Dampfern mitfahren. Mit der Erfindung der Benzin- und
Dieselmotoren konnte auch auf Straßen gefahren
und transportiert werden. Natürlich eigneten sich die damaligen schlechten Straßen nicht
sonderlich gut für die modernen Autos. Weil überall Kuhfladen und Pferdeäpfel auf den
Straßen herumlagen, wurden die Fahrer der Benzinkutschen nicht selten damit
vollgespritzt. Ihr kennt das von euren Mountainbikes, die keine Schutzbleche haben. Zum
Schutz gegen den hochgeschleuderten Dreck baute man Kotflügel an die Kutschen. Sie
hielten den Kot ab. So kamen die Kotflügel zu ihrem Namen. Nach und nach wurden aus
motorgetriebenen Kutschen richtige Autos. Henry Ford war der erste, der Autos am
Fließband in großer Serie fertigen ließ. Neben Personenautos wurden auch Lastwagen
entwickelt. Dazu erfand man den umständlichen Lastkraftwagen, den die Leute schnell auf
LKW abkürzten. Personenkraftwagen waren PKW. Die
ersten LKW hatten eine offene Ladefläche. Schnell erkannten findige
Wagner/Karosseriebauer, dass man diese Ladefläche für viele verschiedene Zwecke nutzen
und umbauen kann. Wer heute einen komplett verkleideten modernen Truck sieht, kann sich
kaum vorstellen, dass dessen Vorfahre ein hochrädriger Motorwagen mit offener
Ladefläche war. Wenn man eine Treppe am LKW befestigte und ein festes Dach
aufsetzte, so brauchte man nur noch ein paar Bänke und fertig war der Bus. Mit einem
aufgesetzten Tank wurde der LKW zum Tankwagen. 42. Woche - Vom
Floß bis zum Ozeanriesen. Wenn ein Fluss Hochwasser führt,
dann reiß er auch gelegentlich Stämme mit. So ein Baum war vielleicht einmal
Lebensretter für einen Menschen. Weil die Menschen damals viel Zeit hatten, hat er
vielleicht seinen lebensrettenden Baum ein wenig zugeschnitten und innen ausgehöhlt, weil
er merkte, wie gut und sicher er mit dem Baum auf dem Wasser fahren konnte. Aus einem Baum
war so ein Einbaum entstanden. Leider war so ein Einbaum etwas
kippelig. Man musste schon sehr gut die Balance halten, um nicht umzukippen. Mit einem
kleinen Trick war die Sache zu lösen Man befestigte zwei Stangen am Einbaum und am
Ende der Stangen einen zweiten aber kleineren Stamm. So hielt der Einbaum seine Balance.
Und noch ein Vorteil stellte sich ein. Belegte man die beiden Auslegerstangen mit Brettern
oder Knüppeln, hatte man ein richtiges Deck, auf dem man sitzen, liegen oder arbeiten
konnte. Mit einer kleinen Hütte wurde das Auslegerboot zum Hausboot. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie
die Entwicklung weiterging. Das Boot brauchte eine bessere Steuerung. Dazu gab es ein
Ruder am hinteren Ende des Bootes. Für den Vortrieb konnte man Ruder einsetzen oder ein
großes Tuch, in dem sich der Wind fing und das Boot in Windrichtung vorantrieb. Nur war das wieder ein Problem. Wenn
man raus aufs Wasser fahren wollte man ja auch wieder heimkommen. Da hieß es mächtig
rudern oder den Verstand einsetzen und schräg zum Wind kreuzend gegen den Wind nach Hause
zu segeln. Wind war eine praktische und
preiswerte Antriebsenergie für Schiffe. Die ganze Welt wurde mit windgetriebenen
Segelschiffen entdeckt und erschlossen. Aber neue Entwicklungen lösen die vorhandene
Technik immer wieder ab. Kaum waren die Dampfmaschinen entwickelt, gab es auch schon das
erste Dampfschiff. Unabhängig vom Wind konnte man jetzt gerade auf sein Ziel losfahren.
Die starken motorgetriebenen Schiffe machten es möglich, Schiffe größer zu bauen und
mehr Passagiere und mehr Lasten zu transportieren. Die große Zeit der Dampfschifffahrt
begann. Bald kreuzten riesige Schiffe auf den Ozeanen. Was auf dem Land die Eisenbahn, war
auf dem Meer das Passagierschiff. Die Schiffer fuhren um die Wette zwischen Amerika und
Europa. Das jeweils schnellste Schiff erhielt das Blaue Band. Das Blaue Band wollte sich
vor 90 Jahren auch die Titanic holen. Durch
eine Unachtsamkeit des Kapitäns stieß sie jedoch mit einem Eisberg zusammen und sank mit
fast 2000 Menschen an Bord. Mit dem Aufkommen der Flugzeuge
verlor die Passagierschifffahrt an Bedeutung. Mit dem Flugzeug gelangten die Menschen
schneller an ihr Ziel. Passagierschiffe werden heute vor allem als Urlaubsschiffe, als
Kreuzfahrtschiffe auf den Ozeanen eingesetzt. Für
Frachten ist das Schiff nach wie vor das preiswerteste und praktische Transportmittel.
Hier muss keine Straße gebaut werden. Die ist schon von der Natur aus gegeben. Frachtschiffe im Überseeverkehr
werden immer größer. Wir unterscheiden Schiffe, die Massengüter transportieren (wie
Erze, Kohle und Öl) und Containerschiffe, die große Seekisten mit allen möglichen
Produkten transportieren. Zukünftig wird es auch Schiffe geben, die Energie in Form von
Gas aus der Wüste in die weite Welt transportieren und die andererseits Wasser aus
gemäßigten Zonen in die Wüstengebiete transportieren. 43. Woche - Vom
Ballon bis zum Düsenjet Sicher kennst du die Geschichte vom
Schneider von Ulm, der sich mit seinem selbst gebauten Fluggerät vom Kirchturm in die
Donau stürzte. Grundsätzlich entsprach die Konstruktion seines Flugdrachens den heutigen
Drachengleitern, doch war die Konstruktion nicht ausreichend stabil. Sie klappte unter der
Belastung zusammen und der Schneider stürzte unter dem Spott der Leute in die Donau. Der Sage nach soll sich der Grieche
Dädalus mit seinem Sohn Ikarus mit Hilfe angehefteter Vogelfedern in die Luft erhoben
haben. Als der König die beiden nicht in ihre Heimat ziehen lassen wollte, sammelte
Dädalos die Federn aus den Schwingen großer Vögel, befestigte sie mit Wachs an seinen
Armen und an denen seines Sohnes. So stiegen sie in den Himmel und flohen aus der
ungeliebten Stadt. Vor lauter Freude am Fliegen stieg Ikarus immer weiter zum Himmel
hinauf. Der Sage nach merkte er nicht, wie das Wachs schmolz und die Federn sich lösten.
Er stürzte aus große Höhe ins Meer. Weitere Flugversuche gab es dann mit
Ballons und dann mit den fliegenden Kisten der Gebrüder Wright in Amerika. Es gab aber
auch eine Reihe von Flugversuchen deutscher Flugpioniere. Einen ersten Höhepunkt erlebte
die Fliegerei mit der Atlantiküberquerung von Charles Lindbergh, der von Amerika kommend mit dem Europa ansteuerte und schließlich
in Paris landete. Graf Zeppelin suchte mit seinen
gasgefüllten Luftschiffen einen anderen Weg. Er richtete einen regelrechten
Zeppelin-Liniendienst zwischen Europa und den Vereinigten Staaten ein. Im Gegensatz zu
Ballons waren Luftschiffe lenkbar und in der Lage, auch größere Gewichte zu
transportieren. Zeppelins Hoffnungen zerbarsten, als sein größtes Luftschiff, die
Hindenburg, im amerikanischen Lakehurst in der Luft explodierte. Als man stärkere Motoren und
dünneres Blech herstellen konnte, baute man Flugzeuge mit einer Außenhaut aus Metall.
Eines der bekanntesten Pionierflugzeuge baute der deutsche Konstruktuer Junkers. Seine
alte "Ju" erkennt man heute noch auf Bildern an ihrem typischen Wellblechlook. 1939 kam der große Krieg über
Europa und Amerika. Alle Kraft wurde darauf verwandt, Kriegsflugzeuge zu bauen. Die
Flugzeuge mussten immer schneller werden. Als dies mit Propellern nicht mehr möglich war,
wurden die ersten Düsenjäger entwickelt. Sie kamen im Krieg aber nur vereinzelt zum
Einsatz. Nachdem Krieg begann die große Ära
der Verkehrsmaschinen mit Düsenantrieb. Die bekanntesten Flugzeuge kamen von der
Firma Boeing. In Europa gab es nur noch kleine Flugzeugfabriken, die vor allem kleine
Privatmaschinen und kleine Verkehrsflugzeuge bauten. Vor 30 Jahren entschlossen sich
mehrere europäische Regierungen, sich zusammenzutun und eine eigene europäische
Flugzeugfabrik aufzubauen. Am Anfang spottete alle Welt über
das europäische Projekt. Inzwischen kommt fast jedes zweite Verkehrsflugzeug, das auf der
Welt seinen Liniendienst aufnimmt, aus den europäischen Flugzeugfabriken. Ihr kennt
sicher alle die Airbusse. Anfangs gab es nur ein Modell. Inzwischen gibt es eine ganze
Palette für alle Zwecke und alle Strecken. Der größte Airbus sieht aus wie ein dicker
Delfin. Er hat ein großes hochklappbares Maul. Er ist speziell dafür gebaut, große
Airbusteile von einer Flugzeugfabrik zur anderen zu fliegen. So schön und schnell die Fliegerei
ist, so hat sie doch auch gewaltige Nachteile. Flugzeuge machen bei Start und Landung viel
Lärm, verbrauchen viel Treibstoff (Kerosin) und verschmutzen die Atmosphäre. Deshalb
richtet sich das Interesse der Konstrukteure vor allem darauf, Flugzeuge
umweltfreundlicher zu konstruieren. Sie bemühen sich, den Lärm zu mindern und den
Treibstoffverbrauch zu senken. Deshalb werden die Flugzeuge langsam ihr Gesicht ändern.
Die Tragflächen und die Kabinen werden größer. So können bei gleichbleibendem
Verbrauch wesentlich mehr Passagiere transportiert werden. 44. Woche - Erde
und Weltraum: Etwa 100 Jahre vor Christi
Geburt lebte der Grieche Ptolemäus in der ägyptischen Stadt Alexandrien. Schon
damals schrieb er eine "Anleitung zur Erdbeschreibung" , in der er die Lage
bekannter Städte und Länder auf der Erdkugel angab. Ja, Ptolemäus war sicher, dass die
Erde eine Kugel war. Er hatte sogar schon damals recht genau den Umfang der Erde
ermittelt. Was er nicht wusste, war, dass sich nicht die Sonne um die Erde, sondern die
Erde um die Sonne bewegte Doch all das frühe Wissen um die
Erde ging verloren oder verschwand tief in den Bibliotheken. Noch vor 500 Jahren war es
bei schwerster Strafe verboten, zu behaupten, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Bis
dahin glaubten die Seefahrer sogar noch an die Tellergestalt der Erde. Um nicht über den
Rand der Erde ins endlose All zu stürzen, hielten sich die Seefahrer auf ihren Fahrten
immer dicht an den Küsten. Mit ihren großen Entdeckungsreisen
bewiesen Kolumbus und Magellan, dass die Erde kein flacher Teller war. Sie stützen sich
bei der Planung ihrer Reisen auf die Berichte der Geografen ihrer Zeit. Eine wichtige
Orientierung gab ihnen seinerzeit der von dem Nürnberger Kartografen
entwickelte erste Globus. Kolumbus entdeckte auf der Suche nach Indien den Kontinent
Amerika, Magellan segelte als erster Seefahrer rund um die Erde. So bewies die Praxis die
Richtigkeit der Theorien 45. Woche - Sonne,
Mond und Sterne Heute wissen wir, dass das die Welt
riesig groß ist. Ob sie unendlich groß ist, kann keiner sagen. Wir wissen auch, dass es
im All viele Sonnensysteme wie unseres gibt, in dem sich Himmelkörper um einen anderen
drehen und dabei von Schwerkräften auf ihrem Kurs gehalten werden. Mit
ihren Raketen gelang es den Menschen vor 40 Jahren erstmals, die Schwerkraft der Erde zu
überwinden und hinaus ins Weltall zu fliegen. Zuerst kreisten russische Kosmonauten um
die Erde, dann landeten amerikanische Astronauten auf dem Mond. Weiter als bis zum Mond
ist jedoch noch kein Mensch gekommen. Erste Raketensonden sind auf dem Mars
gelandet und haben Bilder und Bodenproben zur Erde gefunkt. Andere Sonden sind auf dem Weg
in andere Galaxien. Wegen der großen Entfernungen ist es unmöglich, Menschen ins weite
All hinaus zu schicken. Wir könnten ihnen gar nicht genug zu essen mitgeben. Dazu kommt
noch das Problem der riesigen Entfernungen. Die Menschen würden sterben, bevor sie das
nächste Sonnensystem erreicht hätten. Die Reisegeschwindigkeit unserer
heutigen Raketen ist für solche Expeditionen viel zu niedrig. Während eine Rakete bei einer Geschwindigkeit von
etwa 20.000 Stundenkilometern 20 Stunden braucht, um den Mond zu erreichen, schafft das
Licht diese Strecke in etwas mehr als 1 Sekunde. Die Lichtgeschwindigkeit beträgt
nämlich 300.000 Kilometer pro Stunde. Da kommt so schnell nichts mit. Zum Abschluss möchte ich euch mit
einem kleinen Phänomen nachdenklich machen. Stellt euch einmal die Situation zu Jesu
Geburt vor. Das ist recht genau 2000 Jahre her. Säße ich auf einem 2000 Lichtjahre
entfernten Stern und hätte ein Superteleskop am Auge, könnte ich gerade jetzt
beobachten, was vor 2000 Jahren hier auf der Erde passierte. So lange brauchte nämlich
das Licht und mit ihm das Bild, bis es auf meinem Stern wäre. Hätte ich nun ein Raumfahrzeug, das
sich noch schneller als das Lichtmit dem Bild bewegte, könnte ich das Bild überholen und
rückwärt in die Vergangenheit sehen. Wäre ich nur lange genug unterwegs, könnte
ich sogar die Entstehung der Erde vor 5 Milliarden Jahren filmen. Lasst uns noch ein
Stück weiter denken: Viele Sterne, die oben am Himmel stehen, existieren gar nicht mehr. Was wir sehen, ist nur
noch ihr Bild, das sich im Weltraum verbreitet und das wir gerade einfangen. Es könnte uns also passieren, dass wir uns zu
einem Stern aufmachen, den wir zwar noch sehen, der aber schön längst untergegangen ist. 46. Woche -
Von Briefen und Paketen An früherer Stelle hatte ich schon
von den Staffelhölzern mit ihren eingekerbten Nachrichten berichtet. Das waren die Briefe
vor unserer Zeit. Auch Steintäfelchen, Wachstäfelchen und andere Schreibmaterialien
trugen Nachrichten. Später lernte man Papier herzustellen. Mit Gänsekielfeder und
Tinte schrieb man darauf die Nachrichten, also den den Brief. Früher gab es nur wenige Menschen,
die schreiben konnten . Entsprechend wenige Briefe wurden deshalb auch geschrieben.
Briefe, die an weit entfernt lebende Menschen adressiert waren, wurden der
Postkutsche mitgegeben. Die Fürsten von Thurn und Taxis betrieben einen
Postkutschen-Taxi-Unternehmen. Natürlich waren sie geschäftlich daran interessiert auch
Briefe zu befördern. Als Zeichen, dafür, dass die Transportgebühren ( das Porto)
bezahlt waren, klebten sie Marken auf die Briefe. So sind Briefmarken von Thurn und Taxis
heute begehrte Sammlerobjekte. Inzwischen hat sich einiges
geändert. Wenn du einen Brief schreibst, steckst
du ihn in den Umschlag (ins Kuvert), klebst dieses zu, gehts zur Post oder zum
Briefmarkenautomaten, löst eine Briefmarke,
klebst sie auf den Brief und wirfst dann den Brief in den Kasten. Stunden später
kommt ein Postbote vorbei, leert die Briefe in einen großen Postsack und transportiert
sie zum nächsten Postamt. Hier werden die Briefe gesammelt, ordentlich hintereinander
gestapelt, in Kisten gepackt und dann zum nächsten Sortieramt geschickt. Dort werden die Briefe aus dem Kasten
genommen und auf ein Sortierband gesteckt. Brief für Brief schnappt sich der
Greifer des Sortierbandes und führt ihn vor die Lesekamera. Für einen
Augenblick hält der Brief an. Die Kamera erkennt die Postleitzahl und sortiert den Brief auf das entsprechenden Förderband. So werden die
eingesammelten Briefe sekundenschnell den Postleitzahlgebieten zugeordnet und wandern in
die entsprechenden Transportboxen. Mit dem Lastkraftwagen werden die
Transportboxen ins zugehörige Transportcenter geliefert. Von dort gelangen sie in die
Zustellbezirke. Hier sortierten Postboten die Briefe in Fächer, die sich an den Straßen
und den Hausnummern orientieren. Die Briefträger packen sich dann ihr Briefbündel, laden
es auf den Zustellwagen und machen sich auf den Weg, um die Briefe auszuliefern. Früher haben die Leute oft von der
Schneckenpost geredet. Das stimmt gar nicht. Die Post ist sehr schnell. Die meisten
Briefe, etwa 90 Prozent, gelangen schon am Tag nach dem Einwurf zum Empfänger. Nur ganz
wenige Briefe brauchen einen oder zwei Tage länger. So wie Briefe, werden auch Pakete
verschickt und ausgeliefert. 47. Woche Von Telefax,
Telefon und E-Mail Bei diesem Thema kann ich gerade mal
150 Jahre zurückblicken. Das war die Zeit, in der Morse den Telegrafen und später
Philipp Reis das Telefon entwickelte. Es ist
verständlich, dass die Menschen schnell zu Gunsten ( auch zugunsten) des Telefons auf den
Telegrafen verzichteten. Beim Telefonieren kann man einfach reden. Da merkt keiner,
ob man einen Fehler schreibt oder nicht. Lange Zeit waren die Menschen mit dem
Telefon zufrieden. Der Telgraf wurde als Fernschreiber bei Firmen und bei Behörden
eingesetzt. Ich erinnere mich noch gut, wie die Fahndungsberichte der Polizei auf schmalen
Streifen ausgedruckt aus dem Fernschreiber ratterten. Zusammen mit meinem Vater las ich
damals die Streifen beim Ausdruck. Er klebte sie dann auf ein Blatt Papier und heftete die
Fernschreiben so an die Wand oder in den Ordner. Das ist Vergangenheit. Heute nutzen
wir Telefon und Telefax. Das Telefon funktioniert wie früher. Nur sind die Wahlscheiben
durch Tasten ersetzt und die Übermittlung der Sprache erfolgt nicht mehr nur in
Sinustönen, sondern vor allem als digitale Zeichen. Am Beispiel des Faxes mache ich das
deutlich. Wenn ich ein Blatt mit Text und
Bildern in ein Faxgerät einlege, läuft im Gerät ein komplizierter Prozess ab. Das Fax
teilt sich das Blatt in kleine Felder ein. Nehmen wir eine Auflösung von 100 dpi(Dots per
inch /Punkte pro Zoll) an, dann heißt das: Das Fax löst einen
Zollquadrat in 100 x 100 also in 10.000 kleine Quadrate auf. Dann schaut der Fax-Scanner
nach, welche von den Flächen weiß und welche schwarz bedruckt sind. Es merkt sich die
Position der bedruckten Flächen wie beim Schiffe-Versenken-Spiel und meldet dem Fax am
anderen Ende der Leitung: Achtung Feld xy ist schwarz, Feld yz bleibt weiß. So meldet es Punkt
für Punkt an das verbundene Fax. Dieses färbt die entsprechenden Felder auf seinem
Papier ein und heraus kommt eine ziemliche genau Kopie unserer Schreibens. Faxen ist eine feine Sache. Faxen
verlangt aber ziemlich aufwendige Geräte. Wir brauchen zwei Scanner und zwei
Druckeinrichtungen. Am PC lässt es sich noch leichter faxen. Da nennt man die Sache
E-Mail, Elektronische Mail, elektronische Post. Im Prinzip arbeitet E-Mail so ähnlich wie
ein Fax-Gerät. Nur dass ich hier den Text nicht erst schreibe, ausdrucke und den Ausdruck
ins Faxgerät lege, um ihn dann zu versenden. Bei E-Mail schreibe ich den Text in
eine Computer-Datei. Ich drucke ihn nicht aus.
Habe ich den Text geschrieben, wähle ich mich ins Internet ein und schicke meinen
geschrieben Brief mit einem Mausklick an meinen Briefpartner. Stopp. An meinen
E-Mail-Partner. Sekunden später ist der Brief dort. Mein
Gegenüber kann dann entscheiden, ob er den Brief nur liest oder ihn auch ausdruckt und
abheftet. Ähnlich wie E-Mails funktioniert auch der Versand von SMS
(Short-Message-Service). |