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Klasse 5
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Die bisherigen Diktate für die 4. Klasse waren relativ schwierig und
umfassend.
1. Woche Erde, Meere, Kontinente Vor etwa 5 Milliarden
Jahren entstand die Erde. In der folgenden Zeit kühlte die flüssig heiße
Lava an der Oberfläche ab und bildete eine feste Erdkruste. Die Teile der Erdkruste
schwammen - vergleichbar Eisschollen - auf der Lava im Untergrund. Wasserdampf
kondensierte zu Wasser. Das sammelte sich in großen Becken und bildete Seen und
Ozeane. Vor etwa 500 Millionen
Jahren formte sich unsere Landschaft. Dort, wo heute Gebirge aufragen, erstreckten sich zu
dieser Zeit weite Meere. Flüsse und Bäche füllten sie mit Sand und Ton. Langsam
trockneten die Meere aus. Das Wasser sammelte sich an anderen Stellen. Die auf der heißen
Lava treibenden ( driftenden ) Erdteile ( Kontinente ) stießen zusammen. Sie schoben die flach
liegenden Schichten des Meeres zu Gebirgen auf. So wurden vor etwa 350 Millionen
Jahren die Mittelgebirge gebildet. Vor etwa 150 Millionen Jahren - im Erdmittelalter -
falteten sich die Alpen auf. Die Erdneuzeit begann vor 60 Millionen Jahren mit einem
riesigen Knall. Ein riesiger Meteorit
stürzte damals aus dem Weltall auf die Erde. Innerhalb weniger Tage verdunkelte der
aufgewirbelte Staub die Erdatmosphäre. Das Sonnenlicht schwächte sich ab, es wurde
schlagartig kälter, Pflanzen starben in der Kälte ab und mit ihnen die Dinosaurier, die
sich von den Pflanzen ernährten. Nur die kleineren Saurier, die Krokodile, Echsen und
Vögel überlebten diese Katastrophe. In den kommenden
Jahrmillionen formte sich das heutige Gesicht der Erde. Die große Erdscholle Pangäa
teilte sich in die heutigen Kontinente auf. Du kannst dies einfach erkennen, wenn du dir
alle Kontinente im Atlas abpaust, sie auschneidest und dann wie ein Puzzle zusammen
schiebst. Man kann deutlich sehen, wie gut Afrika und Amerika zusammen passen. Der große Urkontinent
Pangäa hat sich in 6 Kontinente aufgelöst: In Amerika, Afrika, Asien, Europa und
Australien. Unter Schnee und Eis liegt der 6 Kontinent, die Antarktis, verborgen. Zwischen
den Kontinenten dehnen sich die drei großen Ozeane, der Atlantik ( Atlantischer Ozean ),
der Pazifik ( Pazifischer Ozean ) und der Indische Ozean aus. Nordsee, Ostsee und
Mittelmeer zählen zu den kleineren Meeren. Insgesamt sind etwa zwei Drittel der Erde von
Meeren bedeckt. Zwei herausragende
Naturgewalten verändern auch heute noch das Gesicht der Erde an vielen Stellen:
Vulkanismus und Klimaschwankungen. Die im Inneren der Erde brodelnde heiße Lava und
heiße Gase dringen immer wieder an die Oberfläche der Erde. Vulkaneruptionen
verschütten das Land unter Lava und Asche. Überall, wo die Erdkruste dünn und brüchig
ist, entstehen die typischen Vulkankegel. Wissenschaftler unterscheiden zwischen
erloschenen, ruhenden und tätigen Vulkanen. Auch Schnee und Eis
haben in den letzten 2 Millionen Jahren das Gesicht der deutschen Landschaft an vielen
Stellen geprägt. In langen Kälteperioden bildeten sich in Nordeuropa und in den Alpen
riesige Gletschergebiete. Wie Kuchenteig drückten die Eismassen die unteren Schichten
nach außen. So wanderte das Eis über tausende von Kilometern von Skandinavien bis nach
Norddeutschland. Den Beweis für die
großen Gletscherwanderungen lieferten die Findlinge. Lange Zeit wunderten sich die
Menschen über die schweren wohl geformten und glatt geschliffenen Steine. Die Germanen
errichteten mit ihnen ihre heiligen Stätten. Weil es dort, wo die Findlinge gefunden
wurden, keine vergleichbaren Steine gab, forschten die Geologen ( die Wissenschaft von den
Gesteinen heißt Geologie ) nach der Herkunft der riesigen Felsbrocken. In Skandinavien wurden
sie fündig. Hier fanden sie die Granitberge, aus denen das Eis große Felsen
herausgebrochen hatte. Ihren Schliff erhielten die Steine auf dem langen Weg bis zu ihrem
Fundort. Die Gletscher schoben Sie vor sich her und rieben sie glatt. Als sich zum Ende
der Eiszeit das Klima wieder erwärmte, schmolzen die Gletscher ab. Die vor dem Eis
hergeschobenen oder im Eis eingeschlossenen Felsen blieben als Findlinge einfach liegen
und waren den Menschen bis in die Neuzeit hinein ein unlösbares Rätsel. 3. Woche - Der Kreislauf des Wassers - Ein Diktat in 5
Kapiteln Wenn wir vom Regen
überrascht werden, denken wir kaum daran, dass wir uns gerade mitten im Kreislauf des
Wassers befinden. Die Regentropfen haben zu diesem Zeitpunkt schon eine lange Reise hinter
sich. Weit draußen über dem Atlantik haben sich durch Verdunstung große Wolkenmeere
gebildet. Der Westwind treibt sie mit aller Kraft in Richtung des europäischen
Kontinents. Schnell wie der Wind
treiben die Wolkenfelder übers Land. Mitten in Deutschkland stoßen die Wolken auf die
Mittelgebirge. Wie ein großes Hindernis stehen sie den ziehenden Wolken im Weg. Die
heranziehenden Wolken steigen auf, um die Gebirgszüge zu überwinden. Dabei kühlen sie
ab. Die unzähligen Regentröpfchen kondensieren zu großen Regentropfen, die platschend
auf die Erde fallen. Dort setzt sich der
Kreislauf des Wassers fort. Fallen die Regentropfen auf eine Wiese, einen Acker oder in
einen Wald, so versickern sie im Boden. Sie sickern immer tiefer, bis sie auf eine
wasserundurchlässige Bodenschicht stoßen. Hier versammeln sich ungezählte
Wassertröpfchen und bilden einen Grundwassersee. Ist der Grundwassersee
bis zum Rande gefüllt, sickert das überlaufende Wasser durch Gestein und Erdreich, bis
es einen Ausweg gefunden hat. Der Ausweg des Wassers ist die Quelle. Hier plätschern die
Regentröpfchen nach ihrer langen Reise aus der Erde und bilden den Anfang eines kleinen
Baches. Mit jedem Kilometer, den
der Bach durch die Natur verläuft, sammelt er mehr Regenwasser. Von allen Seiten strömen
aus kleinen Nebenbächen zahllose Wassertröpfchen in unseren Bach. Dieser wird immer
größer, wird zu einem Fluss und schließlich zu einem breiten Strom. Im Strom schwimmen
unsere Wassertröpfchen langsam zurück zum Meer. Dort beginnt ihre Reise von
vorne. 4. Woche - Wasser, Schnee und Eis Als ob dieses Thema mit
Petrus abgesprochen wäre, fror und schneite es in dieser Woche kräftig. Damit passt das
derzeitige Wetter optimal zu den Diktaten der Woche. In der letzten Woche haben wir uns
mit dem Kreislauf des Wassers befasst. Dieser Kreislauf wird - wenn es friert - zu einem
Teil unterbrochen. Regen fällt an kalten Tagen als Schnee. Der Schnee bleibt dort liegen,
wo er auf die Erde fällt. Regenwasser, das auf dem
Weg zum nächsten Bach über Land plätschert, verwandelt sich bei Frost in Eis. Es
erstarrt und bleibt einfach dort, wo es gefriert. Nun weißt du auch, warum Bäche und
Flüsse schlagartig weniger Wasser führen, wenn Schnee und Eis das Land beherrschen. Winterzeit ist
Kinderzeit. Schnee und Eis sind im wahrsten Sinne die Grundlage für eine fröhliche Zeit.
Wenn die weichen Schneekristalle eine weiße Decke über Stadt und Land gelegt haben,
ist es Zeit, die Schlitten vom Speicher zu holen, die Kufen zu glätten und die
große steile Wiese für ein paar Tage in eine Rodelbahn zu verwandeln. Seit Tagen hat es
gefroren. Die Quecksilbersäule des Thermometers zeigt auch tagsüber frostiges Wetter an.
Dort, wo das Wasser mit der frostigen Luft in Berührung kommt, gefriert es zu Eis.
Deshalb gefriert das Wasser in Bächen und Seen auch von oben nach unten. Weil die
frostige Luft das tiefere Wasser nicht erreicht, gefriert nur die Oberfläche. Auch das
Grundwasser in der Erde kann weiter fließen, weil es vor Frost geschützt ist. Für Eislauf und
Eishockey reicht uns aber eine feste Eisdecke auf dem Teich. Zur eigenen Sicherheit
betreten wir das Eis aber nur, wenn erfahrene Leute das Eis geprüft haben und der Meinung
sind, dass das Eis auch trägt. Auch wenn eine Eisfläche zum Betreten frei ist, achten
wir stets auf dünnes Eis. Insbesondere hüten wir uns vor dem dünneren Eis in der Mitte
des Teiches und am Ein- und Auslauf des Baches. 5. Woche - Jahr und Kalender In dieser Woche kommt
vieles zusammen. Das alte Jahr verabschiedet sich, das neue Jahr kommt mit Schnee, Eis und
dem Euro. Das wird ein interessanter Jahreswechsel. Am 31. Dezember geht ein altes Jahr zu
Ende. Nach einem Papst namens Silvester nennen wir den 31. Dezember Silvester. Wir
schreiben Silvester mit " i". Ich habe dieses Wort anfangs oft fälschlich
mit " y" geschrieben. Um es zukünftig immer richtig zu schreiben, habe ich mir
eine kleine Brücke für Esel gebaut, eine Eselsbrücke. Ich sage mir immer: Weil an
Silvester die Raketen oder die Sterne wie Silber blitzen, schreibe ich Silvester mit
"i". Das hat geholfen. Seit langer Zeit feiern
wir den Wechsel vom alten Jahr zum neuen Jahr. Um Mitternacht läuten die Kirchenglocken
das neue Jahr ein. Auf der Straße begrüßen Kinder und Erwachsene das neue Jahr mit
Krachern, Böllern, Heulern und Raketen. Wenn der Sternenregen der Raketen am Himmel
leuchtet, denken wir nicht mehr daran, dass unsere Vorfahren mit Lärm und Licht die
bösen Geister vertreiben wollten. Die größte Freude an
Silvester ist für Kinder und Erwachsene das Feuerwerk. Ursprünglich kommt das Feuerwerk
aus China. Die Chinesen konnten schon lange vor uns Pulver herstellen und damit
hantieren. Auch heute noch kommen viele Feuerwerkskörper aus China.
Feuerwerkskörper können sehr gefährlich sein. Viele Menschen müssen zu Silvester mit
Verletzungen und Verbrennungen den Arzt aufsuchen. Deshalb ist es wichtig, auf die
Altersangabe zu achten und die Gebrauchsanweisungen sorgfältig zu lesen. Der Neujahrstag ist der
erste Tag des neuen Jahres. Meine größte Freude am Neujahrstag war es, nicht explodierte
Kracher aufzusammeln, um sie erneut zu zünden. Das ist aber eine recht gefährliche
Angelegenheit, weil von den Zündschnüren meist nur abgebrannte Stummel übrig gebleiben
sind. Zündet man Knallkörper mit zu kurzen Zündschnüren, können sie sofort
explodieren. Das ist bei großen Krachern, Böllern und Raketen sehr gefährlich.
Deshalb heißt es hier: Finger weg von Blindgängern ! Hebt euch lieber ein paar
Kracher für den Neujahrstag auf. Das ist sicherer. 6. Woche - Jahr,
Kalender und Monate Unsere Vorfahren haben
die Zeit noch nach Mondperioden gezählt. Zwischen einem Vollmond und dem nächsten
Vollmond liegen 28 Tage. Natürlich kann man auch sagen: Zwischen Neumond und Neumond
liegen 28 Tage. Diese Zeitspanne nannten unsere Vorfahren einen Mond. Wer schon
einmal einen Indianerfilm gesehen hat, weiß, dass auch die Indianer die Zeit in Monden
berechneten. Von dem Wort Mond ist unser Wort Monat abgeleitet. Obwohl der Mond einen
großen Einfluss auf die Natur und die Menschen auf der Erde hat, richten wir uns heute
mit unserer Zeitrechnung nach der Sonne. Die Sonne und ihr jeweiliger Stand am
Himmel bestimmen unser Leben weit stärker als der Mond. Das haben die alten Ägypter
schon mit Erfolg erforscht. Sie konnten anhand des Sonnenstandes genau voraussagen, wann
der Nil Hochwasser führt und das Land ringsum überschwemmt. Auch die Völker im
Norden legten sich Sonnenkalender an. Einer der berühmtesten Sonnenkalender ist der
Steinkreis von Stonhenge in England. Dieser Steinkalender ist schon zweitausend
Jahre vor Christus errichtet worden. 500 Jahre vor Christi Geburt richteten die Römer
ihren Kalender ein. Weil sie die Zeit noch nicht so genau berechnen konnten, schlichen
sich Rechenfehler ein. Um den Kalender wieder zu korrigieren, mussten die Römer das Jahr
46 vor Christus um ganze 90 Tage auf 455 Tage verlängern. Von den Römern stammen
auch viele unserer Monatsnamen: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August,
September, Oktober, November und Dezember. Der erste römische Kalender hatte nur 10
Monate. Er begann mit dem Monat März ( benannt nach dem Kriegsgott Mars ) und endete mit
dem Dezember, dem zehnten Monat. Später setzte man noch die Monate Januar und Februar vor
den bis dahin ersten Monat März. Weil der römische
Kalender immer wieder ungenau war, wurde der Kalender vor 400 Jahren erneut reformiert.
Nach dem damals herrschenden Papst nennt man diese Kalenderreform auch die
Gregorianische Kalenderreform. Inzwischen hatten die Astronomen (die Sternen- oder
Himmelsforscher ) errechnet, dass die Erde die Sonne in 365 Tagen und 6 Stunden einmal
umkreist. Deshalb hat unser Jahr auch heute 365 Tage. Weil sich die 365 Tage
nicht gleichmäßig auf 12 Monate verteilen lassen, sind unsere Monate
unterschiedlich lang. Ein zusätzliches Problem stellen die 6 übrig bleibenden
Stunden dar. Hier haben sich die Kalendermacher mit einem Trick geholfen. Sie sammeln 4
Jahre lang die 6 Stunden und fügen diese 24 angesammelten Stunden alle vier Jahre als
Schalttag am 29. Februar ein. Das Jahr mit dem Schalttag heißt deshalb Schaltjahr.
Wer am Schalttag geboren wird, kann eigentlich nur alle vier Jahre Geburtstag feiern. 7. Woche - Der Winter - eine kalte Jahreszeit Die vier Jahreszeiten
stimmen nicht genau mit unserem Kalender überein. Der Winter beginnt etwa acht Tage
früher als das neue Jahr. Das spielt für unser Leben aber keine Rolle. Beginn und Ende
der Jahreszeiten hängen von der Umlaufbahn der Erde um die Sonne und vom jeweiligen Stand
der Sonne ab. Wenn bei uns auf der nördlichen Erdhalbkugel der Winter einzieht, beginnt
südlich vom Äquator auf der Südhalbkugel der Sommer. Schauen wir uns die
Sache einmal näher an. Im Augenblick ist die Erde so zur Sonne geneigt, dass die Sonne
den Menschen in Südafrika direkt senkrecht über dem Kopf steht. Hier bei uns in
Deutschland beschreibt sie nur einen kleinen flachen Bogen, geht spät auf und am frühen
Nachmittag schon wieder unter. Während die Menschen in Südafrika im Augenblick kaum
einen Schatten werfen, sind unsere Schatten viele Meter lang. Zur Zeit (abgekürzt :
Z.Z. / z.Z. ) scheint die Sonne bei uns nur kurz, flach und schwach. Wenn diese schwachen
Strahlen dann auch noch auf eine weiße Schneefläche treffen, werden sie von der
Schneedecke nicht aufgenommen sondern reflektiert ( zurück geworfen, umgelenkt,
abgelenkt ). Praktisch heißt das: Die schräg einfallenden Sonnenstrahlen werden von der
Schneefläche in den Weltraum abgelenkt. Sie können die Erde nur an den Südhängen
erwärmen, die die Strahlen der Sonne nicht ablenken sondern regelrecht aufsaugen. Die Winterzeit ist für
die Natur eine harte Zeit. Gräser, Kräuter und Bäume haben sich schon im Herbst auf den
Winter eingestellt. Aber auch die Tiere spüren, dass der Winter bevorsteht. Rehe, Hirsche
und Wildschweine fressen sich deshalb im Herbst ein schützendes Fettpolster an. Igel
überwintern im warmen Laubversteck, Eichhörnchen im Kobel und Dachse im warmen Bau. Der
Fuchs ist ein Jäger. Würde er sich ein dickes Fettpolster anfressen, könnte er keine
Beute mehr fangen. Deshalb ist er Tag und Nacht auf Futtersuche. Auch die Vögel leiden
jetzt Not. Weil sie als Flugtiere kein Fettpolster gebrauchen können, sind sie den ganzen
Tag über auf Futtersuche. Blatt für Blatt drehen die Amseln im Wald und unter Büschen
um, um noch ein Samenkorn, ein Würmchen, eine Spinne oder eine Insektenpuppe zu
finden. Kleiber, Spechte und Baumläufer suchen in der Rinde der Bäume nach Insekten.
Besonders schwer haben es jetzt Mäusebussarde, Eulen und Käuze. Bei Schnee sausen die
Mäuse unerrreichbar unter der schützenden Schneedecke hin und her. 8. Woche - Kalender, Monate, Jahreszeiten, Tag und Nacht Als Susi im Dezember zur
Bank ging, schenkte ihr die Frau am Bankschalter einen Taschenkalender und einen
Wandkalender. Den Wandkalender heftete sie zu Hause an die Wand über ihrem Schreibtisch,
den Taschenkalender steckte sie in ihre Schultasche. Auf der Vorderseite von Susis
Wandkalender stehen die ersten sechs Monate des Jahres, auf der Rückseite die Monate des
zweiten Halbjahres. Sie liest die Monatsnamen der Reihe nach: Januar, Februar, März,
April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. Dann zieht sie einen
Bleistift aus ihrem Mäppchen und trägt die wichtigsten Geburtstage ein. Sie selbst hat
am 21. März Geburtstag. Ihr Geburtstag fällt genau mit dem Frühlingsanfang zusammen.
Neugierig geworden sucht sie auch den Sommeranfang, den Herbstanfang und den Winteranfang.
Sie staunt, wie viele Feiertage im Kalender eingetragen sind: Fastnacht, Valentinstag,
Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Siebenschläfer, Erntedankfest, Tag der deutschen
Einheit, Allerheiligen, Totensonntag und Weihnachten. Tag und Nacht entstehen,
weil sich die Erde einmal täglich um sich selbst dreht. Wir sagen auch: Die Erde dreht
sich um ihre eigene Achse. Weil ja die Sonne ununterbrochen aus dem Weltall leuchtet und
ihre Strahlen auch die Erde treffen, ist die Seite der Erde taghell, die zur Sonne weist.
Weil die Sonnenstrahlen die Rückseite der Erde nicht treffen, herrscht dort Nacht. Dank
der Drehung der Erde um ihre Achse, erhält jeder Teil der Erde täglich für einen halben
Tag das Licht und die Wärme der Sonne. Ohne die Erddrehung/Erdrotation wäre die eine
Seite der Erde hell und heiß, die Rückseite dunkel und eiskalt. Susi möchte gerne
wissen, ob es stimmt, dass ein Jahr 365 Tage hat. Sie nimmt ihren Taschenrechner und
zählt die Tage der einzelnen Monate zusammen. Tatsächlich, das Jahr hat 365 Tage. Das
ist die Zeit, die die Erde benötigt, um auf ihrer Bahn einmal um die Sonne zu kreisen. In
der Schule hat sie auch gelernt, warum der Februar alle vier Jahre um einen Tag auf 29 Tag
verlängert wird. Das liegt daran, dass die Erde für ihre Bahn um die Sonne nicht genau
365 Tage sondern 365 Tage und 6 Stunden benötigt. Diese überzähligen Stunden werden
gesammelt. Wenn 24 Stunden für einen vollständigen Tag zusammen gekommen sind, schaltet
man den 29. Februar als Schalttag ein. Jedes vierte Jahr ist deshalb ein Schaltjahr. Im Lexikon findet sie
eine Zeichnung, die die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zeigt. 365 Tage und 6
Stunden ist die Erde unterwegs, um diese Bahn einmal zu durchlaufen. Vom Globus weiß
Susi, dass die Erde und die Erdachse nicht genau senkrecht sondern ein wenig geneigt
stehen. Das erklärt auch, warum die Jahreszeiten entstehen. Wenn die Erde auf ihrer Bahn
um die Sonne sich mit ihrer oberen Hälfte zur Sonne neigt, herrscht oben auf der
Nordhalbkugel Sommer, unten auf der Südhalbkugel Winter. Auf der gegenüber liegenden
Seite der Umlaufbahn zeigt die untere Hälfte der Erde zur Sonne. Jetzt herrscht auf der
Südhalbkugel Sommer und bei uns oben auf der Nordhalbkugel Winter. 9. Woche - Vulkane und Erdbeben Mitten in Afrika ist vor
zwei Wochen ein großer Vulkan ausgebrochen. Sein Name ist Nyiragonga. Diesen Namen
müssen sich nur die Geologen und die Vulkanologen merken. Für uns reicht es zu wissen,
dass dieser Vulkan etwa 300 Kilometer östlich vom Viktoria-See (Lake Victoria ) in
Ostafrika liegt. Dieser Vulkan ist einer von tausenden Vulkanen im Ostafrikanischen
Graben. An dieser Stelle zerreißt der afrikanische Kontinent in zwei Teile. Um das zu verstehen,
solltest du einmal deinen Atlas aus dem Regal holen und die Afrika-Karte aufschlagen. Vor
langer Zeit hat sich schon Arabien vom afrikanischen Kontinent gelöst. In den tiefen
Graben zwischen Afrika und Arabien strömte Wasser aus dem Indischen Ozean und bildete
dort das Rote Meer. Ähnliches passiert jetzt in Ostafrika. Dort bilden sich mehrere tiefe
Gräben. Der bekannteste Graben ist das Rift Valley. Wo die Erdkruste
brüchig und schwach ist, drängen Gase und Lava aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche.
Entlang des Ostafrikanischen Grabens bildeten sich zahllose Vulkane. Der bekannteste
Vulkan Afrikas ist ist der Kilimanjaro ( sprich Kilimandscharo). Sein schneebedeckter
Gipfel ist fast 6000 Meter hoch. Auch wenn der Kilimanjaro lange Zeit nicht mehr aktiv
war, kann er jederzeit wieder ausbrechen. Vulkane, die ständig
Gase und feurige Lava ausstoßen sind aktive Vulkane. Vulkane, die über einen längeren
Zeitraum nicht aktiv sind nennen wir ruhende Vulkane. Sie können jedoch jederzeit wieder
ausbrechen. Die geringste Gefahr geht von den erloschenen Vulkanen aus. Diese haben sich
selbst ungefährlich gemacht. Mit einer dicken und festen Lavadecke haben sie die Wunde in
der Erdoberfläche so fest geschlossen, dass an dieser Stelle aller Wahrscheinlichkeit
nach kein Vulkan mehr ausbrechen kann. Der Vogelsberg mitten in
Hessen ist so ein erloschener Vulkan. Er gilt als der größte erloschene Einzelvulkan
Europas. Auch Westerwald und Rhön sind erloschene Vulkane. Bei der Eifel sind sich die
Vulkanologen nicht sicher, ob dort nicht noch einmal ein Vulkan ausbrechen könnte.
Letztmals brachen vor gut 10.000 Jahren in der Eifel Vulkane aus. Auch das obere Rheintal
ist eine Bruchspalte in der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, wenn sich die
auseinander gerissenen Erdschollen verschieben. Der bekannteste
Vulkankegel in der Oberrhein-Ebene ist der Kaiserstuhl. Er ist bekannt für die
vorzüglichen Weintrauben, die an seinen Hängen gedeihen. Vulkanhänge sind meistens warm
und fruchtbar. Das ist der Grund dafür, dass die Menschen trotz aller Gefahren immer
wieder an den Hängen der Vulkane siedeln und Ackerbau betreiben. Wenn dann einmal ein
Vulkan ausbricht, ist die Not groß. Häuse versinken unter Lava und Asche. Menschen
ersticken in giftigen Gaswolken. Besonders dramatisch war
vor 2000 Jahren der Ausbruch des Vesuvs bei Neapel in Italien. Innerhalb weniger Stunden
verschüttete er die Stadt Pompeji unter Lavabomben und Asche. Nur wenige Einwohner
entkamen dem Inferno. Mehr Glück hatten die Bewohner Siziliens, als vor einigen Jahren
der Ätna ausbrach. Er verschüttete Häuser und Felder, forderte aber keine
Menschenleben. Eine der größten Vulkaneruptionen liegt schon mehr als 100 Jahre
zurück. Als der Krakatau in Indonesien ausbrach, schleuderte er Lavagestein
58 Kilometer weit. Gleichzeitig löste die Explosion eine 40 Meter hohe Flutwelle*
aus. Mehr als 30.000 Menschen sind damals ums Leben gekommen. ·
Die großen Flutwellen, die durch
Vulkaneruptionen oder Erdbeben ausgelöst werden, bezeichnet man als Tsunami ! ·
Wenn ein Vulkan ausbricht und der
Vulkankegel mit seinem Krater erhalten bleibt sprechen wir von einer Eruption. ·
Wenn der Vulkan während des
Ausbruchs explodiert, sprechen wir von einer Explosion. 10. Woche - Schätze aus den Tiefen der Erde Vor mehreren Milliarden Jahren wurde während einer großen Explosion auf der Sonne ein Stück ihrer Materie in das Weltall geschleudert. Die Anziehungskraft der Sonne ließ es nicht zu, dass
dieses glutflüssige Stück Sonnenmaterie einfach so ins Weltall hinaus flog.
Sie hielt es zurück und zwang es auf eine Umlaufbahn um die Sonne. Langsam kühlte der Himmelskörper ab. Damals begannen sich Kontinente und Meere zu bilden. Heute kreist
dieser Himmelkörper als Erde um die Sonne. Wenn wir heute Messer
und Gabel in die Hand nehmen, denkt niemand daran, dass die Sonne der Erde diese wertvollen Gaben mit auf den Weg gegeben hat. Forscher haben anhand von Bodenproben schon errechnet, wie viel Eisen, wie viel Silber und
Gold in den Tiefen der Erde verborgen ist. Es gibt aber auch ein Reihe von Schätzen, die erst später auf der Erde
selbst entstanden sind. Kohle ist ein solcher Bodenschatz. Zwar hatte die Erde damals auch das
Element Kohlenstoff in ihrem Fluggepäck, doch Kohle selbst ist erst hier auf
der Erde entstanden. In der Karbonzeit versanken endlose Wälder in riesigen Mooren und Sümpfen. Schutt, Geröll und Erde verschütteten diese Moore und Sümpfe. Weil keine Außenluft an die versunkenen Bäume heran kam, konnte das Holz
der Bäume nicht vermodern und wieder zu Erde werden. Unter dem Druck der aufliegenden Gesteinsmassen versteinerten die Bäume zu Steinkohle. Hie und da ragte ein Stück dieser Kohlenlager bis an die Erdoberfläche. Wahrscheinlich haben sich die frühen Menschen
über diese brennbaren Steine gewundert. Sie sammelten sie und nahmen sie
mit in ihr Lager oder in ihre Höhle. Dort spendeten die Kohlensteine wohlige Wärme. Als die Menschen nach einiger Zeit
alle an der Oberfläche
erreichbaren Steine verfeuert hatten, gruben sie in der Erde nach
der begehrten Kohle. Sie folgten den Kohlelagern (Flöz-Flöze) tief in die Erde. Dazu gruben sie waagrechte Stollen und senkrechte Schächte. So entstanden die ersten Bergwerke. An manchen Stellen war
die Steinkohle einem besonders hohen Druck ausgesetzt. Hoher Druck erzeugt Hitze. In
dieser Hitze verwandelte sich der schwarze Kohlenstoff in glasklare Diamanten. Wer ein Stück Kohle in die Hand
nimmt, kann sich kaum vorstellen, dass sich dieses unter Druck in einen wertvollen Diamanten verwandelt. Forscher und Ingenieure haben sich inzwischen die Natur zum Vorbild genommen und stellen in großen Pressen unter hohem Druck künstliche Diamanten her. Neben Kohle und
Diamanten gibt es noch viele andere Schätze in den Tiefen der Erde. Um an diese Schätze
zu gelangen, graben Menschen riesige Löcher in die Erde. An anderer Stelle treiben sie
enge Stollen und Schächte in den Boden, bis sie zur Lagerstätte der gesuchten
Bodenschätze gelangen. In den Tiefen der Erde finden sie Metalle, Mineralien, Gas und Öl. Bevor die Bergleute mit dem Abbau der Bodenschätze beginnen können, erforschen und vermessen Geologen (Gesteinsforscher) und Geodäten (Erdvermesser) die Lagerstätten. 11. Woche - Länder,
Völker, Menschen Im Paradies war es
sicherlich sehr einsam. Adam war deswegen wahrscheinlich nicht traurig, als Gott ihm eine
Rippe nahm und daraus Eva schuf. Weil die Herkunft der Menschen für die Menschen so
rätselhaft war, haben die Verfasser der Schriften des Alten Testamentes diese
anschauliche Vorstellung von der Erschaffung der Menschen auf Tontäfelchen,
Pergamentrollen und Papyrusblättern niedergeschrieben. (Aus dem Wort
Papyrus ist auch unser Wort Papier entstanden. Das Paradies lag in
Ostafrika. Von dort stammen die ältesten Funde menschlicher Fossilien. Auf der Suche nach
Spuren frühzeitlicher Menschen , stieß ein britischer Forscher in Tanzania - dem
früheren Deutsch-Ostafrika - in erkalteter Lava auf die Spuren eines aufrecht gehenden
Wesens. Dieses Wesen hat ein Lavafeld überquert, dessen Lava noch weich war. Als die Lava
später erkaltete, versteinerten die Fußabdrücke und blieben uns so erhalten. Die Forscher legten die
Fußspuren frei, fertigten davon Gipsabdrücke für die Wissenschaft und deckten die
Fußspuren dann wieder mit Sand und Staub zu, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Die
Abdrücke der Fußspuren sind heute im kenianischen National-Museum in Nairobi
ausgestellt. Ebenfalls in Tanzania fand man das Skelett eines aufrecht gehenden Wesens.
Forschungen ergaben, dass dieses Skelett etwa 3 Millionen Jahre alt ist. Es stammt von
einer noch sehr kleinwüchsigen Frau. Weil es eines Tages vielleicht nocht ältere
Skelettfunde geben wird, nannten die Forscher das Skelett nicht Eva sondern Lucy. Diese Funde weisen
darauf hin, dass die Wiege der Menschheit in Ostafrika liegt. Von hier aus sind die ersten
Menschenhorden nach Süden und nach Norden aufgebrochen, um neue Lebensräume
zu erschließen. Tag für Tag finden die Archäologen* neue Hinweise auf die Ausbreitung
der Menschheit. Ein Zweig der Urmenschen wanderte bis Südafrika. Ein anderer Zweig folgte
dem Nil nach Nordafrika und von dort nach Vorderasien. Dort wo heute Syrien und
der Irak liegen, trennten sich die Wege der Frühmenschen. Ein Teil von ihnen wanderte
nach Westen und besiedelte das heutige Europa, ein anderer Teil besiedelte Asien. Über
Südostasien gelangten die Menschen auf die Südseeinseln und selbst nach Australien. Als
entferntester Kontinent wurde Amerika besiedelt. Der Weg nach Amerika führte über die
nordöstlichste Spitze Asiens. Im Winter, als das Polarmeer zugefroren war,
gelangten die Menschen zu Fuß von Asien nach Alaska. Von dort breiteten sie sich bis nach
Feuerland an der Südspitze des amerikanischen Kontinents aus. Abgesehen von der
Antarktis unterscheiden wir 5 Kontinente: Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien.
Nach den Kontinenten sind auch ihre Bewohner und Bewohnerinnen benannt: Europäer,
Europäerinnen, Asiaten, Asiatinnen, Afrikaner, Afrikanerinnen, Amerikaner, Amerikaninnen,
Australier und Australierinnen. Vielleicht nehmt ihr euch ja jetzt einmal euren Atlas vor
und werft mal einen Blick auf die Wege der Menschheit. Es ist auch ein schönes Spiel, ein
Land zu nennen und dazu die Namen der Einwohner zu finden. * Archäologen sind Wissenschaftler, die Geschichte
anhand von Ausgrabungen und Funden erforschen und belegen (beweisen). * Anthropologen sind Wissenschaftler, die sich mit
den Menschen und ihrer Entwicklung befassen. * Erweitere dein Wissen: Wie heißt die Wissenschaft der
Archäologen, wie heißt die Wissenschaft der Anthropologen ? Wie nennt man Frauen, die
diese Fachgebiete studiert haben ? 12. Woche - Gesundheit
und Krankheit Als Ute mittags aus der
Schule kommt, hat sie einen heißen Kopf. Sie niest und hustet. Sie hat sich erkältet.
Oder ist es vielleicht eine Grippe? Mutter holt das neue Fieberthermometer und steckt es
Ute ins Ohr. Im Handumdrehen zeigt das Thermometer Utes Körpertemperatur an: 39 Grad. Sie
hat Fieber. Mutter ruft den Hausarzt an und bittet ihn, nach Ute zu schauen. Gegen Abend klingelt der
Arzt an der Haustür. Mutter öffnet die Tür und führt ihn in Utes Zimmer. Doktor
Petermann stellt seine Tasche ab, desinfiziert seine Hände und beginnt, Ute zu
untersuchen. Er schaut ihr in die Augen, in die Nase und in den Hals. Mit dem Stethoskop
hört er Utes Herztöne und die Atemgeräusche ab. Dabei misst er auch ihren Puls. Ute hat die Grippe.
Doktor Petermann verordnet ihr Bettruhe. Er verschreibt ihr auch Hustensaft,
Lutschtabletten gegen Halsschmerzen und Zäpfchen gegen das Fieber. Utes Mutter geht mit
dem Rezept in die Apotheke. Die Apothekerin schaut auf das Rezept und holt die
verschriebenen Arzneien aus den Schubladen. Sie packt sie in eine kleine Tüte, steckt
noch ein paar Gratispäckchen mit Halsbonbons dazu und lässt Ute eine gute Besserung
ausrichten. Als erstes nimmt Ute
einen Löffel Hustensaft. Der schmeckt richtig gut. Mutter erzählt ihr dabei von den
Arzneien, die sie als Kind einnehmen musste. Die waren nicht so schmackhaft wie die
heutigen Arzneien. Die waren meist sehr bitter und waren auch nicht so wirksam wie
die modernen Medikamente. Schon eine Stunde, nachdem Ute das erste Fieberzäpfchen
erhielt, ging das Fieber schon zurück. Dank der modernen
Medizin und dank der wirksamen Medikamente, sind viele Krankheiten nicht mehr so
gefährlich wie früher. Zum Schutz gegen Infektionen werden Kinder und Erwachsene heute
gegen viele gefährliche Krankheiten geimpft. Dank der Impfstoffe haben viele Krankheiten
ihren Schrecken verloren. Einer der bekanntesten Ärzte und Forscher war Emil von Behring.
Er entwickelte die Impfstoffe gegen Diphtherie und Tetanus. Seine Seren retteten Millionen
Kindern das Leben. Das Leid, die Schmerzen
und der Tod vieler Kinder hat Ärzte und Forscher veranlasst, wirksame Medikamente und
Impfstoffe gegen die heimtückischen Krankheiten zu entwickeln. Der amerikanische
Wissenschaftler Salk entwickelte einen Impfstoff gegen die heimtückische Kinderlähmung.
Alexander Flemings Penizillin, das er aus dem grünen Schimmelpilz gewann, rettete
inzwischen wahrscheinlich schon Milliarden Menschen das Leben. Zu deiner Information: ·
Wenn man vom Arzt spricht,
verwendet man häufig das Wort Doktor. Das ist aber nicht immer korrekt. Der Beruf heißt
Arzt. Nur wenn der Arzt eine zusätzliche Prüfung abgelegt hat, darf er den Doktor-Titel
führen. Z.B. Dr. Petermann ! ·
Den Titel Doktor können auch
Physiker, Chemiker, Juristen, Ingenieure und andere Berufe mit abgeschlossenem Studium
führen. Den Doktor-Titel erhält man nur, wenn man eine zusätzliche wissenschaftliche
Arbeit geschrieben hat und eine zusätzliche Prüfung abgelegt hat. Ein Wissenschaftler
mit Doktor-Titel hat promoviert (Promotion) . Es gibt aber auch
"Ehren-Doktoren". Diesen Titel erhalten Menschen, die besondere Verdienste
erworben haben. ·
Es gibt auf der Erde unzählige
Infektions-Krankheiten. Krankheiten, die vor allem Kinder befallen, nennt man
Kinderkrankheiten. Die bekanntesten Kinderkrankheiten in Europa sind Masern, Röteln,
Windpocken und Scharlach. Die gefährlichen Krankheiten wie Kinderlähmung, Pocken, Typhus
und Diphtherie sind zumindest in Europa besiegt. 13. Woche - Familie,
Verwandte, Freunde, Bekannte Das Wort Familie kommt
aus der lateinischen Sprache. Das war die Sprache, die einst die Römer sprachen und
schrieben. Weil die Römer über viele Jahrhunderte die Länder rund um das Mittelmeer
beherrschten, hat man in den beherrschten Gebieten viele lateinische Wörter in die
Sprache aufgenommen. So auch das Wort Familie. Ihr kennt es sicher auch aus der englischen
Sprache. Da sagt man "family". Denkt nur einmal an die"Kelly Family".
Bei den Franzosen klingt es weicher. Die sprechen "Famille" wie wir das Wort
Vanille. Familia hat in der
lateinischen Sprache viele Bedeutungen: An erster Stelle Familie, aber auch
Hausgenossenschaft, Vermögen, Gesinde, Bande oder Sekte. Ganz streng genommen zählen die
Juristen nur Verwandte zur Familie. Das sind Menschen, die voneinander abstammen oder
angeheiratet sind. Dabei unterscheiden sie enge Verwandte und weitere oder weitläufig
Verwandte. Zur engen Verwandschaft
zählen Großelteren, Eltrn und Kinder. Natürlich auch Brüder und Schwestern, also
Geschwister. Damit ist schon Schluss mit der engen Verwandtschaft. In einem weiteren
Umkreis der Verwandtschaft kennen wir Onkel und Tante und deren Kinder. Die Kinder von
Onkel und Tante sind unsere Cousins und Cousinen. Früher waren Cousins Vettern und
Cousinen Basen. Aus der Sicht von Onkel und Tante heißen die Kinder der Geschwister
Nichten und Neffen. Nichten sind die Mädchen, Neffen die Buben. Zur weiteren
Verwandschaft zählen wir die Geschwister unserer Großeltern und deren Kinder und
Kindeskinder. In dieser Verwandtschaftsbeziehung gebrauchen wir gerne den Zusatz
"Groß-". Die Geschwister der Großeltern nennt man oft Großtante und
Großonkel, deren Kinder und Enkel Großcousin und Großcousine. Für weitere
Verwandschaften fehlen uns die Wörter. Man kann aber auch
miteinander verwandt sein, obwohl keine leibliche, also keine genetische Verwandtschaft
besteht. So wird die Mutter der Braut bei der Hochzeit automatisch zur Schwiegermutter des
Bräutigams. Der Vater der Braut wird zum Schwiegervater. Der Bruder der Braut
wird für den Bräutigam zum Schwager. Die Schwester der Braut wird für den Bräutigam
zur Schwägerin. Es kann aber auch einmal
der Fall eintreten, dass sich Eltern trennen oder ein Elternteil stirbt. Heiratet die
Mutter dann erneut, wird der neue Mann zum Stiefvater. Wenn er das Kind jedoch adoptiert,
wird er rechtlich gesehen zum Vater. Im umgekehrten Fall wird eine neue Mutter zur
Stiefmutter. Wenn sie das Kind adoptiert, wird sie rechtlich gesehen zur Mutter. In
Märchen ist immer wieder von bösen Stiefmüttern und Stiefvätern die Rede. Weil das in
der Wirklichkeit heute nicht mehr so ist, sind es eben Märchen. Interessant zu
wissen: Auch die Wörter
Adoption und adoptieren kommen aus der lateinischen Sprache. Adoption hieß auch damals
schon Adoption, adopto hieß "auswählen". 14. Woche - Sonnenschein und Regenwetter Ein bekanntes Sprichwort
lautet: ,,Gegensätze ziehen sich an". Das Sprichwort ist zwar auf
zwischenmenschliche Beziehungen gemünzt, passt aber auch sehr gut auf das Wetter und
seine Erscheinungen. Regen und Sonne gehören nämlich wirklich eng zusammen. Die Sonne
erwärmt die Luft. Erwärmte Luft dehnt sich aus. Sie kann jetzt zusätzlich viel mehr
Feuchtigkeit aufnehmen, die durch die Sonnenwärme verdunstet wird. In der Wüste gilt diese
Regel nur bedingt. Auch dort würde die warme Luft sehr gerne zusätzliche Feuchtigkeit
aufnehmen, wenn sie nur da wäre. Dass es auch in der heißen Wüstenluft eine Menge
Feuchtigkeit gibt, beweist uns der Tau, der frühmorgens auf den wenigen Pflanzen liegt.
Wenn die Sonne steigt und die Wüste erwärmt, verflüchtigt sich der Tau in der heißen
Luft, um sich in der nächsten kühlen Wüstennacht erneut auf den Pflanzen
niederzuschlagen. Bei uns werden die
Beziehungen zwischen Sonnenschein und Regenwetter deutlicher. Ihr konntet bestimmt schon
einmal beobachten, wie die Sonne nach einem starken Regen das Wasser auf den Straßen, auf
den Feldern, den Wiesen und über den Wasserflächen zum Verdunsten bringt. Man kann dann
richtig sehen, wie die Nebelwolken vom Boden aufsteigen und in der Luft verschwinden. Hoch
oben über der Erde werden die feinen Verdunstungströpfchen wieder als Wolken sichtbar. Das hat seinen Grund.
Hoch oben über der Erde ist es wesentlich kälter als auf der Erdoberfläche. Dies gilt
auch für die feinen Staubpartikelchen, die in der Atmosphäre enthalten sind. Treffen die
feinen verdunsteten Wassertröpfchen nun auf eines dieser kleinen kalten Staubteilchen, so
schlagen sie sich dort nieder. Die Wissenschaftler sagen: Sie kondensieren. So bilden sich
die Wolken. Wenn die Wolken weiter abkühlen, setzt Regen ein. Es regnet dann so lange,
bis die Wolken aufgelöst sind. Nun kann die Sonne wieder scheinen. Nun können wir uns auch erklären, warum es über den deutschen Mittelgebirgen und über den Alpen besonders viel regnet oder auch schneit. Die meisten Wolken, die über Deutschland ziehen, kommen vom nördlichen Atlantischen Ozean. Dazu gehört auch die Nordsee. Aus diesem Grund ziehen bei uns die Wolken meist von Südwesten, Westen oder Nordwesten heran. Weil ihnen die Mittelgebirge im Weg stehen, müssen sie aufsteigen. Dabei kühlen sie ab. Die Wassertröpfchen kondensieren zu Regentropfen und regnen zu Boden.
15. Woche - Von
der Landwirtschaft Adam und Eva hatten es
einfach. Sie lebten im Paradies. Hatten Sie Hunger, mussten sie nur an die nächsten
Früchte tragenden Bäume gehen, sich eine Banane, eine Nuss oder gar einen Apfel
pflücken und schon hatten sie zu essen. Der Wunsch, einfach von der Natur ernährt zu
werden, war auch die Grundlage für das Märchen vom Leben wie im Schlaraffenland. Noch
heute streifen in den Urwäldern Afrikas, Südamerikas und Ostasiens einzelne Stämme als
Jäger und Sammler durch den Dschungel. Die Sammler und Jäger
ernährten sich von dem was sie fanden und jagten. Den weitaus größten Teil der
Menschheitsgeschichte ernährten sich die Menschen auf diese Weise. Irgendwann
einmal fielen den Jägern auch junge Kälber von Wildrindern, Zicklein von wilden Ziegen
oder Lämmer von Wildschafen in die Hände. Sie nahmen die Tiere als lebende Speisekammer
mit in ihr Dorf. Dort wurde diese an Stämme gebunden. Wurde das Futter rund um die
Stämme knapp, band man die Tiere einige Meter weiter an die nächsten Bäume.. Diese Aufgabe
übernahmen die Kinder. Die jungen Tiere akzeptierten die Kinder als ihre Eltern. Sie
wurden zahm. Als dann die Jäger eines der Tiere schlachten wollten, protestierten die
Kinder und die Frauen. So mussten sich die Jäger auf die Jagd begeben, um frisches
Fleisch herbeizuschaffen. Inzwischen waren die zahmen Tiere erwachsen geworden. Sie
paarten sich und setzten eigene Junge. Aus wenigen Tieren wurde eine kleine Herde. Frauen
und Kinder hüteten die Herde. Sie waren die ersten Hirten. Wenn ein Rind sein
erstes Kalb setzt, beginnt es, in seinem Euter Milch zu produzieren. Auch hier waren
es sicherlich die Kinder, die einmal von der Milch der Kuh probieren wollten. So
entdeckten die Menschen ganz zufällig, dass die Milch von Kühen, Ziegen und Lämmern
ganz hervorragend als Nahrung für Menschen geeignet ist. Aus Jägern und Sammlern
wurden Hirten. Noch heute gibt es in Asien und Afrika Hirtenvölker, die fast
ausschließlich von der Milch und dem Fleisch ihrer Tiere leben. Hirtenvölker sind nicht
sesshaft. Sie folgen mit ihren Herden der Nahrung. Sie schlagen ihre Zelte immer dort auf,
wo das beste Gras sprießt. Fand ein Stamm einmal besonders gute Weidegründe,
entschlossen sich die Stammesältesten, hier so lange wie möglich zu bleiben. Sie
errichteten eine festere Siedlung. Ihre Herden weideten unter der Aufsicht der Hirten rund
um die Siedlung. Nebenbei sammelten die
Menschen für ihre Ernährung auch noch Früchte und Samen. Natürlich sammelten sie
bevorzugt die besten Früchte. Sie bewahrten sie in Körben, Säckchen und Tongefäßen
auf. Dabei kann folgende Geschichte passiert sein: Eines der Kinder verschüttete
einmal ein Säckchen mit ausgewählt großen Grassamen. Während es die Samen auflas, kam
die Mutter aus der Hütte. Schnell packte das Kind das Säckchen in sein Gewand und deckte
Erde über die verschütteten Samenkörner. 16. Woche - Getreide Der kleine Vorfall
geriet in Vergessenheit. Als die kleinen Samenkörner wenige Wochen später keimten und
kräftige Halme aus der Erde wuchsen, beichtete das Kind seiner Mutter den Vorfall von
damals. Nachdenklich schaute sich die Mutter die prächtigen Halme an, die ihrerseits
wieder besonders große Samen trugen. Sie wartete bis die Samen reif waren, streifte sie
von den Halmen und säte sie auf ein kleines Stück Land, das sie besonders sorgfältig
für die Saat vorbereitete. Schon im Herbst sprossen
zahlreiche grüne Spitzen aus dem Boden. Zum Schutz gegen die hungrigen Ziegen und Kühe
musste das kleine Feld eingezäunt werden. Im Frühjahr staunten die Dorfbewohner nicht
schlecht. Noch nie hatten sie so viele kräftige Samen tragende Halme auf einem Platz
gesehen. Neugierig befragten sie die Besitzerin des kleinen Feldes nach den
Hintergründen. Als dann im Sommer die Gräser wieder Samen trugen, machten sich alle
Dorfbewohner auf den Weg, um Samen für die Saat rund um ihre Hütten zu suchen. Die kleinen Äcker rund
um die Hütten machten die Menschen sesshaft. Aus umherziehenden Hirten wurden Bauern. Sie
lernten, das Land für die Saat vorzubereiten, das Land zu düngen, die Früchte zu
schützen, zu ernten und aufzubewahren. Erfunden wurde der Ackerbau entlang der drei
großen Flüsse, die wir aus der Bibel kennen: Am Nil im heutigen Ägypten, an Euphrat und
Tigris im heutigen Syrien und Irak. Von dort verbreitete
sich die Kunst des Ackerbaus nach Westen. So lernten auch die Menschen in Mitteleuropa die
Vorteile des Ackerbaus schätzen. Wer Ackerbau betreibt, muss nicht mehr ständig auf der
Suche nach Nahrung hin- und herziehen. Wer Ackerbau betreibt, kann sich schöne und
sichere Hütten und Häuser bauen. Wer Ackerbau betreibt und die Erntefrüchte als
Vorräte verwahrt, schützt sich vor Hungersnot. Denkt nur an die biblische Geschichte, an
die Träume des Pharao und an Josef, der die Träume richtig deutete und in den sieben
fetten Jahren die Vorräte für die sieben mageren Jahre anlegen ließ. Ein großer Fortschritt
im Ackerbau war es, als die hölzernen Pflüge durch eiserne Pflüge ersetzt wurden. In
Mitteleuropa gab es besonders viel Eisen und Wald. Hier gruben die Kelten nach Eisen,
schmolzen es und schmiedeten daraus Pflüge. Mit keltischen Pflügen wurden riesige
Flächen für den Ackerbau erschlossen. Der Ackerbau machte es möglich, dass die Menschen
verschiedenen Arbeiten nachgehen konnten. Während die einen das Land bebauten, gruben
andere das Eisenerz aus der Erde aus dem wiederum andere Schaufeln, Hacken, Äxte und
Pflüge schmiedeten. So entwickelte sich ein
reger Tauschhandel: Nahrungsmittel gegen Eisenerz, Eisenerz gegen Eisenwaren. Weil aber
Bauern, Bergleute und Schmiede bei ihrer Arbeit bleiben wollten, übernahmen andere die
Abwicklung des Tauschhandels. Der Beruf des Händlers entstand. Seit die Menschen ihre
Äcker mit leistungsfähigen Pflügen bearbeiteten, wuchsen die Erträge. Es gab mehr
Nahrung als je zuvor. Deshalb gab es auch mehr Menschen als je zuvor. Sie rodeten die
Wälder und legten dort Felder an. Heute wird in Deutschland etwa die Hälfte der
Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. 17. Woche - Getreide Der Titel des alten
Liedes ist auch heute noch aktuell. Im Märzen, heute sagen wir März, spannt der Bauer
seine Rösslein ein. Eine Änderung hat sich jedoch ergeben. An Stelle ( man darf
auch anstelle schreiben ) seiner Rösser spannt er einen Traktor mit vielen Pferdestärken
(PS) vor seinen Pflug. Früher nannte man den Traktor hie und da auch Bulldog.
So ganz stimmt auch das Wort Traktor nicht mehr, weil moderne Traktoren
inzwischen vielseitig ausbaubare Zug- und Arbeitsmaschinen sind. Heute wollen wir den
Bauern einmal bei der Feldarbeit begleiten. Halt ! Wir haben da einen Fehler gemacht.
Moderne Bauern werden als Landwirte bezeichnet. Viele von ihnen sind sogar
Agrar-Ingenieure. Wir nehmen auf dem Notzsitz in der klimatisierten Kabine des Traktors
Platz. Derweil koppelt der Landwirt die Sämaschine an den Traktor. In die Sämaschine
füllt er die Saatkörner. Hinter den Töpfen für die Saatkörner sind die Töpfe für
den Dünger befestigt. Sanft brummend fahren wir in die Feldgemarkung.
Am Feld angekommen richtet der Landwirt den Traktor aus. Er senkt die Sämaschine ab und
richtet sie für die Aussaat ein. Das Feld selbst hat er schon vor dem Winter gepflügt
und vor wenigen Tagen mit Grubber (grubbern) und Egge (eggen) für die Saat vorbereitet.
Brummend setzt sich der Traktor in Bewegung. In einer Fahrt sät er etwa 20 Saatreihen.
Jedes Korn wird einzeln und in genau bestimmtem Abstand in den Boden gesetzt. Zu jedem Korn bringt die
Sämaschine auch ein Körnchen Dünger in den Boden. So gehen weder Körner noch Dünger
verloren. Am Ende der Saatmaschine ist eine Walze befestigt. Sie verdichtet den
Boden über den Saatkörnern. So gelangen die Würzelchen des keimenden Korns sofort an
Nahrung und Feuchtigkeit. Nach knapp zwei Wochen sieht man das ganze Feld grün schimmern.
Die ersten Getreideblättchen drängen fast gleichzeitig aus dem Boden. Die kleinen Pflänzchen
eilen sich mit dem Aufwuchs. Sie müssen die warme Jahreszeit nutzen, um Ähren und
Körner zu schieben. Im Juni werden die Körner milchreif, im Juli trocknen sie unter der
heißen Sonne. Dann hört man das Getreide richtig knistern. Ab Mitte Juli werden die
ersten Getreideschläge gedroschen. Mitte August muss die Getreideernte beendet sein, weil
dann die Tage kürzer und kühler werden. Getreide ist aus
besonderen Gräsern gezüchtet worden. Wir unterscheiden heute Wintergetreide und
Sommergetreide. Die beiden Begriffe sind verwirrend. So können wir sie uns aber leicht
merken: Wintergetreide steht schon im Winter auf dem Feld. Es wird im Spätsommer des
Vorjahres ausgesät. Sommergetreide steht nur im Sommer auf dem Feld. Es wird kurz vor
Sommer ausgesät. In Deutschland werden
vor allem Weizen, Roggen und Gerste angebaut. Weizen mahlt man zu feinem Mehl für Kuchen,
Brötchen, Weißbrot und andere Leckereien. Roggen ( Korn) wird vor allem für die
Brotbäckerei verwendet, Gerste als Futter, zur Herstellung von Graupen und für die
Bierbrauerei. Inzwischen findet man aber auch viele andere Das Getreide wird
geerntet, wenn es reif und trocken ist. Früher schnitt der Bauer das Getreide mit Sichel
oder Sense. Die Halme wurden zu Garben gebunden, die auf dem Feld zum Trocknen aufgestellt
wurden. Wenn Halme und Ähren trocken waren, fuhr man die Garben in die Scheune. Auf dem
Dreschboden, der Tenne, wurden die Garben mit dem Dreschflegel bis auf das letzte Korn
gedroschen. Mit einem Sieb wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Es war eine große
Erleichterung, als die erste Dreschmaschine erfunden war. Die Garben wurden in einen
großen Trichter hineingestopft und in der Dreschmaschine so lange gerüttelt und
geschüttelt, bis auch das letzte Korn im Sack gelandet war. Die Spreu wurde einfach
hinten aus der Dreschmaschine geblasen. Heute erledigt der Bauer das Ernten und das
Dreschen in einem Arbeitsgang. Mit dem breiten Mähwerk
des Mähdreschers schneidet er die Ähren kurz über dem Boden ab. Die Ähren werden in
das Dreschwerk gezogen und dort gedroschen. Die Körner wandern in einen großen
Behälter, Stroh und Spreu werden auf das Feld geblasen. Das Stroh wird später zu Ballen
gewickelt und gepresst. Spreu und die Stoppeln werden in den Boden eingearbeitet. Noch auf dem Feld wird
das geerntete Getreide auf große Hänger geladen und zur genossenschaftlichen
Sammelstelle transportiert. Dort werden die Körner in große Silos geblasen oder gesaugt.
Dabei wird das Getreide gleich noch einmal gereinigt. Mit Luft geht das ganz einfach: Die
schwereren Körner fallen ins Silo, während die leichte Spreu einfach in ein anderes Silo
geblasen wird. * Erfinder dieser
Genossenschaften war Friedrich
Wilhelm Raiffeisen. Nach ihm sind noch heute
Genossenschaften und Banken benannt. Im Labor der
Genossenschaft werden dann noch Qualtät und Feuchtigkeitsgehalt des Getreides geprüft.
Feuchte Körner wiegen mehr als trockene Körner. Sollten die Körner wegen der in ihnen
enthaltenen Feuchtigkeit zu schwer sein, erhält der Bauer entsprechend weniger Geld.
Zusätzlich werden ihm noch die Kosten für die nachträgliche Trocknung in der
Trocknungsanlage berechnet. Bis zum Verkauf lagert
das Getreide getrennt nach Sorten in großen Speichern. Nach und nach wird das Getreide an
die großen Mühlen verkauft. Dort wird aus den Körnern Mehl für Brot, Brötchen, Kuchen
und Nudeln gemahlen. Aus Körnern bester Qualität wird Vollkornmehl hergestellt. Andere
Körner werden zu Haferflocken oder Müsliflocken gequetscht. Wenn wir im Geschäft eine
Flasche Schnaps sehen, erinneren wir uns daran, dass aus Körnern auch Korn gebrannt wird.
18. Woche - Mais,
Kartoffeln, Nudeln und Reis Getreide ist ein
besonders wichtiger Baustein für unsere Ernährung. In der vergangenen Woche
haben wir gelernt und geschrieben, welche Getreidesorten es gibt und wozu sie verwendet
werden. Getreide wird in Europa schon einige Tausend Jahre angebaut, gemahlen, gebacken
und gegessen. Recht neu in Deutschland ist eine Getreideart, die unseren herkömmlichen
Sorten eigentlich gar nicht ähnelt. Es ist der Mais. Seine Heimat ist das tropische
Amerika, also die tropischen Zonen von Mittel- und Südamerika. Kluge Leute kombinieren
jetzt ganz schnell, dass der Mais wegen seiner amerikanischen Herkunft höchstens 500
Jahre in Europa bekannt ist. Weil der importierte (eingeführte) Mais lange Zeit nur in
den südeuropäischen Ländern angebaut werden konnte, kennen wir ihn hier auch noch als
'türkischen Weizen' , Welschkorn oder Kukuruz. Im letzten Jahrhundert sind aber auch
Sorten gezüchtet worden, die in unseren kühleren Breiten gedeihen. Mais wird auf
vielerlei Weise genutzt. Die grüne Pflanze mit
den nicht gereiften Kolben und Körnern wird im Herbst gehächselt und zu
Viehfutter siliert. Der gehächselte Mais siliert unter Abschluss von Luft im Silo zur
Maissilage. Dort, wo es warm genug ist, dass die Maiskörner reifen können, wird der Mais
gedroschen. Die Maiskörner werden als Tierfutter verwendet. Man mahlt aber auch Maismehl
aus den Körnern oder lässt sie in der Pfanne zu Popcorn aufspringen. Wenn die Maiskolben
und die Körner noch klein und zart sind, werden sie gerne als Salat oder Gemüse
gegessen. Ebenfalls über den
Atlantik ist die Kartoffel zu uns gekommen. Biologisch gesehen ist sie ein
Nachtschattengewächs. Verwunderlich ist, dass ihre unterirdischen Knollen essbar sind,
während die oberirdischen Beeren giftig sind. Die Kartoffel wurde zur besten Verbündeten
der Menschen im Kampf gegen Hunger und Not. Aus Kartoffeln kann man die leckersten Sachen
machen: Salzkartoffeln, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln, Chips und Pommes frites. Selbst
Schnaps kann man aus der stärkehaltigen Knolle brennen. Nudeln werden aus
Getreidemehl hergestellt. Bevorzugt verwendet man Weizenmehl, man kann aber auch Mehl
anderer Getreidesorten oder auch Vollkornmehl verwenden. Abgesehen von Spagetti ( ja, die
schreibt man heute ohne h ) und Makkaroni hatte ich als Kind besondere Freude an
Buchstabennudeln. Ich bat meine Großmutter immer wenn es Nudelsuppe gab, mir eine Hand
voll Buchstabennudeln zu geben, weil ich damit alle denkbaren Wörter schreiben konnte.
Nudeln gibt es in den interessantesten Formen. Man kann sie sogar passend zur Jahreszeit
kaufen. Osterhasennudeln zu Ostern, Weihnachtssternchen und kleine Nudel-Nikoläuse
in der Winterzeit. Reis gehört heute in
jeden Vorratsschrank. Für den Reisanbau ist es in Deutschland zu kalt. Reis wird
angebaut, wo es ausreichend Wärme und dazu auch jede Menge Wasser gibt. Das ist vor allem
in Südostasien der Fall. Deshalb sind China, Indien, Japan, Vietnam und Indonesien keine
Kartoffelländer sondern Reisländer. In mühsamer Handarbeit errichten die Menschen dort
kleine Dämme um ihre Felder herum. Dann fluten sie die Felder. Reis wächst nämlich im
Wasser. Vor einiger Zeit zeigte
das Fernsehen einen Bericht über eine Hirtenfamilie in der Sahara. Die Hirtenfamilie
lebte in einem Zelt, das vor der sengenden Sonne und der nächtlichen Kälte der Wüste
Schutz bot. Diese Familie lebte einzig und allein von einigen wenigen Ziegen und Kamelen,
die die karge Landschaft ernährte. Sie lebten fast ausschließlich von der Milch ihrer
Ziegen und Kamele. Fleisch gab es nur selten. Andere Lebensmittel fast nie. Wer jetzt denkt, diese
Hirten litten bittere Not, täuscht sich gewaltig. Im Gegenteil. Nur selten konnte man
edlere, athletischere und gesündere Menschen sehen als in diesem Film. Sie waren groß
gewachsen, bestens genährt und ihre weißen Zähne blitzten, wenn sie fröhlich lachten.
Ein Zahnarzt könnte an ihnen nichts verdienen. Besser war kaum zu demonstrieren, wie
wertvoll Milch als Nahrungsmittel ist. Milch enthält fast
alles, was ein Mensch zum Leben braucht. Angefangen vom lebenswichtigen Eiweiß bis
hin zu den Mineralstoffen, die wir für den Aufbau unseres Skeletts und der Zähne
brauchen. Bester Beleg dafür ist die Muttermilch. Babies, die mit Muttermilch ernährt
werden, brauchen lange Zeit keine zusätzliche Nahrung. Sie sind gesünder als anders
ernährte Babies, bleiben meist ihr Leben lang schlank, haben festere Zähne und sind
besonders gut gegen Krankheiten gefeit. 19. Woche - Milch, Butter und Käse Milch ist nicht so
einfach austauschbar. Man kann Babies nicht einfach mit Kuhmilch ernähren oder Hunde mit
Katzenmilch. Jedes kleine Säugetier - auch der kleine Mensch - gedeiht am
besten mit der artspezifischen Milch, also mit der Milch der eigenen Art. Mit zunehmendem
Alter wird die Milch anderer Säuger besser vertragen. Wenn künstliche Baby-Milch aus
Kuhmilch hergestellt wird, achtet man deshalb auch sehr genau darauf, diese möglichst
genau in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch nachzuahmen. Weil das früher
technisch noch nicht möglich war, hat man Kinder oft von Ammen stillen lassen. Ihr kennt
sicherlich das Wort Hebamme. Eine Amme war eine Frau, die selbst ein kleines Kind hatte,
aber mehr Milch produzierte, als ihr eigenes Kind trinken konnte. Solchen Ammen
verdankten früher viele Kinder ihr Leben, wenn ihre leiblichen Mütter - aus welchen
Gründen auch immer - sie nicht ausreichend mit Milch versorgen konnten. Im Laufe der
Jahrtausende haben die Menschen erkannt, welch wertvolles Nahrungsmittel Milch ist. Weil
die Milch ihrer eigenen Art nicht ausreicht, den Bedarf zu"stillen", nutzen wir
vor allem die Milch von Kühen für unsere Ernährung. Kühe geben viel Milch. Ihre Milch
kommt der Milch der Menschen recht nahe. Sie ist deshalb besonders verträglich. Wie sie
gewonnen und verarbeitet wird und was alles daraus hergestellt wird, sehen wir in
den Diktaten der nächsten Woche. Wahrscheinlich ist die
Herstellung von Butter zufällig erfunden worden. Wenn man frisch gemolkene Milch lange
genug in einem Gefäß stehen lässt, sammeln sich die winzigen in der Milch enthaltenen
Fettkügelchen an der Oberfläche. Ihr kennt ja den Ausdruck: Fett schwimmt oben. Dieser
Ausdruck trifft auch hier zu. Für die Butterherstellung wird diese Fettschicht
abgeschöpft. So entsteht aus fetthaltiger Vollmilch fettarme Magermilch. Das abgeschöpfte Fett
der Milch wird in einer Zentrifuge durch Schleudern von der restlichen anhaftenden Milch
getrennt. Der gewonnene Rahm wird in einem Gefäß gesammelt. Um ein Kilogramm Butter
herzustellen, braucht man etwa 25 Liter Kuhmilch. Hat man schließlich genug
abgeschöpften Rahm zusammen, kann man daraus in einem Butterfass Butter schlagen. Die gewonnene
Buttermasse wird geknetet und geformt. Zur Geschmacksverbesserung kann man ihr Salz,
Gewürze und Kräuter beimischen. Meine Großmutter füllte die frisch geschlagene Butter
noch in kleine Töpfe aus Steingut ab. Um sie möglichst lange frisch zu halten, wurden
die Buttertöpfchen im Keller oder im kühlen Wasserbad aufbewahrt. Kühlschränke kannte
man zu ihrer Zeit noch nicht. Heute wird Butter fast
ausschließlich in großen Molkereien hergestellt. Sie wird auch nur ausnahmsweise noch in
dekorativen Töpfchen angeboten. Meist wird Butter in Pergamentpapier oder in Folie
verpackt. Ein Butterpäckchen wiegt in aller Regel 250 Gramm, das ist ein halbes Pfund
oder ein Viertelkilogramm. Für Gaststätten und Hotels werden kleinere Butterpäckchen
konfektioniert (= abgewogen und verpackt). Der feste Bruch wird in
Formen gefüllt. Dort reift er unter der Einwirkung verschiedener Bakterien. Nach
erfolgter Reifung kann der Käse verkauft werden. Je nach verbliebenem Wassergehalt
unterscheiden wir Hartkäse oder Weichkäse. Käse gibt es in unzähligen Varianten. Die
bekanntesten Käseländer sind Frankreich mit seinem Camembert, die Schweiz mit dem
löchrigen Schweizer Käse und die Niederlande mit dem schmackhaften Holländer Käse.
20. Woche - Obst und Gemüse Erstmals wurde Obst im
Alten Testament erwähnt. In der Schöpfungsgeschichte pflückte Eva ihrem Adam trotz
ausdrücklichen Verbotes einen Apfel vom Baume der Erkenntnis. Die Folgen waren gravierend
(schwer wiegend). Beide wurden aus dem Paradies verwiesen und mussten fortan selbst für
ihren Lebensunterhalt sorgen. Solange die Menschen nur die tropischen Regionen
besiedelten, war dies recht einfach. Die Natur bot ihnen neben allerlei kleinem und
großem Getier auch eine Vielzahl essbarer Pflanzen und Früchte. Schwieriger wurde es da
schon, als die Menschen weiter nach Norden zogen und dort siedelten. Zum einen gab es hier
nur eine weniger reichhaltige Pflanzenwelt, zum anderen ist im Norden die Zeit, in
der Pflanzen und Früchte wachsen und reifen können auch viel kürzer.
Während in Afrika Bäume und Sträucher über das ganze Jahr Früchte tragen,
steht im Norden dafür nur ein kurzer Sommer zur Verfügung. Deshalb war die Ernährung in
den nördlichen Ländern bis hinein in das letzte Jahrhundert vor allem im Winter sehr
einseitig und wenig abwechslungsreich. Ich wurde in der armen
Zeit direkt nach dem zweiten Weltkrieg geboren. Kopfsalat und Endiviensalat gab es
nur über wenige Wochen im Sommer, Feldsalat stachen Vater und Großvater an Weg- und
Feldrändern. Weil auch die anderen Gartenfrüchte frisch nur für die kurze Zeit
der Reife verfügbar waren, kochte man Erbsen und Bohnen in Gläsern und Dosen für den
Winter ein. Gurken wurden in Essig eingelegt. Weißkraut wurde zu feinen Streifchen
gehobelt und zusammen mit konservierendem Salz in Steinguttöpfen zu Sauerkraut gestampft. Weißkohl und Rotkohl
wurden aber auch als ganze Köpfe im dunklen und kühlen Keller aufgewahrt. Dort lagerten
sie neben den eingewinterten Kartoffeln. Auch die Sommermöhren wurden eingewintert. Sie
kamen in eine flache Kiste und wurden dort mit Sand überdeckt, um zu verhindern, dass sie
austrockneten. Weil vielfach die vorhandenen Keller für die Lagerung der Wintervorräte
nicht ausreichten, bauten die Menschen noch zusätzlich Keller außerhalb ihrer Häuser.
Insbesondere die Bauern, die ihre Produkte auf dem Markt verkaufen wollten, brauchten
solche zusätzlichen Lagerkeller. Zum Frühjahr wurden die
Nahrungsmittel knapp. Dazu wurde ihre Qualität immer schlechter. Die Kartoffeln begannen
zu keimen, die Äpfel schrumpelten und faulten. Das war die Zeit, in der das eingekochte
Gemüse und Obst auf den Tisch kam. Mancherorts spricht man auch von eingewecktem Obst.
Hier handelte es sich nicht um Obst, das den Winter verschlafen hatte, sondern um Obst,
das in den besonders praktischen Einkochgläsern der Firma Weck eingeweckt war. Heute müssen wir uns keine Sorgen mehr um die
Wintervorräte machen. Obst und Gemüse gibt es in jedem Supermarkt. Und nicht nur Obst
aus deutschem Anbau. Wer aufmerksam an den Obst- und Gemüseregalen der Supermärkte
entlang geht, kann eine richtige Weltreise machen. Da gibt es frische Kartoffeln aus
Ägypten, Kiwi aus Neuseeland, Spargel aus Griechenland, Kräuter aus Frankreich,
Apfelsinen aus Israel, Äpfel und Birnen aus Holland, Bananen aus Südamerika und Chili
aus Mexiko. Möglich geworden ist
dies durch das weltweite moderne Verkehrsnetz. Während wir zu Bett gehen, rollen zahllose
Trucks zu den Großmärkten unserer Städte. Mitten in der Nacht landen Großraumjets mit
Bananen aus Amerika, Erdbeeren aus Südafrika auf unseren Flughäfen. Stunden
später wird die Ware in den Großmärkten angeboten. Schon im ersten Morgengrauen hat
unser "Türke" dort sein frisches Obst und Gemüse eingekauft, um es
rechtzeitig zur täglichen Einkaufszeit in seinem Laden anbieten zu können. Möglich geworden ist
dies aber auch durch die moderne Kühl- und Lagertechnik. Wer die riesigen Apfelplantagen
in Holland oder Dänemark gesehen hat, kann sich vorstellen, dass diese Äpfel nicht alle
im Sommer verzehrt werden können. Sie müssen eingelagert werden. Damit sie aber auch im
Frühjahr noch frisch sind, werden sie kühl und unter Luftabschluss gelagert. Vielfach
geht man noch einen Schritt weiter und lagert die Früchte in Räumen, die mit Stickstoff
gefüllt sind. So kann man zuverlässig verhindern, dass die Früchte austrocknen und
schrumplig werden. 21. Woche - Mineralwasser und Saft Es ist schon
erstaunlich, wie sehr die Sprache der Römer unsere Sprache beeinflusst hat. Auch das Wort
Mineralwasser hat seinen Ursprung in der lateinischen Sprache. Im lateinischen Wörterbuch
findet man man das Wort "minera". Es steht für Erzgang, Erzader. Mineralwasser
ist demnach Wasser, das durch einen Erzgang fließt, bzw. (beziehungsweise) geflossen ist.
Aus diesem Grund ist eigentlich alles Wasser, das in meiner Taunus-Heimat aus den
Tiefen der Erde gepumpt wird Mineralwasser. Zum besseren
Verständnis rufen wir uns noch einmal das Bild vom Kreislauf des Wassers in Erinnerung.
Wir wissen, dass über dem Land und vor allem über den großen Ozeanen ungeheure
Wassermengen von der Sonnenwärme verdunstet werden. Der feine Wasserdunst steigt auf,
bildet Wolken, die dann vom Wind über das Land getrieben werden, wo sie sich schließlich
ausregnen. Ein Teil der zahllosen Wassertröpfchen fließt direkt über Bäche, Flüsse
und Ströme ins Meer zurück, wo für sie der Kreislauf des Wassers neu beginnt. Andere Tröpfchen
sickern in den Boden ein. Dabei nehmen sie kleinste Bestandteile des Bodens und des
Gesteins auf, durch das sie sickern. Nicht ohne Grund wirbt einer der
bekanntesten Mineralwasserhersteller Deutschlands mit dem Slogan (Spruch): Gutes Wasser
muss durch einen tiefen Stein! Auf dem Weg durch den "tiefen Stein" wird
aus einfachem Regenwasser Mineralwasser. Die Reise der Tröpfchen in die Tiefen der Erde
ist nicht unbegrenzt. Stoßen die Tröpfchen tief in der Erde auf eine
wasserundurchlässige Schicht, bilden sich dort Grundwasserseen. Deren überlaufendes
Wasser strömt in Wasseradern durch den Untergrund. Hie und da gelingt es einer
Wasserader, den Weg ans Tageslicht zu finden. Eine Quelle entsteht. Ist das Wasser der
Quelle dann noch reich an Mineralien, so sprechen wir von einer Mineralquelle, einer
Heilquelle. Über die Beobachtung
der Tiere sind die Menschen schon früh auf die Wirkung von Mineralwasser aufmerksam
geworden. Tiere spüren sehr genau, was ihnen fehlt. So suchen sie ganz gezielt Plätze
auf, an denen Wasser und Nahrung die Mineralstoffe enthalten, die ihr Körper besonders
benötigt. Über ihre Herdentiere haben die Menschen die Heilwirkung bestimmter
Quellen entdeckt. Schnell sprach sich die heilende Wirkung einzelner Quellen herum. Schon
bald entstanden rund um diese Mineralquellen kleine Siedlungen. An einer der
bekanntesten Heilquellen, dem Kochbrunnen, errichteten die Römer schon vor über
2000 Jahren ein Heilbad: Wiesbaden. Weil immer mehr Menschen
mineralhaltiges Wasser trinken wollten, bohrt man heute die Grundwasserseen in der Nähe
der Mineralquellen an. Über lange Rohre pumpt man das mineralhaltige
Wasser an die Erdoberfläche und füllt es in Flaschen ab. In sorgfältigen chemischen
Analysen (Untersuchungen auf die Bestandteile) ermitteln Chemiker den
Mineralgehalt des Wassers. In der Folge ist es sogar möglich, dem Wasser einzelne Stoffe
zu entziehen und andere enthaltene Mineralien anzureichern. Je nach Wunsch und
Verträglichkeit, können wir uns heute mit stillem oder mit sprudelndem Mineralwasser
erfrischen. Zum Thema Saft: Nach diesem Prinzip wird
der Saft auch noch heute gewonnen. Auch in Fabriken. In unserer Gemeinde gibt es einen
bekannten Hersteller von Apfelsaft. Jedes Jahr im Herbst werden hier viele
Tonnen Äpfel angeliefert. Für die Gewinnung von Apfelsaft werden die Äpfel gründlich
gewaschen und dann zerkleinert. Aus der zerkleinerten Fruchtmasse wird dann der Apfelsaft
gepresst. Der frische Most ist nicht lange haltbar. Er gärt schon nach wenigen Tagen.
Deshalb muss er durch Erhitzen sterilisiert (entkeimt) werden. Weil nicht jeder
Fruchtsafthersteller aller Saftsorten selbst herstellen kann, arbeiten die Hersteller
zusammen. Der eine stellt den Apfelsaft her, der andere den Traubensaft. Zur einfacheren
Verarbeitung wird dazu der Saft oder Saftextrakte* in großen Tankwagen ausgetauscht. Nur
so ist es möglich, dass ein Safthersteller viele verschiedene Obstsäfte unter eigener
Marke mit eigenem Etikett anbieten kann. Extrakt = Auszug.
Zur Herstellung von Extrakten wird ein großer Teil des enthaltenen Wassers verdampft. Das
erspart Transportkosten. Beim Abfüllbetrieb wird dann wieder Wasser zugesetzt. Logisch,
dass dazu nur bestes Trinkwasser verwendet werden darf. 22. Woche -
Schokolade, Marzipan und Kaugummi Ohne die Beharrlichkeit
von Christoph Kolumbus hätten die Menschen noch lange auf Kakao und Schokolade verzichten
müssen. Der Kakaobaum ist eine südamerikanische Pflanze. Schon die Azteken schätzten
und kultivierten (anbauen, veredeln ) diesen Baum. Die Azteken verwendeten die Kakaobohnen
als Nahrungsmittel und auch als Zahlungsmittel. Die melonenähnlichen
Früchte des Kakaobaums enthalten 30 bis 60 bitter schmeckende Samen, die Kakaobohnen. Die
Kakaobohnen werden getrocknet, geröstet, geschält und dann zerrieben. Das
gemahlene Kakaopulver wird mit Zucker und Gewürzen zu Schokolade geschmolzen. Die
flüssige Schokoladenmasse kann dann in alle möglichen Formen gefüllt werden: In
rechteckige oder quadratische Schokoladentafeln, in Schokoladenhasen oder
Schokoladen-Nikoläuse. Marzipan hat seinen
Ursprung in Arabien. Dort wurde diese Köstlichkeit aus geriebenen Mandeln, Puderzucker
und Rosenwasser entdeckt. Marzipan kann man leicht selbst herstellen. Dazu muss man
Mandeln abziehen (häuten), fein mahlen, mit Puderzucker und Rosenwasser mischen und
im Topf auf dem Herd so lange rühren, bis sich die Marzipanmasse vom Boden löst. Dann
kann man sie zu allen nur denkbaren Figuren formen. Wer will, kann den Maikäfer aus
Marzipan noch mit geschmolzener Schokolade überziehen. Wenn wir uns eine
Lakritzstange schmecken lassen, denken wir nicht daran, dass Lakritze auch ein
geschätztes Heilmittel ist. Lakritze wird aus dem eingedickten Saft von Süßholz
gewonnen. Wahrscheinlich ist dabei auch das geflügelte Wort "Süßholz
raspeln" erfunden worden. Der Süßholzsaft wird auch als Heilmittel gegen Husten und
Bronchitis und gegen Magen- und Darmgeschwüre eingesetzt. Mit diesem Wissen habt ihr gute
Argumente, wenn euch jemand Lakritze verbieten will. Kaumgummikauen macht
klug. Die Kaubewegung beim Kauguimmikauen regt die Gehirntätigkeit an. Das haben
Wissenschaftler bei Untersuchungen herausgefunden. Daran haben die Entdecker des Kaugummis
wohl kaum gedacht, als sie aus lauter Langeweile auf dem eingedickten Milchsaft des
Chicle-Baumes herumkauten. Wegen seiner Herkunft heißt Kaugumi gelegentlich auch
noch Chicle-Gum. Den faden Geschmack des Chicle-Gums bessern wir heute mit Pfefferminzöl,
Vanillin und anderen Gewürzen auf. 23. Woche - Beim
Förster im Wald Fragt man Kinder, was
sie sich unter einem Förster vorstellen, entsteht das Bild des Försters, wie wir ihn von
alten Bildern und Zeichnungen kennen. Förster tragen grüne Uniformen, breitkrempige
Hüte mit Tierhaaren, hohe Stiefel und auf dem Rücken ein Gewehr. Meist haben sie einen
langen Bart und rauchen Pfeife. Zusammen mit seinem Dackel streift der Förster durch den
Wald, beobachtet und schießt auch dann und wann einmal ein Tier. Die verbreiteten
Vorstellungen stimmen mit dem Berufsbild des Försters nicht mehr überein. Förster kommt
von dem Wort Forst. Forst ist ein bewirtschafteter Wald, also kein Urwald. Im Forst
pflanzen und ernten die Menschen Holz. Holz zum Bauen, Holz zum Heizen und Holz als
Grundstoff für Chemie und die Papierherstellung. Chef aller Förster ist der Minister
für Landwirtschaft und Forsten. Er legt fest, was Förster können müssen und was sie zu
tun haben. Weil der Minister diese
Aufgaben nicht alle selbst erledigen kann, beauftragt er damit den Landesforstdirektor.
Aber auch der kann nicht überall sein. Deshalb gibt ist überall dort, wo es Wald gibt
Forstämter. Das Forstamt ist die Dienststelle der Förster. Die Chefs der einzelnen
Forstämter weisen jedem Förster ein Revier zu. Das Revier eines Försters umfasst etwa
1000 Hektar ( 1 ha = 100m x 100m) Wald. Das sind etwa 10 Quadratkilometer. Für diese
Waldfläche ist der Förster zuständig und verantwortlich. An dieser Stelle muss
ich mich korrigieren. Auch bei den Förstern hat die Gleichberechtigung Einzug gehalten.
Viele Forstdienststellen werden heute von Försterinnen betreut. Die Aufgaben von Förster
und Försterin sind aber gleich. Sie sorgen dafür, dass Bäume und Wald wachsen können,
sie suchen und markieren die Bäume, die reif für den Einschlag sind und sie sorgen
dafür, dass mindestens so viel Wald nachgepflanzt wird, wie eingeschlagen wird. Das war noch vor
200 Jahren ganz anders. Damals betrieben die Menschen Raubbau am Wald. Sie rodeten ganze
Wälder, um Brennholz und Holz für die Gewinnung von Holzkohle zu gewinnen. Weil
immer mehr Wald den Sägen und Äxten der Menschen zum Opfer fiel, erließen die damaligen
Landesherren strenge Gesetze zum Schutz und Wiederaufbau der Wälder. Um die Einhaltung
der Forstgesetze zu sichern, stellten sie Förster ein. Förster haben aus dieser Zeit
auch die Aufgabe einer Waldpolizei. Begleiten wir doch
einmal einen Förster hinaus in den Wald. Anstelle (Man kann auch schreiben:
An Stelle ) von Fernglas und Gewehr hängt der Förster heute seinen Laptop um. Im Wald
angekommen gibt er dort die Baumarten seines Reviers, die Anzahl und die Größe der
Bäume ein. Mit Farbspray markiert er die Bäume, die gefällt werden sollen. Dann sucht
der die Forstarbeiter (Forstwirte) auf, und spricht mit ihnen ab, wann die Bäume gefällt
werden. Der Förster muss aber
auch dafür sorgen, dass dort, wo Bäume gefällt werden, keine Lücken entstehen. Deshalb
bestellt er zum Frühjahr oder Herbst in der Forstbaumschule Setzlinge, mit denen die
Kulturen aufgeforstet werden. Noch besser und preiswerter is es 24. Woche - Tiere des Waldes Bei der natürlichen
Verjüngung des Waldes gerät der Förster immer wieder in Konflikt mit einigen Tierarten,
die im Wald leben. Insbesondere Hirsche und Rehe machen vielfach die Arbeit des Försters
zunichte. Sie äsen - in der Jägersprache heißt fressen äsen - bevorzugt die
Spitzen junger aufwachsender Bäumchen. Dort, wo viel Wild im Wald steht, sehen die jungen
und Eichen aus wie kleine Bonsai-Bäumchen. (Bonsai-Bäumchen sind durch Schnitt
künstlich klein gehaltene Bäumchen. Die Japaner sind Meister im "Kleinhalten"
von Bäumchen.) Zum Schutz der kleinen
Bäumchen greifen Förster und Jäger zum Gewehr. Mit Pulver und Blei reduzieren sie den
Wildbestand im Wald. Sie schießen dann so viele Hirsche und Rehe, bis Wild und Wald
wieder im Gleichgewicht stehen. Das Gleichgewicht von Wild und Wald ist dann
erreicht, wenn ausreichend junge Bäume nachwachsen können, ohne durch Wildverbiss
geschädigt zu werden. Niemand muss nun
fürchten, dass die Wildtiere ausgerottet werden. Ihr Bestand wird nur verringert, wird
den Bedürfnissen des Waldes angepasst. Es werden nur so viele Tiere geschossen, wie
jährlich nachgeboren werden. Im Urwald regelt das die Natur. In unserer Kulturlandschaft
geben wir den natürlichen Feinden des Wildes keinen Lebensraum. Deshalb übernehmen
Förster und Jäger deren Aufgabe und passen die Wildbestände dem jeweiligen Lebensraum
an. Neben Hirschen und Rehen
leben im Wald auch Wildschweine, Hasen, Füchse und Dachse. Abgesehen vom Rehwild leben
die anderen Wildarten sehr heimlich. Man bekommt sie nur zufällig zu Gesicht. An Spuren
und Fährten kann man aber ablesen, wer sich so alles im Wald herumtreibt. Insbesondere
die scheuen Schwarzkittel hinterlassen überall im Wald ihre Zeichen. Der Förster freut
sich über ihre Anwesenheit. Mit ihren kräftigen
Rüsseln graben die Wildschweine nach schädlichen Insektenlarven und bereiten dabei
gleichzeitig das Saatbett für Eicheln und Bucheckern. Von Bauern sind die Schwarzkittel
nicht gern gesehen, richten sie doch im Feld immense Schäden an. Gerät eine Rotte
Wildschweine in einen Mais- oder Weizenacker, lassen sie oft nur noch Halme und Stängel
zurück. Förster und Jäger
unterscheiden Wild in Hochwild und Niederwild, in Haarwild und Federwild. Schalenwild
hinterlässt Fährten. Hase, Fuchs, Dachs, Wiesel, Marder´und andere Pfotentiere hinterlassen Spuren. Wild darf
nicht einfach gejagt werden. Im Jagdgesetz ist geregelt, welche Tiere gejagt werden
dürfen und zu welcher Jahreszeit sie gejagt werden dürfen. Die Zeit, in der Tiere nicht
gejagt werden dürfen, heißt Schonzeit. Das Jagdgesetz bestimmt auch, dass die Tiere des
Waldes nur von besonders ausgebildetenPersonen - das sind Förster und Jäger - gejagt
werden dürfen. Wer ohne Ausbildung und Lizenz (Lizenz = Erlaubnisschein =
Jagdschein) jagt, wird als Wilderer angesehen und bestraft. 25. Woche - Tiere
am Wasser, auf dem Wasser, im Wasser Wasser wirkt auf Tiere
wie ein Magnet auf Eisen. Am deutlichsten zeigt sich das in Afrika. Dort versammeln sich
in der Trockenzeit die Tiere der ganzen Gegend um die einzige verbliebene Wasserstelle.
Das ist hier bei uns in Deutschland anders. Tiere gehen nur selten zum Bach oder zum
Fluss, um dort zu trinken. Meist reicht ihnen die Flüssigkeit, die sie beim Äsen
aufnehmen. Deshalb finden wir an Bächen, Flüssen, an Seen, Teichen und Tümpeln nur die
Tiere, die hier ihren Wohnort haben. Doch schauen wir einfach
einmal näher hin. Mein Heimatdorf ist nach einem kleinen Flüsschen benannt. Die Weil
fließt vom Feldberg im Taunus nach Norden zur Lahn hin. Ihre Ufer sind von Erlen und
Weiden und allerlei Kräutern gesäumt. Seit der Einrichtung von Kläranlagen ist die Weil
ein sauberes Flüsschen. So sauber, dass in einem groß angelegten Projekt an mehreren
Stellen der Weil junge Lachse ausgesetzt wurden. Forellen gab es hier
schon immer, auch die verschiedenen Weißfische. Karpfen bevorzugen stehende oder langsam
fließende tiefere Gewässer mit schlammigem Grund. Sie kommen nur im Unterlauf der Weil
vor, dort, wo sie in die Lahn mündet. Fröschen und Kröten begegnet man auf
Schritt und Tritt. Ihr Leben ist jedoch gefährlich. Übrall lauern Feinde. Im
Wasser stellen ihnen Forellen und Lachse nach, am Ufer werden sie Beute von Ringelnatter
und Fuchs. Frösche dürfen keinen
einzigen Moment unaufmerksam sein. Die kleinste Unaufmerksamkeit kann sie ihr
Leben kosten. Auf hohen staksigen Beinen lauert der Reiher im Niedrigwasser. Schon
bei der kleinsten Bewegung sticht sein spitzer Schnabel ins Wasser und packt den
vorwitzigen Frosch. Hat der Reiher seine Beute erst einmal gepackt, gibt es nur selten ein
Entrinnen. Da ist das Leben für
die Enten schon viel angenehmer. Sie haben kaum Feinde. Die Farbe ihres Gefieders macht
sie fast unsichtbar. An die Menschen haben sich die Enten vielfach gewöhnt. Nur
wenn man ihnen allzu dicht auf die Pelle rückt, schlagen sie mit den Flügeln und brausen
davon. Wer ein wenig Geduld hat, kann beobachten, wie sie nur wenige Minuten später
wieder auf der Weil einfallen. 26. Woche - Große
und kleine Haustiere Haustiere sind die
Tiere, die im Gegensatz zu den Tieren im Stall und den Tieren in Wald und Feld das
Vorrecht genießen, mit ihren Frauchen und Herrchen zusammen im Haus leben zu dürfen.
Dank dieser Vorrangstellung müssen sich Haustiere keine Gedanken um ihr Futter und kaum
Gedanken um ihre Sicherheit machen. Auch für die Gesundheit der Haustiere ist bestens
gesorgt. Wenn sie einmal erkranken, sorgt der Tierarzt dafür, dass sie bald wieder gesund
werden. Für das alles sorgen ihre zweibeinigen Mitbewohner. Dennoch
ist Haustier nicht gleich Haustier. Nur wenige Haustiere sind echte Haustiere. Echte
Haustiere sind Tiere, die freiwillig und ohne eingesperrt und angebunden zu sein mit den
Menschen leben. Hielte man einen Hamster nicht im Käfig, würde er bei nächsbester
Gelegenheit verschwinden. Das gilt auch für die Vögel, die wir im Haus haltenEigentlich
haben sich nur die Hunde für ein Leben zusammen mit den Menschen entschieden.
Hunde sind Rudeltiere.
Das haben sie von den Wölfen geerbt. Wölfe leben in Familienrudeln, in denen jedes
Mitglied eine klare Aufgabe und eine klare Position hat. Dank dieses Erbes fügten sich
gefangene Jungwölfe in der Steinzeit in den Familienverbund der Steinzeithorden ein.
Wichtig war dabei, dass die Prägung auf den Menschen so früh wie möglich nach der
Geburt erfolgte. Diese alte Weisheit befolgen die Hundezüchter noch heute. Sie geben ihre
jungen Hunde noch vor der Prägungsphase an die neuen Besitzer ab. Der bekannte
Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat die Richtigkeit dieser Erkenntnis auch bei anderen
Tieren nachgewiesen. Gänse, die im Brutkasten ausgebrütet wurden, sehen die Lebewesen
als Eltern an, die sie auf den ersten Schritten ins Leben begleiten. Theoretisch könnte
man Gänse sogar auf Roboter prägen. Seine Gänsekinder begleiteten Lorenz auf all seinen
Wegen. Vor wenigen Monaten kam ein Film ins Kino, in dem junge Gänse dem Leichtflugzeug
ihre menschlichen Pflegeeltern auf dem Flug nach Süden in die Überwinterungsgebiete
folgten. Trotz aller
Anhänglichkeiten hat noch kein anderes Tier den Anpassungsgrad der Hunde erreicht. Nur
Hunde setzen alles daran, stets in der Gesellschaft ihres Rudels zu leben. Alle anderen
Tiere, das gilt auch für die Katzen, leben allenfalls in lockerer Bindung mit den
Menschen. Wenn Schweine nicht solche Schweine wären, hätten sie durchaus das Zeug zu
guten Haustieren. Schweine sind kluge Tiere und leben in Rotten mit festen
Familienstrukturen. Neben den traditionellen
Haustieren werden heute in Deutschland Tiere aus aller Welt als Haustiere gehalten. Aber
fragt euch doch einmal selbst: Ist es nicht Tierquälerei, ein kleines Nilkrokodil in
einer Badewanne zu halten. eine Schlange im Terrarium, einen Fisch im kleinen Aquarium ?
Da lobe ich mir schon die Bewohner im hessischen Schlangenbad. Seit der Römerzeit leben
dort die Äskulap*-Schlangen als Haustiere. Allerdings nicht gefangen im Haus, sondern
frei um das Haus herum. * Äskulap war der Gott
der Heilkünste. Aus diesem Grund führen Ärzte und Apotheker noch heute die
Äskulapschlange als Standeszeichen.
27. Woche - Wolle,
Stoff, Pullover, Kleider Adam und Eva sorgten
sich nicht um Kleider. Sie lebten nackt im Paradies. Deshalb spricht man heute immer dann
von paradiesischen Zuständen, wenn Menschen sich wenig oder überhaupt nicht um ihr Essen
und um ihre Kleidung sorgen müssen. Paradiesisch leben kann man nur dort, wo es über das
ganze Jahr warm ist und wo die Nahrung von alleine wächst. Das merkten die
Nachfahren von Adam und Eva schnell, als sie sich auf den Weg nach Norden machten. Je
weiter sie nach Norden kamen, desto kühler wurde es. Die Kälte zwang die Menschen,
sich kleiden zu lernen. Sie schauten es den Tieren ab. Sie dachten: "Wenn das dicke
Fell einen Bären wärmt, dann wird es mich auch vor Kälte schützen." So machten sie sich auf
die Jagd und zogen manchem Bären das Fell ab und hängten es sich über die Schultern.
Gegen kalte Füße halfen Bärenfellschuhe. So geschützt eroberten die Menschen immer
neue Lebensräume. Noch heute ist Wildleder beliebt für die Herstellung von Jacken und
Hosen. Nachdem die Menschen
gelernt hatten, Tiere zu zähmen und zu züchten, nutzten sie auch deren Fell für die
Herstellung von Bekleidungsstücken. Besonders geeignet war das Fell der Schafe.
Seine dicke Wolle wärmte auch bei argem Frost. Auch hier brachte wahrscheinlich ein
Zufall die Menschen ein Stück voran. Vielleicht zupfte in
einer langen eisigen Winternacht ein Kind gelangweilt an seinem Schaffell herum, löste
ein wenig Wolle vom Fell und drehte die Wolle zu einem kleinen Faden. Darüber wurde
die Mutter aufmerksam und wickelte ihrerseits ein Stück Wolle zu einem Faden. Vielleicht
hat der Vater zugeschaut, sich am Kopf gekratzt und gesagt: "Wenn wir ganz viele
Fäden kreuz und quer verbinden, können wir aus den Wollfäden ein Stück Stoff
machen." Er ist ist hinaus
in die Kälte gegangen, hat vier Hölzer geholt und daraus einen Rahmen hergestellt.
In den Rahmen haben die drei dann viele Wollfäden kreuz und quer eingespannt. Nach
und nach wurde aus den gespannten Fäden ein kleines Stück Stoff. Als das Tuch groß
genug war, verknoteten sie die Enden der Wollfäden und lösten das Tuch vom Rahmen. Weil das Tuch so
langweilig grau war, haben sie am nächsten Tag begonnen, das Tuch mit der Farbe, die sie
für ihre Höhlenmalereien verwendeten, farbig anzumalen. Im Nu war aus einem
graubraunen Tuch ein wunderschön gemustertes farbiges Tuch geworden. Um Streit zu
vermeiden webten sie in den folgenden Wochen und Monaten noch viele Tücher, damit jeder
der kleinen Sippe auch so ein schönes Tuch tragen konnte. 28. Woche - Von
der Kuh zum Schuh Wenn man eine Kuh auf
der Weide sieht, denkt man zunächst einmal an Milch, an ein Steak oder an ein Stück
Rinderbraten. Dass die Kuh, bzw. das Rind, der Ochse oder der Bulle eines Tages auch das
Material für ein gutes Paar Schuhe liefern, kommt einem dabei selten in den Sinn. Es ist
allerdings ein weiter Weg von der Kuh bis hin zum Schuh. Wird die Kuh eines Tages
geschlachtet, wird alles, was essbar ist, zu Nahrungsmitteln verarbeitet. Das Fell wird
vorher abgestreift. Zusammen mit anderen Fellen wird es in die Gerberei gebracht. Hier
sieht sich der Gerber die Tierhäute genau an und entscheidet dann, wie sie verarbeitet
werden. Damit Felle haltbar und flexibel bleiben, werden sie gegerbt. Mit feinen Messern
werden die Haare vom Leder abgetrennt. Ausgesucht gute und
wenig beschädigte Lederstücke werden zu Bezügen für Autositze, für Sessel und Sofas
verwendet. Auch Lederhosen, Lederjacken und Ledermäntel werden aus Rindsleder
hergestellt. Für hochwertige Kleidungsstücke bevorzugt man jedoch das feinere und edlere
Leder von Ziege und Hirsch. Auch Peitschenschnüre, Hundeleinen und Schnürsenkel werden
aus Rindsleder geschnitten. Zu meiner Einschulung
erhielt ich damals ein Paar neue Schuhe. Weil es zu dieser Zeit kaum Schuhe in Geschäften
zu kaufen gab, nahm mich mein Vater mit zum Schuster. In den Regalen seiner Werkstatt
lagen neben den Werkzeugen allerlei Lederstücke. Nachdem er meinen Fuß vermessen hatte,
durfte ich zusehen, wie er einen Schuh herstellte. Nach einer Schablone schnitt er
das Schuhleder mit einem scharfen Messer zu. Dann nähte er den
Schuhschaft, fügte die Ösen für den Schuhriemen ein, nähte die Lasche an und ging dann
daran, die Sohle und den Absatz zu befestigen. Weil er schlecht durch die feste Sohle und
den noch dickeren Absatz nähen konnte, befestigte er Sohle und Absatz mit kleinen
Nägelchen aus Holz und Eisen. Wenn die nicht richtig saßen, stachen sie ständig in die
Füße. Damit sich Spitzen und Absätze nicht so schnell abnutzten, nagelte der Schuster
noch kleine Schuheisen vorne und hinten auf die Schuhe. Inzwischen hat sich viel
verändert. Maßschuster gibt es immer noch. Maßschuhe sind aber kaum zu bezahlen. In der
Schuhfabrik ist die Schuhherstellung automatisiert. Große Maschinen schneiden stapelweise
Leder für bestimmte Schuhgrößen. Die nächste Maschine näht den Schaft. Eine dritte
Maschine klebt Sohlen und Absätze auf. Das Einfädeln
der Schnürsenkel erfolgt noch mit der Hand, auch die Endkontrolle. Dann werden die Schuhe
in Kartons verpackt und an die Schuhhändler verschickt. 29. Woche -
Vom Holz zum Papier Als die Menschheit
schreiben lernte, schrieb sie zunächst auf flache Steine und später auf kleine
Tontäfelchen, die extra zum Schreiben geformt wurden. Die Menschen lernten auch, auf Holz
zu schreiben, indem sie ihre Zeichen in das Holz ritzten oder einschnitten. Das
Staffelholz bei Leichtathletik-Wettkämpfen ist ein Nachfahre dieser alten hölzernen
Schrifttafeln. War die Nachricht auf das Holz geschrieben, trugen die Staffelläufer die
Nachricht über Land. Vor 3000 Jahren lernten
die Menschen, aus dem Mark der Papyrus-Pflanze Papyrus herzustellen. In Ägypten gab es
damals schon richtige Papyrus-Fabriken. Wenn ihr genau hinhört und hinseht, merkt ihr,
dass unser Wort Papier von dem Wort Papyrus hergeleitet ist. Haupthandelsplatz für Papier
war damals die Stadt Byblos. Jetzt wisst ihr auch, wie die Bibel zu ihrem Namen kam.
Weil Papyrus sehr
empfindlich war, suchten die Menschen nach einem haltbareren Material. So gerbten sie
dünne Häute von Ziegen und Schafen zu Pergament. Das Pergament wurde vor über 2000
Jahren in der griechischen Stadt Pergamon erfunden. Nach dieser Stadt heißt das
Schreibmaterial heute Pergament. Pergament konnte gerollt werden, es konnte aber auch zu
Büchern gebunden werden. Nur einige hundert Jahre
nach der Erfindung des Pergaments erfanden die Chinesen das Papier. Sie stellten es aus
einem Brei her, den sie aus Stoffresten gewannen. Fast 1000 Jahre gelang es ihnen, diese
wichtige Erfindung geheim zu halten. Um 1200 brachten die Araber das Geheimnis der
Papierherstellung nach Spanien. Vor etwa 600 Jahren stellte die erste Papiermühle in
Deutschland Papier her. Papier ist ein filziges
Material aus Naturfasern. Wir verwenden heute vor allem Holzfasern für die
Papierherstellung. Dazu wird das Holz gehäckselt und anschließend fein zerfasert. Die
feinen Fasern werden in Wasser eingweicht. Dann zieht man den Faserbrei auf feine
Siebe und trocknet ihn dort zu Papier. Das kann man leicht im Experiment zu Hause
nachvollziehen. Inzwischen gibt es
Papiersorten für alle möglichen Zwecke: Schreibpapier, Druckpapier, Toilettenpapier,
Karton, Fotopapier, Krepppapiert und sogar Sicherheitspapier. Alle unsere Geldnoten werden
auf Sicherheitspapier gedruckt. Damit man Geldscheine nicht so leicht fälschen kann,
arbeiten die Papierhersteller Metallfäden und Wasserzeichen in die Sicherheitspapiere
ein. Weil der Papierbedarf
unsere Wälder bedroht ist, sammeln wir gebrauchtes Altpapier, um es erneut zu zerfasern
und zu neuem Papier oder Karton zu verarbeiten. Diesen Vorgang bezeichnen wir mit dem
englischen Wort Recycling. Das heißt: Wiederverwertung. Weil Recycling-Papier aber noch
die alten Druckfarben enthält, wird es mit jeder Wiederaufbereitung dunkler. Auch die
Papierfasern werden schwächer und dünner. Deshalb kann man Papier nur 6 bis 7 mal
recyclen. 30. Woche - Möbel
in Wohnung und Büro Sicherlich haben die
Steinzeitmenschen schnell gemerkt, dass man auf Steinen nur dann gut und angenehm sitzt,
wenn sie ausreichend warm und dazu auch körpernah geformt sind. Schließlich war das
Sitzen auf einfachen kalten Steinen unkomfortabel und dazu ungesund. So halfen sie sich,
indem sie Felle auf Boden und Steinen ausbreiteten oder auch Baumstämme als Sitzbank
nutzten. So ganz nebenbei ist ein
cleverer Steinzeitmensch darauf gekommen, einen alten Wurzelstock so zurechtzuhauen, dass
man zwischen den Wurzeln wie in Abrahams Schoß saß. Natürlich wussten die damals noch
noch nichts von Abraham. Der lebte ja viel später. Der erste Stuhl war erfunden. Belegt
mit einem warmen weichen Bärenfell wurde der Stuhl zum Polstersessel. Weil die Steinzeitfrau
ständig darüber klagte, dass ihr die spielenden Kinder die Krüge mit den gesammelten
Nahrungsmitteln umstießen, erfand ihr Mann das erste Regal. Allerdings waren die
Lebensmittel im Regal noch nicht zuverlässig gegen Nascher geschützt. Da half nur eine
Klappe, mit der das Regal verschlossen wurde. Ohne es zu wissen, hatte man den Schrank
erfunden. Seit diesen Erfindungen
ist viel Zeit vergangen. Wenn wir heute Möbel brauchen, haben wir zwei Möglichkeiten.
Entweder gehen wir in einen Baumarkt oder zu Ikea und kaufen uns einen Bausatz für ein
Möbelstück oder wir gehen in ein Möbelhaus, in dem es Möbel gibt, die gleich fertig
sind und die man nicht erst mühsam verschrauben muss. Da gibt es Stühle, Tische, Sessel,
Hocker, Sofas, Couch-Garnituren, Regale, Schränke, Sideboards, Betten, Nachttische (
nicht Nachtische !!!) und vieles mehr. Die Möbel im Möbelhaus
werden in der Möbelfabrik hergestellt. Ein Designer oder eine Designerin entwirft die
Möbel. Der Möbeltischler stellt die ersten Muster in Originalgröße her. Die Polster
von Stühlen und Sesseln werden vom Polsterer angefertigt. Schließlich lackiert der
Möbeltischler die Holzteile noch. Einmal im Jahr stellt dann der Möbelfabrikant die
Möbel auf der Möbelmesse vor. Schon frühzeitig
informieren die Möbelhersteller die Möbelhändler über ihre neuen Möbel und die
Möbelmesse. In Scharen strömen die Möbelhändler und Möbelhändlerinnen zur
Möbelmesse. Dort bestellen sie die Möbel, die sie in ihrem Möbelhaus verkaufen wollen.
Dazu müssen sie den Geschmack und den Bedarf ihrer Kunden gut kennen. Ein Möbelhändler,
der nur nach seinem eigenen Geschmack kauft, bleibt auf seinen Möbeln sitzen und macht
Konkurs. 31. Woche - Einmachen
und konservieren Als Kolumbus nach Indien
aufbrach, ließ er neben Brot, Früchten und Gemüse auch Heu, Getreide und lebende Tiere
an Bord bringen. Brot, Früchte und Gemüse hielten nicht lange an Bord. In den
heißen und muffigen Lagerräumen schimmelten diese Lebensmittel bald oder wurden von den
Schiffsratten angefressen. Wenn dann die üblichen
Lebensmittel knapp wurden, konnten wenigstens noch die mitreisenden Ziegen und Schweine
geschlachtet und verspeist werden. Vor allem frisches Fleisch war auf See ein besonders
wichtiges Nahrungsmittel. Mit frischem Fleisch versuchte man sich gegen die
Seefahrer-Mangelkrankheit Skorbut zu schützen. Zu Zeiten meiner
Großmutter gab es noch keine Geschäfte und keine Gärtnereien, in denen man winters ( =
im Winter) frisches Gemüse oder frischen Salat kaufen konnte. Salat gab es nur im
Sommer. Gemüse wurde für den Winter im kühlen Keller eingelagert oder konserviert. Es
gab verschiedene Möglichkeiten, Gemüse zu konservieren. Zunächst einmal kann
man Gemüse wie Kartoffeln einfach einlagern. Im Keller soll es zwar kühl sein, niemals
aber frostig. Frost zerstört die Gemüsezellen und lässt Gemüse faulen. Möhren und
Rote Be(e)te bedeckte Großmutter mit feuchtem Sand. So lagen sie dunkel und trockneten
nicht aus. Auch Kohlköpfe wurden
in einer dunklen Kellerecke gelagert. Weißkraut wurde auf dem Krauthobel ganz fein
gehobelt und dann in großen Steinguttöpfen mit Salz eingepresst. Die Töpfe rochen
grässlich. Nach einigen Wochen war aus dem Weißkraut das leckere Sauerkraut geworden.
Rechtzeitig zum Schlachtfest gab es dann Sauerkraut zu den Schweinerippchen. Beim Metzger war zu
Großmutters Zeiten die Auswahl an Wurst und Fleisch sehr gering. Viele Leute schlachteten
selbst. Würste und Schinken wurden in der Räucherkammer mit Rauch geräuchert. So wurden
sie haltbar. Wurst und Fleisch wurden auch in Dosen oder Gläser eingekocht. Ein Teil des
Fleisches wurde im Salzbad, in der Sole, konserviert. Das schmeckte zwar deftig, war aber
sehr ungesund. Seit die Menschen
Fleisch einfrieren oder im Vakuum aufbewahren können, ist die Gefahr, an Magen- und
Darmkrebs zu erkranken um 90% (= 90 Prozent) gesunken. Wir leben deshalb heute viel
gesünder als früher. 32. Woche - Vom
Einpacken in Papier, Tüten, Dosen, Flaschen .... Als Kind schickte mich
meine Mutter oft zur heimischen Molkerei und ins Lebensmittelgeschäft. In der linken Hand
hielt ich die Milchkanne, in der rechten Hand trug ich die Einkaufstasche. Plastiktüten
gab es damals noch nicht. Das Geld steckte im Portemonnaie ( Portemonnaie kommt aus der
französischen Sprache und bedeutet etwa 'Trag das Geld') . So machte ich mich auf
den Weg. In der Molkerei
angekommen, reichte ich die Kanne über die Ladentheke. Die Verkäuferin füllte mit dem
Schöpflöffel eineinhalb (anderthalb, einen und einen halben ...) Liter Milch in die
Kanne. Dann schnitt sie ein Stück Butter vom Block und packte es in Butterpapier.
Butterpapier hieß so, weil es gewachst war, um zu verhindern, dass Butter durch das
Papier dringt. Auf dem Weg ins
Lebensmittelgeschäft übte ich praktische Physik. Ich schleuderte die Kanne mit der Milch
am ausgestreckten Arm so schnell ich konnte durch die Luft. Wenn ich geschickt war,
spritzte nicht ein Tropfen Milch aus der Kanne. Die Zentrifugalkraft presste die Milch
förmlich an den Boden. Nur bei An- und Ausschwung passierte es schon einmal, dass Milch
aus der Kanne schwappte. Vom Lebensmittelhändler
sollte ich Mehl und Zucker mitbringen. Die Verkäuferin nahm eine braune Tüte - so wie
sie im Gefängnis geklebt wurden - und stellte sie auf die eine Seite der Waage. Auf
die andere Seite stellte sie den passenden Gewichtsstein. Mehl und Zucker wurden in
Schubladen aufbewahrt. Mit einer kleinen Schaufel füllte sie Zucker in die Tüte,
bis die Waage sich einpendelte. Ebenso füllte sie die
Mehltüte. Zu Hause füllte Mutter Mehl und Zucker in kleine Schubladen, die damals in
fast allen Schränken eingebaut waren. Die Tüten strich sie sorgfältig glatt, faltete
sie und legte sie dann in den Brotschrank. Die Tüten mussten noch einmal ran. Am
nächsten Morgen wurden sie als Frühstückstüten gebraucht. Frühstückstüten von der
Folienrolle gab es damals ebenso wenig wie die schicken und praktischen Frühstücksdosen. Getränke bekamen Kinder
damals nicht mit in die Schule. Weil die Molkerei nahe war, verkaufte der Hausmeister
morgens Milch und warmen Kakao. Anfangs schöpfte er die Milch und den Kakao sogar noch
mit der Schöpfkelle aus Kannen in die mitgebrachten Henkel-Trinkbecher . Später
gab es dann kleine Glasflaschen mit einem Deckel aus Alufolie
und Strohhalme. Kein Mensch konnte sich seinerzeit vorstellen, dass es einmal
Milch und Saft in Tüten geben könnte. Was vor 50 Jahren nur wenigen
Träumern möglich schien, wurde bald Realität. Forscher stellten umfangreiche Versuche
mit gewachsten Papier und gewachstem Karton an. Sie falteten den Karton und
verschweißten/verschmolzen die Kanten und präsentierten den ersten Karton für
Getränke. Das war ein riesiger Fortschritt. So ein Karton brach weniger schnell, war leichter und hatte auch beim Transport viele Vorteile. Die ersten Getränkekisten waren
einfache Holzkisten ohne Trennungsstege. Die Flaschen
stießen ständig aneinander und verursachten einen Höllenlärm. Um dem
Lärm zu begegnen, setzten die Kastenhersteller dann Zwischenstege ein. Stege und Flaschen
brauchten viel Platz. So sparte man viel Transportraum und auch Gewicht, als man Milch in
rechteckige Kartons füllen konnte. Forscher suchen ständig nach
besseren Lösungen. Sie sind erfinderisch. Weil einfache rechteckige Kartons recht
langweilig sind, erfanden sie auch andere Formen. Eine der bekanntesten Formen ist die
Verpackung in Form einer Pyramide. Wer nun denkt, die Pyramidenform sei unpraktisch, muss
sich einfach mal die Zeit nehmen, diese Tetra-Packs zu stapeln. Das Ergebnis ist
verblüffend. Passgenau lassen sich die kleinen Pyramiden ohne Luftraum in Kartons
verpacken. Mit fortschreitender Technik lernten
die Hersteller von Getränkekartons auch, die Innenseite der Kartons mit Kunststofffolien
oder Alufolien auszukleiden. So wurden die Kartons haltbarer und geschmackssicherer. Die
Herstellung der Kartons ist übrigens sehr einfach. Zunächst werden die Kartons mit
Folien beschichtet. Dann wird die Außenseite mit allen wichtigen Informationen bedruckt.
In einer großen Stanze wird die Faltform des Kartons ausgestanzt. An der nächsten Station werden die
ausgestanzten Kartons gefaltet, dann verklebt oder verschweißt. Ist der Füllraum nach
unten und seitlich geschlossen, wird das Getränk eingefüllt. Im nächsten Arbeitsgang
wird der Karton verschlossen. Zusammen mit vielen anderen Kartons wird er in große
Kartons verpackt und geht dann auf die Reise. Im Supermarkt oder im Getränkemarkt warten
die Trinkpäckchen dann auf durstige Kinder. 33. Woche - Müll
und Recycling Leider können Getränkekartons aber
nur einmal benutzt werden. Wenn sie leer sind, werfen wir sie in den gelben Sack. Sie
wandern dann in Recyclinganlagen. Dort wird die Folie vom Papier getrennt. Papier und
Folie werden gewaschen, klein gehäckselt, getrocknet und zu Granulaten ( kleinen
Schnippelchen /Körnchen verarbeitet. Diese Granulate sind aber nicht so
rein, dass sie wieder für die gleiche Lebensmittelpackung verwendet werden können.
Deshalb stellt man aus den Granulaten Kartons, Recyclingpapier her. Die
Kunststoffgranulate werden zu Blumentöpfen, Gartenstühlen, Abwasserrohren etc.
verarbeitet. Flaschen hingegen können mehrfach
verwendet werden. Man spricht deshalb auch hier von Mehrwegverpackungen. Auf den ersten
Blick hat das natürlich viele Vorteile. Das Glas ist fest, sauber und appetitlich. das
alles spricht auf den ersten Blick für Glasflaschen. Bevor eine Flasche aber erneut
gefüllt werden kann, muss sie zunächst
gründlich gereinigt und auf Schäden hin durchleuchtet werden. Verschmutze Flaschen und
beschädigte Flaschen werden ausgesondert. und eingeschmolzen . Die Reinigung der Flaschen und die
vielen Lufträume, die beim Transport von Flaschen im Lastwagen verbleiben, sind die
Nachteile der Flaschen. Deshalb streiten in Deutschland die Hersteller von Flaschen und
Getränkekartons, was denn die bessere Lösung sei. Eine echte Antwort darauf ist noch
nicht gefunden. Es ist sehr schwierig, eine gerechte Antwort darauf zu finden. Als die leichten Pet-Flaschen
eingeführt wurden, befürchtete man sehr viel Müll. Das ist aber nicht eingetreten, weil
Pet-Flaschen Pfand kosten, zurückgegeben werden und komplett recycelt werden können. Die
Flaschen wandern mit dem Schraubverschluss in einen großen Shredder. Dort werden die
Flaschen geshreddert. Im Wasserbad werden die schweren Pet-Teilchen von den Schnipseln der
Verschlüsse betrennt. Auch die Etiketten werden herausgelöst und wandern in die
Altpapierverarbeitung. Die Flaschenschnipsel sind so rein, dass sie direkt wieder zu neuen
Flaschen verarbeitet werden können. Den Gedanken des Recyclings verfolgen
wir heute bei allen Materialien. Selbst beim Autobau sind viele Teile schon so miteinander
verbunden, dass sie einfach voneinander getrennt und wieder aufbereitet werden können.
Oder denkt an Getränkedosen. Sie kosten demnächst Pfand, damit die Dosen nicht mehr
achtlos weggeworfen werden. Wenn man im Geschäft
die leere Dose abgibt, erhält man sein Pfandgeld zurück. Die Dosen werden gepresst,
eingeschmolzen und zu neuen Gegenständen geformt. So hat das Dosenblech mehrere Leben.
Nachdem es als Dose gedient hat, kann es nach dem Recycling zu Autokarosserien oder zu
Handygehäusen verarbeitet werden. Weil Rohstoffe wertvoll sind, werden sie so oft wie
möglich wiederverwendet. Auch unsere neuen Euromünzen sind aus den eingeschmolzenen
alten Münzen hergestellt worden. So bleibt der wertvolle Rohstoff im Kreislauf und geht
nicht verloren. Vielleicht erinnert ihr euch an die
kleine Geschichte der Schulbürger von Schilda. Sie versenkten damals ihre Glocke im See. Klug wie sie waren, markierten sie die Stelle, an
der sie die Glocke versenkten mit einer Kerbe am Bootsrand. Ihr könnt euch vorstellen,
dass sie ihre Glocke niemals wiederfanden. 34. Woche - Iglus,
Zelte, Häuser, Wolkenkratzer Ihr habt schon gemerkt. Wenn ich
etwas erklären will, greife ich gerne auf die Urzustände zurück. das ist spannend und
erklärt auch, wie sich die Dinge so entwickelt haben Adam und Eva lebten im warmen
Paradies. Sie brauchten sich nicht vor garstigem Wetter zu schützen. Ihre Nachfahren, die
auf die Nordhalbkugel der Erde wanderten, mussten sich gegen Regen, Kälte und auch gegen
die feindliche Umwelt schützen. Sie suchten sich Höhlen und wo sie
keine fanden, bauten sie sich kleine Höhlen aus Ästen, Steinen, Die Zwischenräume
füllten sie mit Blättern, Moos, Gras und Lehm. Mit der Zeit wurden die Behausungen immer
perfekter. Stets bauten die Menschen aber mit dem Material, das sie an Ort und Stelle
fanden. So erklärt sich, dass die Eskimos Häuser aus Schneeblöcken bauen, die Indianer
Zelte aus Büffelhäuten, die Ägypter Häuser aus Steinblöcken und die Deutschen Häuser
aus einer Mischung von Holz und Lehm, aus Fachwerk. In der Arktis gibt es nur Schnee und
Eis. Deshalb bauten die Eskimos ihre Häuser aus großen Schneeblöcken, die sie mit ihren
langen Messern aus dem Schnee herausschnitten. Sie schichten Block um Block auf. Damit
diese nicht sehr stabile Konstruktion beim Bauen nicht einstürzte, schichteten sie die
Blöcke kuppelartig übereinander. Wenn das kleine Gebäude dann stand, verfestigten sie
es, indem sie Wasser über die Konstruktion gossen. Das gefror sofort zu Eis und machte
den Iglu stabil. Die Indianer folgten den
Büffelherden. Deshalb konnten sie keine festen Häuser gebrauchen. So stellten sie eine Reihe langer Stangen spitz
zueinander auf, verbanden sie mit Lederstreifen aus Büffelhaut und spannten schließlich
Büffelhäute als Zeltbahnen darüber. Die Zeltspitze blieb offen, damit der Rauch des
offenen Feuers abziehen konnte. Dabei entdeckten sie ganz zufällig, dass man Fleisch, das
in den Rauch gehängt wird, mit Rauch haltbar machen kann. Wenn man durch Deutschland fährt,
begegnet man vielfältigen Bauweisen. Im Norden, wo es kaum Steine gibt, sind die Häuser
vorwiegend aus gebackenen Steinen, aus Backsteinen gebaut. Dazu wird eine Mischung aus
Lehm und Sand in eine Form gepresst und in einer Art Backofen gebrannt. Die fertigen
Steine werden dann für den Hausbau verwendet. Im mittleren Deutschland, dort wo es viel
Wald aber zum Bauen nur ungeeignete Steine gibt, baute man bevorzugt Fachwerkhäuser.
Zunächst einmal errichtete man aus zugehauenen oder zugeschnittenen Holzbalken das
Skelett des Hauses. Die Zwischenräume wurden verschalt und dann mit einem Gemisch aus
Zweigen, Stroh und Lehm ausgefüllt. War die Mischung trocken, entfernte man die Schalung
und füllte das nächste Fachwerkfeld. Weil Lehm aber kein so fester Baustoff ist musste
man die Lehmfassade gegen Feuchtigkeit schützen. Dazu nutzte man große Dachüberstände.
Vielfach verkleidete man die Fachwerkwände auch mit Schieferplatten. Inzwischen hat sich viel geändert.
Dank Eisenbahn und Lastwagen kann man heute an jeder Stelle mit fast jedem Baustoff bauen.
Steine werden heute nicht mehr an Ort und Stelle gebrochen oder hergestellt. Sie werden in
großen Fabriken aus Bims oder Kalk hergestellt. Ja sogar ganze Häuser werden in Fabriken
hergestellt und dann als Fertighäuser auf dem Bauplatz zusammengeschraubt. Das hat seine
Vorteile. In der Fabrik können die Bauarbeiter
unter schützendem Dach die Häuser bauen. Sie müssen ihre Arbeit nicht einstellen, wenn
es einmal regnet, schneit oder friert. Beim Bauen wollten die Menschen schon
immer hoch hinaus. Viele Burgen, Schlösser und Kirchtürme künden davon. Während diese
Gebäude Stein für Stein hochgemauert werden, werden unsere modernen Hochhäuser aus
Stahl und Beton hergestellt. Die Fassaden werden später nur in das Gerippe aus Stahl
eingehängt. Diese Konstruktionen haben aber auch ihre Nachteile. Das Flugzeug-Attentat
vom 11.September 2001 hat gezeigt, wie verwundbar Wolkenkratzer sind. Eine andere Gefahr droht auch von
Erdbeben. Nur Häuser, die speziell konstruiert sind, widerstehen den gewaltigen Erdbeben
ohne einzustürzen. Hochhäuser zählen dabei wegen ihrer Stahlkonstruktion zu den
sicheren Gebäuden. 35. Woche -
Brücken, Dämme und Tunnel Auf ihren Wegen wurden die Menschen
immer wieder von großen Gewässern und Bergen aufgehalten. Doch Menschen sind findig und
fanden Wege, diese natürlichen Hindernisse zu überwinden. Flüsse überquerten sie
zunächst mit Stämmen, Einbäumen und Booten. Dort wo viel Verkehr war, richtete man
Fähren ein. Später verband man Boote, legte Bretter auf und schon war die erste Brücke
konstruiert. Cäsar konnte vor 2000 Jahren die Germanen überraschen und besiegen, weil er
in Windeseile eine Brücke über den Rehein schlug und so seine Gegner vernichtend
schlagen konnte. Weil Holz als Brückenbaustoff sehr
vergänglich ist, experimentierten die Menschen mit Steinen. Sie hatten aber erst Erfolgt,
als ein findiger Mann ein bogenförmiges Holzgerüst erfand, auf das er die flache Steine
hochkant stellte. Er hatte herausgefunden, dass die Steine sich fest ineinander verkeilen,
wenn man die Holzschalung herausschlägt. Die im Bogen gefügten Steine verklemmten sich
umso mehr, je mehr Druck von oben auf die Brücke ausgeübt wurde. Nun hieß es nur noch,
die Zwischenräume zwischen den spitze Steinen mit Mörtel zu verfüllen. Weil steinerne Bogenbrücken aber
nicht beliebig groß konstruiert werden können, baut man seit zweihundert Jahren die
Brücken bevorzugt aus Stahl. Zunächst einmal werden auch hier feste Brückenpfeiler am
Flussufer und auch auf dem Flussgrund errichtet. Dann legt man feste Stahlträger von
Pfeiler zu Pfeiler. Weil sich diese Stahlträger aber unter Belastung nach unten
durchbiegen, musste man Lösungen finden, die Brückenträger gerade halten. Das kann man
auf zweierlei Weise. Entweder stützt man die Träger noch einmal von unten ab oder man errichtet eine Eisenkonstruktion, die den
Trägern von Oben Halt gibt. Die Golden Gate Brücke in San Franzisko ist so ein Beispiel.
Die an den Pfeilern befestigten Zugseile halten die Brückenplatten in der Waage. Will man einen Übergang über einen
See bauen, braucht man keine großen Brücken. Hier reicht meist ein Damm, weil das Wasser
ruhig steht und kaum fließt. Ausgehend vom Ufer schüttet man Steine auf den Seegrund,
bis sie oben über die Wasserfläche herausragen. Befestigt man dann die Dammkrone, hat
man schon einen festen Fahrweg. Sollte ein Fluss durch den See führen, reicht es, im
Strömungsbereich eine Brücke in den Damm einzubauen. Berge waren für die Menschen oft
größere Hindernisse als Flüsse. Denkt an die Geschichte von Hannibal, der mit seinen
Kriegselefanten über die Alpen zog. Natürlich nutzten die Menschen die flachsten
Übergänge über die Berge, die Pässe. Dennoch war der weg über die Berge extrem
schwierig, gefährlich und vor allem im Winter oft unmöglich. Deshalb machten sich die
Menschen bald daran, Tunnel in die Berge zu schlagen. Beim Bergbau hatten sie gelernt wie
Stollen angelegt werden. Mit der Erfindung von Pulver und Dynamit wurde die Sache dann
sehr erleichtert. So sprengten die Mineure vor allem in Österreich und der Schweiz lange
Tunnel durch die hohen Berge und den Weg von Nordeuropa nach Südeuropa schneller und
ungefährlicher zu machen. Aber auch hier in Deutschland gibt es
viele Tunnel. Für die Lahntalbahn wurden vor hundertfünfzig Jahren über 20 Tunnel in
die Felsen des Tales gesprengt, damit die Züge fahren konnten. Dass man nicht einfach
Brücken gebaut hat, hatte einen einfachen Grund. Ein Tunnel ist leichter zu bauen und
preiswerter als eine Brücke. 36. Woche - Energie,
Kohle, Gas, Öl, Atom, Wind, Sonne und Wasser Wer wohnt, will es warm haben, wer
fährt, braucht Kraftstoff. In dem Wort Kraftstoff steckt schon drin, dass in dem Stoff
Energie stecken muss, um mich von einem Ort zu anderen zu bringen. Energie brauche ich auch, um es in meinem Haus
wärmer zu haben als draußen vor der Tür. Die Sache mit der Heizenergie haben die
Menschen schon frühzeitig mit dem Feuer gelöst. Sie lernten schnell, dass Feuer wärmt
und sorgten dafür, dass immer eine Flamme am Brennen war. Weil nicht jederzeit ein Blitz für
Feuer sorgte, kümmerten sich die Menschen
darum, das Feuer am Leben zu erhalten. Damit das auch verlässlich funktionierte,
bestimmten sie einen als Feuermeister. Der musste dafür sorgen, dass die kleine Flamme
immer brannte, auch wenn der Stamm von einem Ort zum anderen zog. In einem hohlen
Baumstamm wanderte das Feuer auf dem Rücken des Feuermeisters mit. Unterwegs sorgte er
immer wieder mit kleinen Holzgaben dafür, dass das Feuer am Leben blieb. Später lernten die Menschen, dass
Reibung Wärme und extreme Reibung sogar Feuer erzeugt. Durch schnelles Drehen eines
Holzes auf einem anderen entsteht soviel Hitze, dass man damit feines trockenes Moos oder
trockenen Zunderschwamm entzünden konnte. Eine andere Variante war der Feuerstein, so wie
ihr ihn noch aus Feuerzeugen kennt. Reibt man Feuersteine aneinander oder schlägt man sie
aneinander, sprühen Funken. Richtet man die Funken auf leicht entzündliches Material,
entzündet sich dies und das Feuer flackert auf. Natürlich hat man beim Abbrennen von
Feuer gemerkt welche Energie im Holz steckt. Man hat auch gemerkt, dass bestimmte
Holzarten mehr Energie enthalten als andere. Vermutlich durch einen Zufall ist man darauf
gestoßen, dass bestimmte Steine der Erde brennen. Das war eine Sensation und schon bald
pilgerten alle an die Stellen, an denen es die brennenden Steine gab. Clevere Steinzeitler
handelten sogar mit den brennenden Steinen. Sie wussten nicht, dass es sich bei den
brennenden Steinen um zu Steingewordenes Holz untergegegangener Wälder handelte. Sie
waren nun froh, wohlige Wärme am Feuer zu erleben. Bekannt war schon immer, dass Pech
brannte. Dass Pech aber nichts anderes war als dickflüssiges Öl, das im Laufe von
Millionen Jahren aus abgestorbenen Tieren entstand, das wusste keiner. Erst vor gut 100
Jahren begannen die Menschen, an vielversprechenden Plätzen nach Öl zu bohren. Einer der
bekanntesten Ölsucher war Rockefeller. Sein Problem damals: Er hatte zwar Öl, aber
niemand brauchte es. es gab noch keine Autos und keine Ölheizungen. Lange überlegte er,
bis er auf eine Idee kam, die ihn zu einem Milliardär,
zu einem der reichsten Männer der Welt machte. Er
kaufte tausende von Petroleumlampen und verschenkte sie an die Menschen seiner Stadt. Das
Geschäft machte er mit dem Petroleum (Steinöl) das er zu den Lampen als Brennstoff
verkaufte. Öl ist heute der Treibstoff, der die
Welt am Laufen hält. Aber Öl wird knapp. Mit jedem Liter, den wir verbrennen, werden die
Vorräte geringer. Fachleute sind sich nicht einig, on die Ölvorräte noch 50, 100 oder
gar 150 Jahre halten. Spätestens in 200 Jahren sind die Ölvorräte aufgebraucht. Dann
hieße es wieder zu Fuß zu gehen wenn nicht, ja wenn nicht bis dahin andere Treibstoffe
gefunden sind. Doch die Menschen sind erfinderisch. Als der deutsche Physiker Hahn
erstmals Atome, also di kleinsten Teilchen eines Stoffe spalten konnte, hat er der
Menschheit damit unendliche Energie erschlossen. Das Problem dabei: Die Stoffe, die bei
der Spaltung und beim Verschmelzen von Atomkernen entstehen sind extrem explosiv und
gefährlich. Atomenergie verlangt deshalb sehr viel Sicherheit im Umgang. Und weil die
Atomstrahlen noch viele tausende Jahre nach der Atomschmelze hochgefährlich sind, stellen
sie eine ewige Gefahr dar. Aus diesem Grund wenden sich
verantwortliche Forscher von der Atomenergie ab und den sogenannten regenerativen Energien
zu. Das sind Energien, die immer wieder genutzt werden können, die Natur fast kostenlos
anbietet. Zum Beispiel die Wasserkraft. Mit Wasserkraft treibt man Turbinen an, die Strom
erzeugen. Mit Strom kann man arbeiten, heizen und fahren. Nur reicht die Wasserkraft nicht
aus. Deshalb erschließt man zusätzlich die Windkraft. Der Wind treibt große Windräder
an, die wie Turbinen Strom erzeugen. Du kannst dir das Prinzip vorstellen wie den Dynamo
an deinem Fahrrad. Aber Wind- und Wasserkraft können
zusammen derzeit nur 10 Prozent / den zehnten teil ) der Energie liefern, die wir
brauchen. Deshalb gewinnen wir auch weiterhin Energie aus der gefährlichen Kernkraft und
verheizen die kostbare Kohle, das kostbare Öl und das kostbare Gas. Aber die Zukunft hält schon einen
Hoffnungsschimmer bereit. Chemiker haben vor herausgefunden, dass wasser eine Verbindung
von Wasserstoff und Sauerstoff ist. Wasserstoff verbrennt, wenn man ihn mit Sauerstoff
zusammentut. Und das schönste an der ganzen Sache. Als Asche oder Abgas
entsteht reines wasser. das man trinken kann. Die ersten Autos fahren schon mit
Wasserstoffgas. Es heißt jetzt nur noch, ausreichend
Gast herzustellen und Gastankstellen einzurichten. Dann werden wir mit Wasserstoff fahren
und heizen und mit dem anfallenden Wasser können wir uns dann auch noch waschen. Kluge
Leute können sich sogar vorstellen, dass das anfallende Wasser schon im Motor wieder in
Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten kann und man so fast ewig mit einer Tankfüllung
fahren kann. Das ist keine Zukunftsmusik. Ihr werdet es wahrscheinlich erleben. 37. Woche - Nachrichten Wenn anlässlich des
New-York-Marathons fünfzigtausend Läufer durch New York hetzen, denkt kaum einer daran,
dass der erste Marathonläufer ein Bote war, der 490 Jahre vor Christi Geburt die
Nachricht vom Sieg der Griechen über die persische Flotte nach Athen trug. Dort
überbrachte der Läufer die Nachricht und brach dann den Erzählungen nach tot zusammen.
Dieses Ereignis gab dem Marathonlauf seinen Namen. Noch lange Zeit setzte man Läufer
zum Überbringen von Nachrichten ein. In Amerika setzte man in den Gründerjahre auf
Botenreiter, die von Poststation zu Poststation ritten und Nachrichten überbrachten. Der
sogenannte Pony-Express ist heute untrennbar verbunden mit der Besiedelung des
nordamerikanischen Kontinents. Damals bildeten Botenläufer und
Botenreiter regelrechte Stafetten, um Nachrichten zu übertragen. Aus dieser Zeit rührt
auch unser Staffellauf. Unser Staffelholz ist eigentlich nichts anderes als
der Botenstab, der von Läufer zu Läufer übergeben wurde, bis die Nachricht das Ziel
erreichte ( Stafette - Staffel ). Wenn ihr heute ein
Staffelholz in der Hand haltet, müsst ihr euch nur ein paar Schriftzeichen darauf denken
und schon ist der Nachrichtenstab fertig. In Deutschland gründete man die Post, um
Nachrichten mit Reitern und Postkutschen von Stadt zu Stadt zu transportieren. Schon früh nutzte man Spiegel
für die Übermittlung von Botschaften. In Afrika trugen Trommeln alle wichtigen
Nachrichten über Land. In Amerika übermittelten die Indianer wichtige Nachrichten mit
Feuer- und Rauchzeichen. Der Amerikaner Samuel Morse erfand in der Mitte des 19.
Jahrhunderts den Morseapparat und das ebenfalls nach ihm benannte
Morsealphabet. Durch einfaches Schließen und Öffnen eines Stromkreises, telegrafierte
Morse Nachrichten quer durch Amerika. Morse läutete mit seinem Telegrafen
die Neuzeit der Nachrichtenübermittlung ein. Der Deutsche Physiker Philipp Reis
entwickelte 1861 Morses Idee weiter und machte aus dem Telegrafen (Fern-Schreiber) ein
Telefon (Fern-Sprecher). Mit Mikrofon und Lautsprecher wandelte er Worte in elektrische
Signale um und zurück. Leider waren die Deutschen schon damals zu sehr mit sich selbst
beschäftigt, als dass sie die Bedeutung der Erfindung von Philipp Reis erkannten. So
vergingen noch Jahrzehnte, bis das Telefon von Amerika aus den Siegszug um die Welt
antrat. Über eine Möglichkeit, die früher
oft genutzt wurde, um Botschaften zu übermitteln, will ich noch berichten. Als Bub besaß
ich einen Schlag mit Brieftauben. Brieftauben sind bekannt für ihre
Orientierungsfähigkeit. An jedem Sommerwochenende brachten wir die besten Flieger zum
Tauben-Express. Der fuhr die Tauben fünfzig, hundert, ja sogar über tausend Kilometer
fort. Am Zielort ließ der Fahrer die Tauben frei. Nach kurzem Kreisen kannten die Tauben
die Richtung, in der ihr Schlag lag. Dort warteten wir schon, um den Tauben den Ring
abzustreifen und abzustempeln. Die schnellsten Tauben gewannen Geldpreise. Zur Information: Brieftauben kann man nicht in
bestimmte Richtungen schicken. Man nutzt nur ihr Bestreben aus, möglichst schnell zurück
zu ihrem Schlag zu fliegen. Wer Nachrichten mit Brieftauben übermitteln will, muss also
die Brieftauben mitnehmen, um sie dann mit der Botschaft am Fuß nach Hause fliegen zu
lassen.
38. Woche - Transport
in alter Zeit - von Rad, Achse und den ersten Wagen Ötzi hat all seine Sachen noch bei
sich getragen. In seinen Taschen, auf der Schulter, auf dem Rücken und in der Hand.
Wollte man in der Zeit vor Christi Geburt größere Lasten transportieren, nutzte man den
Karren. Leichte Güter verfrachtete man einfach mit dem Handkarren, für den Transport
schwerer Güter, spannte man den Ochsen ein. Bis dahin war es ein weiter Weg. Über den längsten Zeitraum der
Menschheitsgeschichte trugen die Menschen ihre Sachen. Irgendwann einmal kam ein Vorfahre
von Fred Feuerstein darauf, dass man schwere Sachen transportieren kann, wenn man runde
Hölzer unterlegt. Nach diesem Prinzip wurden später die Steine für die Pyramiden
transportiert und wahrscheinlich sind auch die Steine der riesigen Monumente von
Stonehenge und den Osterinseln auf Stämmen gerollt worden. Der Transport auf rollenden Stämmen
war nur etwas für sehr schwere Gegenstände. Für leichtere eignete er sich nicht. So
schnitt eines Tages ein Mann zwei Scheiben von einem Stamm ab, bohrte je ein Loch mitten
in diese Baumscheiben, steckte einen kräftigen Knüppel als Achse durch diese Löcher und
sicherte diese mit Splinten gegen das Herausfallen. Die erste Achse mit zwei beweglichen
Rädern war erfunden. Einer seiner Nachfahren kam dann auf
die Idee, einen Kasten auf der Achse zu befestigen, in den man Waren aller Art legen
konnte. Der Wagen war erfunden. Am Kasten seitlich befestigte er noch je eine Stange und
schon konnte man den Wagen ziehen oder schieben. In Entwicklungsländern findet man noch
heute überall solche Transportwagen. Auch unsere Schubkarre funktioniert nach diesem
Prinzip. Weil das Ziehen und Schieben eine
beschwerliche Sache ist, dachte sich ein anderer eine Vorrichtung aus, mit der man einen
Ochsen, einen Esel oder auch ein Pferd vor den Wagen spannen konnte. Damit war das erste
Fuhrwerk erfunden. Nun musste der Karrenmann nicht mehr selbst ziehen oder schieben.
Als Fuhrmann konnte er sich darauf beschränken, die Zugtiere anzutreiben, zu
lenken und zu bremsen. Koppelt man zwei einachsige Wagen, so
erhält man einen Zweiachser. Zweiachser boten einen großen Vorteil. Sie konnten beladen
werden, ohne dass sie nach hinten oder nach vorne kippten. Dazu trugen sie mehr Last. So
versuchte man, die Wagen immer größer zu bauen,
um möglichst viele Güter transportieren zu können. Doch hatte das seine Grenzen, weil
die Wege eng und schlecht waren und die Zugkraft der Ochsen und Pferde begrenzt war. 39. Woche - Dampfmaschine,
Eisenbahn, ICE und Transrapid Auf diesem Niveau stand die
Entwicklung der Wagen still, bis mit der Erfindung der Dampfkraft ein neues Kapitel in der
Transportgeschichte aufgeschlagen wurde. Als man erstmals ein Wagengestell mit einer
Dampfmaschine kombinierte, hatte man ein selbst fahrendes Fahrzeug. Die Kunst war dabei,
die Dampfkraft aus dem Dampfkessel auf die Räder zu übertragen Mit dem ausströmenden Dampf ließ
sich eine Stange bewegen. Deren Ende wurde am Außenrand eines Rades beweglich befestigt.
Von alten Lokomotiven kennt ihr sicherlich das Kraftübertragungsprinzip mit den Stangen
an den Rädern. Mit diesen Stangen setzte man die Dampfkraft in eine Drehbewegung um. Der
Dampfantrieb war erfunden, die Lokomotive trat ihren Siegeszug an. Weil Lokomotiven und die zugehörigen
Wagen jedoch sehr schwer waren, musste man ihnen einen eigenen Fahrweg bauen. Man setzte
Lokomotiven und Wagen auf Schienen, die auf festen Schwellen ruhten. Die Schienen
waren aus Eisen, die Bahn ebenfalls. Die Eisenbahn war geboren. Konstruktionsbedingt ist
die Bahn an ihre Gleise gebunden. Will sie einem entgegenkommenden Zug ausweichen, muss
die Bahn über eine Weiche auf ein Nebengleis umgeleitet werden. Mit der Eisenbahn kam Bewegung in die
Welt der Güter. Um Dampfmaschinen zu betreiben, musste ständig Kohle nachgelegt werden.
Nur so stand immer ausreichend Dampf zur Verfügung. So fuhr neben dem
Lokomotivführer stets ein Heizer auf den Lokomotiven mit. An die Lokomotive angehängt
war ein sogenannter Tender. In diesem Anhänger führte man die zum Heizen erforderliche
Kohle mit. Aber auch die Eisenbahn hat sich
weiterentwickelt. Nachdem die ersten Fahrgäste schreckliche Angst vor dem Gefährt
hatten, gewöhnten sich Menschen und Tiere bald an das zischende und fauchende Ungetüm,
das da auf seinen Schienen brav tagaus tagein seine(r) Wege fuhr. Als man die Vorteile der
Bahnen erkannte, baute man das Schienennetz aus. Natürlich wurden die Lokomotiven
leistungsstärker und die Wagen komfortabler. Neben dem Personenwagen entwickelte
man alle möglichen Güterwagen. Sogar Kranwagen. Je
nach Geschwindigkeit unterschied man Personenzüge, Eilzüge und D-Züge. Inzwischen ist
das Angebot noch breiter, noch praktischer und
noch schneller geworden. In der Stadt ( Kopfbahnhof) verkehren neben Zügen noch
Straßenbahnen und S/Stadt)Bahnen. Weil die aber den übrigen Verkehr oft störten,
verlegte man ihre Schienen unterirdisch. Aus Straßenbahnen wurden U-Bahnen. Auf den großen Fernstrecken
verkehren immer mehr und immer schnellere Züge. Die Intercity-Züge wurden entwickelt.
Weil die aber so schnell fuhren, dass die üblichen Schienenstrecken für die hohen
Geschwindigkeiten ungeeignet waren, baute man gesonderte
Strecken für die schnellen ICE. Neben dem ICE
wurde auch eine Magnet-Schwebebahn entwickelt. Der Transrapid fährt gänzlich ohne Räder
auf einem Magnetkissen. Die Nachfolger der Magnetschwebebahn werden noch schneller auf
kleinen Luftpolstern fahren. 40. Woche - Von
der Dampfmaschine zum Benzinmotor Die Idee, Kutschen mit Motor
anzutreiben, ging den Leuten nicht aus dem Kopf. Mit Dampfkraft war das nicht zu machen.
Was man brauchte, waren ein leichter Motor und ein geeigneter Kraftstoff für deren
Betrieb. Unabhängig voneinander experimentierten viele Erfinder in ihren Werkstätten.
Die bekanntesten waren Benz, Daimler und Diesel. Sie
setzten auf leichte Motoren, die mit Benzin angetrieben wurden. Benzin war eine
Flüssigkeit, die aus Erdöl gewonnen wurde. Diesel verwendete das etwas
dickflüssigereDieselöl, das nach ihm benannt wurde. Nachdem sich die Idee der
Motorkutsche durchgesetzt hatte, dauerte es nur noch kurze Zeit, bis Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Omnibusse für den
Transport von Gütern und Wagen eingesetzt wurden. Pferde hatten damit als Zugtiere
ausgedient. Die Erinnerung an sie blieb allerdings in der Maßeinheit 'Pferdestärken - PS
) erhalten, die wir noch gerne als Gradmesser für die Leistung eines Fahrzeugs verwenden,
auch wenn die vereinheitlichte Leistungsangabe heute in Kilowatt ( KW) erfolgt. Mit der Erfindung der Benzin- und
Dieselmotoren konnte auch abseits der Schienen auf Wegen und Straßen gefahren werden.
Natürlich eigneten sich die damaligen schlechten Straßen noch nicht sonderlich gut für
die modernen Autos. Schlaglöcher, Fahrrinnen und die zahllosen Kuhfladen machten das
Fahren beschwerlich. Als Schutz gegen den hochgeschleuderten Dreck und Kot versah man die
Autos mit Kotflügeln. So kamen die Kotflügel zu ihrem Namen. Nach und nach wurden aus
motorgetriebenen Kutschen richtige Autos. Henry Ford war der Erste, der Autos am
Fließband in großer Serie fertigen ließ. Wer heute einen komplett verkleideten
modernen Truck sieht, kann sich kaum vorstellen, dass dessen Vorläufer ein hochrädriger
Motorwagen mit offener Ladefläche war. Um Fahrgäste transportieren zu können, versah
man den LKW mit einer Treppe und setzte ein festes Fach auf. Nun brauchte man nur
noch ein paar Bänke auf der Ladefläche zu befestigen und fertig war der Bus. Dieselöl entspricht in seiner
Qualität unserem Heizöl. Lange Jahre fuhren Dieselfahrer mit dem preiswerteren, geringer
versteuerten Heizöl anstelle des teureren Dieselkraftstoffs. Sie machten sich aber der
Steuerhinterziehung schuldig. Wer erwischt wurde, hatte mit harten Strafe zu
rechnen. Heute ist Heizöl eingefärbt, damit die Kontrolleure sofort erkennen, dass es
sich um Heizöl oder Diesel handelt. 41. Woche - Transport
in der neuen Zeit Mit der Eisenbahn und den neuen
Flugzeugen kam Bewegung in die Welt der Güter. Schon vorher konnte man Schiffe mit
großen Dampfmaschinen bauen, die unabhängig vom Wind Waren und Passagiere über die
Ozeane transportieren konnten. Dampfmaschinen
waren aber sehr schwer und verlangten ständiges Nachlegen von Brennmaterial, damit stets
genügend Dampf zur Verfügung stand. So musste neben dem Lokomotivführer oder dem
Kapitän stets Heizer auf Lokomotiven und Dampfern mitfahren. Mit der Erfindung der Benzin- und
Dieselmotoren konnte auch auf Straßen gefahren
und transportiert werden. Natürlich eigneten sich die damaligen schlechten Straßen nicht
sonderlich gut für die modernen Autos. Weil überall Kuhfladen und Pferdeäpfel auf den
Straßen herumlagen, wurden die Fahrer der Benzinkutschen nicht selten damit
vollgespritzt. Ihr kennt das von euren Mountainbikes, die keine Schutzbleche haben. Zum
Schutz gegen den hochgeschleuderten Dreck baute man Kotflügel an die Kutschen. Sie
hielten den Kot ab. So kamen die Kotflügel zu ihrem Namen. Nach und nach wurden aus
motorgetriebenen Kutschen richtige Autos. Henry Ford war der erste, der Autos am
Fließband in großer Serie fertigen ließ. Neben Personenautos wurden auch Lastwagen
entwickelt. Dazu erfand man den umständlichen Lastkraftwagen, den die Leute schnell auf
LKW abkürzten. Personenkraftwagen waren PKW. Die
ersten LKW hatten eine offene Ladefläche. Schnell erkannten findige
Wagner/Karosseriebauer, dass man diese Ladefläche für viele verschiedene Zwecke nutzen
und umbauen kann. Wer heute einen komplett verkleideten modernen Truck sieht, kann sich
kaum vorstellen, dass dessen Vorfahre ein hochrädriger Motorwagen mit offener
Ladefläche war. Wenn man eine Treppe am LKW befestigte und ein festes Dach
aufsetzte, so brauchte man nur noch ein paar Bänke und fertig war der Bus. Mit einem
aufgesetzten Tank wurde der LKW zum Tankwagen. 42. Woche - Vom
Floß bis zum Ozeanriesen. Wenn ein Fluss Hochwasser führt,
dann reiß er auch gelegentlich Stämme mit. So ein Baum war vielleicht einmal
Lebensretter für einen Menschen. Weil die Menschen damals viel Zeit hatten, hat er
vielleicht seinen lebensrettenden Baum ein wenig zugeschnitten und innen ausgehöhlt, weil
er merkte, wie gut und sicher er mit dem Baum auf dem Wasser fahren konnte. Aus einem Baum
war so ein Einbaum entstanden. Leider war so ein Einbaum etwas
kippelig. Man musste schon sehr gut die Balance halten, um nicht umzukippen. Mit einem
kleinen Trick war die Sache zu lösen Man befestigte zwei Stangen am Einbaum und am
Ende der Stangen einen zweiten aber kleineren Stamm. So hielt der Einbaum seine Balance.
Und noch ein Vorteil stellte sich ein. Belegte man die beiden Auslegerstangen mit Brettern
oder Knüppeln, hatte man ein richtiges Deck, auf dem man sitzen, liegen oder arbeiten
konnte. Mit einer kleinen Hütte wurde das Auslegerboot zum Hausboot. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie
die Entwicklung weiterging. Das Boot brauchte eine bessere Steuerung. Dazu gab es ein
Ruder am hinteren Ende des Bootes. Für den Vortrieb konnte man Ruder einsetzen oder ein
großes Tuch, in dem sich der Wind fing und das Boot in Windrichtung vorantrieb. Nur war das wieder ein Problem. Wenn
man raus aufs Wasser fahren wollte man ja auch wieder heimkommen. Da hieß es mächtig
rudern oder den Verstand einsetzen und schräg zum Wind kreuzend gegen den Wind nach Hause
zu segeln. Wind war eine praktische und
preiswerte Antriebsenergie für Schiffe. Die ganze Welt wurde mit windgetriebenen
Segelschiffen entdeckt und erschlossen. Aber neue Entwicklungen lösen die vorhandene
Technik immer wieder ab. Kaum waren die Dampfmaschinen entwickelt, gab es auch schon das
erste Dampfschiff. Unabhängig vom Wind konnte man jetzt gerade auf sein Ziel losfahren.
Die starken motorgetriebenen Schiffe machten es möglich, Schiffe größer zu bauen und
mehr Passagiere und mehr Lasten zu transportieren. Die große Zeit der Dampfschifffahrt
begann. Bald kreuzten riesige Schiffe auf den Ozeanen. Was auf dem Land die Eisenbahn, war
auf dem Meer das Passagierschiff. Die Schiffer fuhren um die Wette zwischen Amerika und
Europa. Das jeweils schnellste Schiff erhielt das Blaue Band. Das Blaue Band wollte sich
vor 90 Jahren auch die Titanic holen. Durch
eine Unachtsamkeit des Kapitäns stieß sie jedoch mit einem Eisberg zusammen und sank mit
fast 2000 Menschen an Bord. Mit dem Aufkommen der Flugzeuge
verlor die Passagierschifffahrt an Bedeutung. Mit dem Flugzeug gelangten die Menschen
schneller an ihr Ziel. Passagierschiffe werden heute vor allem als Urlaubsschiffe, als
Kreuzfahrtschiffe auf den Ozeanen eingesetzt. Für
Frachten ist das Schiff nach wie vor das preiswerteste und praktische Transportmittel.
Hier muss keine Straße gebaut werden. Die ist schon von der Natur aus gegeben. Frachtschiffe im Überseeverkehr
werden immer größer. Wir unterscheiden Schiffe, die Massengüter transportieren (wie
Erze, Kohle und Öl) und Containerschiffe, die große Seekisten mit allen möglichen
Produkten transportieren. Zukünftig wird es auch Schiffe geben, die Energie in Form von
Gas aus der Wüste in die weite Welt transportieren und die andererseits Wasser aus
gemäßigten Zonen in die Wüstengebiete transportieren. 43. Woche - Vom
Ballon bis zum Düsenjet Sicher kennst du die Geschichte vom
Schneider von Ulm, der sich mit seinem selbst gebauten Fluggerät vom Kirchturm in die
Donau stürzte. Grundsätzlich entsprach die Konstruktion seines Flugdrachens den heutigen
Drachengleitern, doch war die Konstruktion nicht ausreichend stabil. Sie klappte unter der
Belastung zusammen und der Schneider stürzte unter dem Spott der Leute in die Donau. Der Sage nach soll sich der Grieche
Dädalus mit seinem Sohn Ikarus mit Hilfe angehefteter Vogelfedern in die Luft erhoben
haben. Als der König die beiden nicht in ihre Heimat ziehen lassen wollte, sammelte
Dädalos die Federn aus den Schwingen großer Vögel, befestigte sie mit Wachs an seinen
Armen und an denen seines Sohnes. So stiegen sie in den Himmel und flohen aus der
ungeliebten Stadt. Vor lauter Freude am Fliegen stieg Ikarus immer weiter zum Himmel
hinauf. Der Sage nach merkte er nicht, wie das Wachs schmolz und die Federn sich lösten.
Er stürzte aus große Höhe ins Meer. Weitere Flugversuche gab es dann mit
Ballons und dann mit den fliegenden Kisten der Gebrüder Wright in Amerika. Es gab aber
auch eine Reihe von Flugversuchen deutscher Flugpioniere. Einen ersten Höhepunkt erlebte
die Fliegerei mit der Atlantiküberquerung von Charles Lindbergh, der von Amerika kommend mit dem Europa ansteuerte und schließlich
in Paris landete. Graf Zeppelin suchte mit seinen
gasgefüllten Luftschiffen einen anderen Weg. Er richtete einen regelrechten
Zeppelin-Liniendienst zwischen Europa und den Vereinigten Staaten ein. Im Gegensatz zu
Ballons waren Luftschiffe lenkbar und in der Lage, auch größere Gewichte zu
transportieren. Zeppelins Hoffnungen zerbarsten, als sein größtes Luftschiff, die
Hindenburg, im amerikanischen Lakehurst in der Luft explodierte. Als man stärkere Motoren und
dünneres Blech herstellen konnte, baute man Flugzeuge mit einer Außenhaut aus Metall.
Eines der bekanntesten Pionierflugzeuge baute der deutsche Konstruktuer Junkers. Seine
alte "Ju" erkennt man heute noch auf Bildern an ihrem typischen Wellblechlook. 1939 kam der große Krieg über
Europa und Amerika. Alle Kraft wurde darauf verwandt, Kriegsflugzeuge zu bauen. Die
Flugzeuge mussten immer schneller werden. Als dies mit Propellern nicht mehr möglich war,
wurden die ersten Düsenjäger entwickelt. Sie kamen im Krieg aber nur vereinzelt zum
Einsatz. Nachdem Krieg begann die große Ära
der Verkehrsmaschinen mit Düsenantrieb. Die bekanntesten Flugzeuge kamen von der
Firma Boeing. In Europa gab es nur noch kleine Flugzeugfabriken, die vor allem kleine
Privatmaschinen und kleine Verkehrsflugzeuge bauten. Vor 30 Jahren entschlossen sich
mehrere europäische Regierungen, sich zusammenzutun und eine eigene europäische
Flugzeugfabrik aufzubauen. Am Anfang spottete alle Welt über
das europäische Projekt. Inzwischen kommt fast jedes zweite Verkehrsflugzeug, das auf der
Welt seinen Liniendienst aufnimmt, aus den europäischen Flugzeugfabriken. Ihr kennt
sicher alle die Airbusse. Anfangs gab es nur ein Modell. Inzwischen gibt es eine ganze
Palette für alle Zwecke und alle Strecken. Der größte Airbus sieht aus wie ein dicker
Delfin. Er hat ein großes hochklappbares Maul. Er ist speziell dafür gebaut, große
Airbusteile von einer Flugzeugfabrik zur anderen zu fliegen. So schön und schnell die Fliegerei
ist, so hat sie doch auch gewaltige Nachteile. Flugzeuge machen bei Start und Landung viel
Lärm, verbrauchen viel Treibstoff (Kerosin) und verschmutzen die Atmosphäre. Deshalb
richtet sich das Interesse der Konstrukteure vor allem darauf, Flugzeuge
umweltfreundlicher zu konstruieren. Sie bemühen sich, den Lärm zu mindern und den
Treibstoffverbrauch zu senken. Deshalb werden die Flugzeuge langsam ihr Gesicht ändern.
Die Tragflächen und die Kabinen werden größer. So können bei gleichbleibendem
Verbrauch wesentlich mehr Passagiere transportiert werden. 44. Woche - Erde
und Weltraum: Etwa 100 Jahre vor Christi
Geburt lebte der Grieche Ptolemäus in der ägyptischen Stadt Alexandrien. Schon
damals schrieb er eine "Anleitung zur Erdbeschreibung" , in der er die Lage
bekannter Städte und Länder auf der Erdkugel angab. Ja, Ptolemäus war sicher, dass die
Erde eine Kugel war. Er hatte sogar schon damals recht genau den Umfang der Erde
ermittelt. Was er nicht wusste, war, dass sich nicht die Sonne um die Erde, sondern die
Erde um die Sonne bewegte Doch all das frühe Wissen um die
Erde ging verloren oder verschwand tief in den Bibliotheken. Noch vor 500 Jahren war es
bei schwerster Strafe verboten, zu behaupten, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Bis
dahin glaubten die Seefahrer sogar noch an die Tellergestalt der Erde. Um nicht über den
Rand der Erde ins endlose All zu stürzen, hielten sich die Seefahrer auf ihren Fahrten
immer dicht an den Küsten. Mit ihren großen Entdeckungsreisen
bewiesen Kolumbus und Magellan, dass die Erde kein flacher Teller war. Sie stützen sich
bei der Planung ihrer Reisen auf die Berichte der Geografen ihrer Zeit. Eine wichtige
Orientierung gab ihnen seinerzeit der von dem Nürnberger Kartografen
entwickelte erste Globus. Kolumbus entdeckte auf der Suche nach Indien den Kontinent
Amerika, Magellan segelte als erster Seefahrer rund um die Erde. So bewies die Praxis die
Richtigkeit der Theorien 45. Woche - Sonne,
Mond und Sterne Heute wissen wir, dass das die Welt
riesig groß ist. Ob sie unendlich groß ist, kann keiner sagen. Wir wissen auch, dass es
im All viele Sonnensysteme wie unseres gibt, in dem sich Himmelkörper um einen anderen
drehen und dabei von Schwerkräften auf ihrem Kurs gehalten werden. Mit
ihren Raketen gelang es den Menschen vor 40 Jahren erstmals, die Schwerkraft der Erde zu
überwinden und hinaus ins Weltall zu fliegen. Zuerst kreisten russische Kosmonauten um
die Erde, dann landeten amerikanische Astronauten auf dem Mond. Weiter als bis zum Mond
ist jedoch noch kein Mensch gekommen. Erste Raketensonden sind auf dem Mars
gelandet und haben Bilder und Bodenproben zur Erde gefunkt. Andere Sonden sind auf dem Weg
in andere Galaxien. Wegen der großen Entfernungen ist es unmöglich, Menschen ins weite
All hinaus zu schicken. Wir könnten ihnen gar nicht genug zu essen mitgeben. Dazu kommt
noch das Problem der riesigen Entfernungen. Die Menschen würden sterben, bevor sie das
nächste Sonnensystem erreicht hätten. Die Reisegeschwindigkeit unserer
heutigen Raketen ist für solche Expeditionen viel zu niedrig. Während eine Rakete bei einer Geschwindigkeit von
etwa 20.000 Stundenkilometern 20 Stunden braucht, um den Mond zu erreichen, schafft das
Licht diese Strecke in etwas mehr als 1 Sekunde. Die Lichtgeschwindigkeit beträgt
nämlich 300.000 Kilometer pro Stunde. Da kommt so schnell nichts mit. Zum Abschluss möchte ich euch mit
einem kleinen Phänomen nachdenklich machen. Stellt euch einmal die Situation zu Jesu
Geburt vor. Das ist recht genau 2000 Jahre her. Säße ich auf einem 2000 Lichtjahre
entfernten Stern und hätte ein Superteleskop am Auge, könnte ich gerade jetzt
beobachten, was vor 2000 Jahren hier auf der Erde passierte. So lange brauchte nämlich
das Licht und mit ihm das Bild, bis es auf meinem Stern wäre. Hätte ich nun ein Raumfahrzeug, das
sich noch schneller als das Lichtmit dem Bild bewegte, könnte ich das Bild überholen und
rückwärt in die Vergangenheit sehen. Wäre ich nur lange genug unterwegs, könnte
ich sogar die Entstehung der Erde vor 5 Milliarden Jahren filmen. Lasst uns noch ein
Stück weiter denken: Viele Sterne, die oben am Himmel stehen, existieren gar nicht mehr. Was wir sehen, ist nur
noch ihr Bild, das sich im Weltraum verbreitet und das wir gerade einfangen. Es könnte uns also passieren, dass wir uns zu
einem Stern aufmachen, den wir zwar noch sehen, der aber schön längst untergegangen ist. 46. Woche -
Von Briefen und Paketen An früherer Stelle hatte ich schon
von den Staffelhölzern mit ihren eingekerbten Nachrichten berichtet. Das waren die Briefe
vor unserer Zeit. Auch Steintäfelchen, Wachstäfelchen und andere Schreibmaterialien
trugen Nachrichten. Später lernte man Papier herzustellen. Mit Gänsekielfeder und
Tinte schrieb man darauf die Nachrichten, also den den Brief. Früher gab es nur wenige Menschen,
die schreiben konnten . Entsprechend wenige Briefe wurden deshalb auch geschrieben.
Briefe, die an weit entfernt lebende Menschen adressiert waren, wurden der
Postkutsche mitgegeben. Die Fürsten von Thurn und Taxis betrieben einen
Postkutschen-Taxi-Unternehmen. Natürlich waren sie geschäftlich daran interessiert auch
Briefe zu befördern. Als Zeichen, dafür, dass die Transportgebühren ( das Porto)
bezahlt waren, klebten sie Marken auf die Briefe. So sind Briefmarken von Thurn und Taxis
heute begehrte Sammlerobjekte. Inzwischen hat sich einiges
geändert. Wenn du einen Brief schreibst, steckst
du ihn in den Umschlag (ins Kuvert), klebst dieses zu, gehts zur Post oder zum
Briefmarkenautomaten, löst eine Briefmarke,
klebst sie auf den Brief und wirfst dann den Brief in den Kasten. Stunden später
kommt ein Postbote vorbei, leert die Briefe in einen großen Postsack und transportiert
sie zum nächsten Postamt. Hier werden die Briefe gesammelt, ordentlich hintereinander
gestapelt, in Kisten gepackt und dann zum nächsten Sortieramt geschickt. Dort werden die Briefe aus dem Kasten
genommen und auf ein Sortierband gesteckt. Brief für Brief schnappt sich der
Greifer des Sortierbandes und führt ihn vor die Lesekamera. Für einen
Augenblick hält der Brief an. Die Kamera erkennt die Postleitzahl und sortiert den Brief auf das entsprechenden Förderband. So werden die
eingesammelten Briefe sekundenschnell den Postleitzahlgebieten zugeordnet und wandern in
die entsprechenden Transportboxen. Mit dem Lastkraftwagen werden die
Transportboxen ins zugehörige Transportcenter geliefert. Von dort gelangen sie in die
Zustellbezirke. Hier sortierten Postboten die Briefe in Fächer, die sich an den Straßen
und den Hausnummern orientieren. Die Briefträger packen sich dann ihr Briefbündel, laden
es auf den Zustellwagen und machen sich auf den Weg, um die Briefe auszuliefern. Früher haben die Leute oft von der
Schneckenpost geredet. Das stimmt gar nicht. Die Post ist sehr schnell. Die meisten
Briefe, etwa 90 Prozent, gelangen schon am Tag nach dem Einwurf zum Empfänger. Nur ganz
wenige Briefe brauchen einen oder zwei Tage länger. So wie Briefe, werden auch Pakete
verschickt und ausgeliefert. 47. Woche Von Telefax,
Telefon und E-Mail Bei diesem Thema kann ich gerade mal
150 Jahre zurückblicken. Das war die Zeit, in der Morse den Telegrafen und später
Philipp Reis das Telefon entwickelte. Es ist
verständlich, dass die Menschen schnell zu Gunsten ( auch zugunsten) des Telefons auf den
Telegrafen verzichteten. Beim Telefonieren kann man einfach reden. Da merkt keiner,
ob man einen Fehler schreibt oder nicht. Lange Zeit waren die Menschen mit dem
Telefon zufrieden. Der Telgraf wurde als Fernschreiber bei Firmen und bei Behörden
eingesetzt. Ich erinnere mich noch gut, wie die Fahndungsberichte der Polizei auf schmalen
Streifen ausgedruckt aus dem Fernschreiber ratterten. Zusammen mit meinem Vater las ich
damals die Streifen beim Ausdruck. Er klebte sie dann auf ein Blatt Papier und heftete die
Fernschreiben so an die Wand oder in den Ordner. Das ist Vergangenheit. Heute nutzen
wir Telefon und Telefax. Das Telefon funktioniert wie früher. Nur sind die Wahlscheiben
durch Tasten ersetzt und die Übermittlung der Sprache erfolgt nicht mehr nur in
Sinustönen, sondern vor allem als digitale Zeichen. Am Beispiel des Faxes mache ich das
deutlich. Wenn ich ein Blatt mit Text und
Bildern in ein Faxgerät einlege, läuft im Gerät ein komplizierter Prozess ab. Das Fax
teilt sich das Blatt in kleine Felder ein. Nehmen wir eine Auflösung von 100 dpi(Dots per
inch /Punkte pro Zoll) an, dann heißt das: Das Fax löst einen
Zollquadrat in 100 x 100 also in 10.000 kleine Quadrate auf. Dann schaut der Fax-Scanner
nach, welche von den Flächen weiß und welche schwarz bedruckt sind. Es merkt sich die
Position der bedruckten Flächen wie beim Schiffe-Versenken-Spiel und meldet dem Fax am
anderen Ende der Leitung: Achtung Feld xy ist schwarz, Feld yz bleibt weiß. So meldet es Punkt
für Punkt an das verbundene Fax. Dieses färbt die entsprechenden Felder auf seinem
Papier ein und heraus kommt eine ziemliche genau Kopie unserer Schreibens. Faxen ist eine feine Sache. Faxen
verlangt aber ziemlich aufwendige Geräte. Wir brauchen zwei Scanner und zwei
Druckeinrichtungen. Am PC lässt es sich noch leichter faxen. Da nennt man die Sache
E-Mail, Elektronische Mail, elektronische Post. Im Prinzip arbeitet E-Mail so ähnlich wie
ein Fax-Gerät. Nur dass ich hier den Text nicht erst schreibe, ausdrucke und den Ausdruck
ins Faxgerät lege, um ihn dann zu versenden. Bei E-Mail schreibe ich den Text in
eine Computer-Datei. Ich drucke ihn nicht aus.
Habe ich den Text geschrieben, wähle ich mich ins Internet ein und schicke meinen
geschrieben Brief mit einem Mausklick an meinen Briefpartner. Stopp. An meinen
E-Mail-Partner. Sekunden später ist der Brief dort. Mein
Gegenüber kann dann entscheiden, ob er den Brief nur liest oder ihn auch ausdruckt und
abheftet. Ähnlich wie E-Mails funktioniert auch der Versand von SMS
(Short-Message-Service). |