Schreib-Stube
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Hier ist meine Online-Schreibstube.
Hier schreibe und sammle ich Diktate zu allen möglichen Themen.
Reihenfolge und Anordnung werden von der Schreib-Chronologie bstimmt.
Wenn genug Diktate zusammengekommen sind, werde ich sie ordnen.
Später wird es auch Diktate für die Klassen 6,7 und 8 geben.

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Die Geschichte vom Hasen und vom Igel

Eigentlich ist die Geschichte vom Hasen und vom Igel keine Natur-Geschichte.  Weil sie aber auf einem großen Feld am Rande des Waldes spielt und die Akteure Tiere sind, schreibe ich sie hier im Kapitel 'Natur'.

Ein Hase und ein Igel lebten gemeinsam am Rande eines großen Feldes. Es verging kein Tag, an dem der Hase nicht prahlte, was für ein schneller Läufer er wäre. Dem Igel ging das allmählich auf die Nerven und er überlegte, wie er dem  angeberischen Hasen eine Lektion erteilen könnte. Die Frau des Igels hatte eine Idee.

Sie hieß ihren Mann, am nächsten Tag einen Wettlauf mit dem Hasen zu vereinbaren. Der Hase ließ sich nur allzu gene darauf ein. So verabredeten Hase und Igel, sich am nächsten Tag eine Stunde nach Sonnenaufgang am südlichen Ende des großen Feldes zu treffen. So geschah es.

Hase und Igel gingen in Startposition. Als Laufbahn wollten sie die tiefen Ackerfurchen nutzen. Der Hase gab das Startkommando und raste los. Er bemerkte wegen der tiefen Furche nicht, dass der Igel einfach sitzen blieb. Am anderen Ende des Ackers erscholl dem Hasen entgegen: "Ich bin schon hier." Weil sich Igelmann und Igelfrau so ähnlich sahen, erkannte der Hase die List nicht.

So sauste er hin und her. Doch stets war der Igel schon vor ihm am Ziel. Als er schließlich vor Erschöpfung aufgeben musste sagte der Igel: " Ich hoffe, es war dir eine Lehre. Denke stets daran, dass auch andere schnell laufen können."

Die Geschichte vom Löwen und der Maus

Einst fing ein Löwe eine Maus. Er wollte sie gerade verspeisen als ihm die Maus in letzter Not zurief:  ,,Warte Löwe, friss mich nicht! Verschone mein Leben. Vielleicht kann ich dir auch einmal einen Gefallen tun." Der Löwe lachte und sprach: ,, Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie du mir einen Gefallen tun könntest, doch will ich dir dein Leben und die Freiheit lassen.

" Vorsichtig setzte er die Maus auf den Boden zurück. Die verbeugte sich und dankte artig für die großzügige Geste des Löwen. Es dauerte nicht lange, da erscholl ein schauriges Gebrüll durch den Urwald. Die Maus eilte hin und sah den Löwen, der sich in einem starken Netz gefangen hatte. Mit jeder Bewegung verfing er sich noch heftiger in den Maschen. Da rief ihm die Maus zu: "Warte, Löwe, warte ! Ich werde dich befreien. Bleib einfach ruhig liegen. "

Sofort machte sich die kleine Maus daran die festen Seile des Netzes zu durchnagen. Schon nach kurzer Zeit war der Löwe frei. Der beugte sich nieder zur Maus und sagte:   ,,Nie hätte ich mir vorstellen können, dass so ein kleines Tier wie du mir eines Tages das Leben retten könnte. Er dankte ihr herzlich und ging seiner Wege. Seit dieser Zeit achten die Löwen die Mäuse und verzichten darauf, sie zu jagen.

Die Geschichte von Dädalos und Ikaros

Auf der Insel Kreta lebte einst König Minos. Der hielt einen wilden Stier gefangen. Der griechische Baumeister Dädalos sollte für den Stier ein Labyrinth errichten, aus dem dieser nie mehr entkommen sollte. Als das Labyrinth schließlich fertig war, bat Dädalos den König um seinen Lohn und um die Erlaubnis zurück nach Griechenland reisen zu dürfen. Doch König Minos verweigerrte dem  Baumeister die Rückreise. Da ging Dädalos zusammen mit seinem Sohn Ikaros an die Küste und sammelte Federn von den Schwingen großer Vögel. In ihrem Haus legten sie die Federn zurecht und verbanden sie mit Wachs zu festen Flügeln. Als diese  fertig waren, gingen Dädalos und Ikaros zum Strand, banden sich die Flügel an die Arme und erhoben sich mit kraftvollen Schlägen hoch in die Lüfte. Weit im Norden schimmerte die Küste Griechenlands. Dädalos hatte Ikaros zu Beginn des Fluges gewarnt, der Sonne nicht zu nahe zum kommen. Doch Ikaros beachtete die Warnungen des Vaters nicht. Er flog voraus. Höher und höher, der Sonne entgegen. Da ließen die Strahlen der Sonne das Wachs der Flügel schmelzen. Die Federn lösten sich. Ikaros stürzte ins Meer und ertrank. Dädalos erreichte Griechenland unversehrt. Trauernd saß er am Strand und wartete darauf, dass die Wellen seinen Sohn anspülten.

Die Sage vom Hund zu Weilburg

Am Schlosse zu Weilburg sieht man am Gesims das Bild eines kleinen Hundes in Stein gehauen. Ein  Graf von Nassau-Weilburg, der in dem Schlosse wohnte, besaß einst ein Hündchen, das er sehr liebte und das ihm nie von der Seite wich. Einmal war er aber doch ausgeritten, ohne es mitzunehmen. Das Tier war vergessen worden und in einem Zimmer oben im Schloss eingeschlossen. Niemand hörte es und ließ es heraus.  Es lief von der Tür zum Fenster und vom Fenster zur Tür, alles war umsonst.  Da sah es auf einmal durch das offene Fenster  seinen Herrn im Tale auf der anderen Seite der Lahn daherreiten, und es war ihm, als ob sein Herr es riefe. Das Hündchen sprang hoch vom Schlosse herab in den Fluss, schwamm bis ans Ufer, lief auf den Grafen zu, bellte und wedelte mit dem Schwanz.  Aber kaum hatte sein Herr es gestreichelt, da sank es von der übergroßen Anstrengung tot vor ihm nieder. Dem Grafen ging der Tad des treuen Tieres sehr nahe. Zur Erinnerung ließ er das in Stein gehauene Bild des Hündchens dort aufstellen, wo sich das Tier vom Fenster herab in die Lahn gestürzt hatte.

Woher die Burg Cransberg ihren Namen hat

In alter Zeit lebte auf der Burg Cransberg am östlichen Rande des Taunus hin zur Wetterau ein edler Graf. Er war ein tapferer Herr. Die Räuber fürchteten ihn, der Kaiser schätzte seinen staarken und gerechten Arm. So weit man von seiner Burg aus sehen konnte, ließ sich kein Räuber blicken. Wenn möglich legte er aber gerne seine Rüstung ab und ritt mit seiner Tochter über die Felder und durch die Wälder seiner Grafschaft.
Einmal trabten sie zur Herbstzeit hinaus in den Taunus. Hoch über ihnen zogen die Kraniche nach Süden. Da sahen sie, wie sich ein Adler auf einen der Kraniche stürzte. Der wehrte sich aber so heftig, dass der Adler mit dem Kranich ganz nahe neben dem Grafen zu Boden ging. Der Graf schoss und sein Pfeil tötete den Adler. Die Tochter der Grafen brachte den Kranich zur Burg, wo sie ihn gesund pflegte. Die Schwingen des Kranichs blieben aber so schwach, dass er den anderen Kranichen auf ihren Zügen im Frühjahr und Herbst nicht mehr folgen konnte. Er saß auf den Zinnen der Burg und rief den ziehenden Artgenossen hinterher.

Auf der anderen Seite der Höhe herrschte ein wilder Graf. Der unterdrückte seine Leute und dehnte seine Grafschaft immer weiter aus. Eines Tages hörte er von dem jungen Burgfräulein und dem Kranich. Er zog aus, um Burg und Fräulein zu gewinnen. Hochmütig ritt er zur Burg und forderte die Hand der jungen Gräfin. In dem Augenblick schrie der Kranich auf dem Turm voller Sehnsucht nach der Freiheit. Da reckte sich die junge Gräfin und sagte zu dem wilden Grafen: " Ich kann nicht mit dir gehen und deine Frau werden. Mein Herz würde an deiner Seite so laut schreien wie mein Kranich." Voller Zorn stürmte der Graf aus der Burg um am nächsten Tag mit seinen Kriegsleuten wiederzukommen um die Burg zu erobern.  Doch obwohl sich der alte Graf und seine Leute tapfer wehrten, wurden sie bald von Hunger und Durst geschwächt. Der feindliche Graf glaubte sich dem Sieg schon nahe. Als er abe zum Turm hoch blickte, sah er, wie sich der alte Graf und seine Tochter umarmten und gemeinsam in die tödliche Tiefe sprangen.

So hatte der wilde Graf zwar die Burg erobert, doch konnte er sich nicht als Sieger fühlen. Hoch oben auf dem Turm hockte der Kranich und schrie. Der wilde Graf hieß seine Leute, ihn vom Turm zu schießen. Doch keiner der Eroberer traf den klagenden Vogel.   Der hockte weiter auf dem Turm und schrie und schrie.  Da hielt es den fremden Grafen nicht länger auf der Burg. Der Kranich jedoch blieb auf der Burg. Seit dieser Zeit heißt die Burg Cransberg und führt einen Kranich im Wappen.

Von Siegfried und den Nibelungen

Vor langer Zeit lebte in Xanten am Niederrhein ein König. Der hatte einen Sohn. Dem war Xanten zu eng und so machte er sich auf den Weg, das Land zu erkunden. Schon bald kam er zu einem großen Wald. Dort traf er auf einen Schmied, der für seine Schmiedekunst berühmt war. Siegfried bot dem Schmied seine Dienste an. Dieser nahm das Angebot an, ohne zu wissen, dass sein neuer Lehrling ein Königssohn war. Tag für Tag stand Siegfried nun am Amboss und lernte die Kunst des Schmiedens. Allmählich nahte die Zeit der Abreise. Als Meisterstück schmiedete Siegfried sich ein reich verziertes Schwert. Er schmiedete und schliff es  so lange, bis die Klinge so scharf war, dass er mit ihr ein Wollflocke im Fluss durchtrennen konnte.

Dann machte er sich auf den Weg. Von seinem Meister hatte er gehört, dass in der Mitte des Waldes in einer tiefen Schlucht ein Drache lebte. Den wollte Siegfried töten. Schon von weitem hörte er das Fauchen und Zischen des Drachen. Schwefliger Dampf strömte aus dessen weit geöffnetem  Rachen. Siegfried ließ sein Pferd zurück und ging tapfer dem Drachen entgegen. Als der sich auf Siegfried stürzen wollte versetzte Siegfried ihm ein Reihe scharfer Hiebe mit seinem neuen Schwert. Wütend griff der Drache erneut an. Da sprang Siegfried auf den Drachen zu und stach das Schwert tief in des Drachen Herz. Tödlich verwundet brach dieser zusammen. Dampfend strömte das Drachenblut aus den zahlreichen Wunden.

Weil Siegfried von einer weisen Frau gehört hatte, dass Drachenblut unverletztbar macht, badete er im Blut des Drachens. In der Freude, den Drachen erschlagen zu haben, spürte Siegfried zu spät, dass ein einzelnes Lindenblatt zwischen seinen Schultern klebte. Ein kleines Blatt machte Siegfried verletztlich. Ein kleines Blatt sollte später dem tapferen Könissohn zum Verhängnis werden.  

Die Nikolaus-Geschichte

Nikolaus war ein gutherziger Mann, der in Smyrna lebte. Smyrna heißt heute. Izmir und ist eine große Stadt in der westlichen Türkei. So gesehen wäre Nikolaus heute Türke. Damals gehörte die westliche Türkei noch zum oströmischen Reich. Die Hauptstadt des oströmischen Reiches hieß zuerst Byzanz, wurde dann nach Kaiser Konstantin in Konstantinopel umbenannt.

Heute heißt Kontantinopel Istanbul.  Doch zurück zu Nikolaus. Er galt als guter, großherziger Mann. Er war Bischof und ging abends allein und unerkannt durch Smyrna. Dabei legte er den Leuten, die in Not waren, gerne Geschenke vor die Tür. Dann verschwand er unerkannt.

Seine guten Taten blieben jedoch nicht lange geheim. So kam es, dass die Leute ihrem Bischof ein Denkmal setzten. Dieses Denkmal war Vorbild für die Gestalt des modernen Nikolaus: Eine hohe Bischofsmütze, ein langer weißer Bart, ein weiter Mantel. Nur Stiefel dürfte der echte Nikolaus nie getragen haben, weil es in der Türkei so warm ist, dass man keine Stiefel braucht.

Als Bischof wurde Nikolaus nach seinem Tod in der Kirche beigesetzt. Als es dann in den folgenden Jahrhunderten heftige Kämpfe zwischen den Christen und dem damals neuen Glauben des Islam gab, nutzten italienische Seefahrer die Wirren und raubten die Gebeine, also das Skelett des Nikolaus und brachten es nach Bari in Italien. Dort sind die Gebeine noch heute bestattet. Die Forscher sind sich aber nicht sicher, ob es sich bei den Gebeinen wirklich um das Skelett des Nikolaus handelt.

Die Weihnachtsgeschichte

Ihr kennt alle die Weihnchtsgeschichte.  Sie begann mit der Aufforderung des damaligen römischen Kaisers Augustus. Der verlangte, dass alle Bürger des römischen Reiches an den Ort gehen sollten, an dem sie geboren waren. Augustus wollte nämlich einmal wissen, wie viele Menschen in dem riesigen römischen Reich lebten. Das Land Israel war damals auch ein Teil des römischen Reiches.

Also machten sich damals auch Josef und Maria auf den Weg zu ihrem Geburtsort. Sie lebten in Nazareth, mussten sich aber in Betlehem registrieren und zählen lassen. Maria war schwanger. Weil die wenigen Gasthöfe, die es damals gab, alle belegt waren, mussten sie in einem Stall übernachten. 

Man muss wissen, dass es in der Wüste nachts sehr  kalt wird. Da war es ihnen lieber, in einem geschützten Stall, als im offenen Feld zu schlafen. In der Nacht setzten bei Maria die Wehen ein. Sie gebar einen Knaben, den die Eltern Jesus nannten. Der biblischen Geschichte nach soll damals ein Stern über Bethlehem geleuchtet haben.

Mit diesem Stern hatte es eine besondere Bewandtnis. Er war weithin zu sehen und führte auch die sogenannten Heiligen drei Könige ins Land Israel. Sie folgten dem Stern, weil es hieß, es würde ein neuer König geboren. Logischerweise suchten sie das Baby, also den Königssohn, am Königshof in Jerusalem.

Dort herrschte zu dieser Zeit ein König mit Namen Herodes. Kaiser Augustus war zwar sein Chef, aber die kleineren Dinge durfte Herodes selbst entscheiden. Als die drei Könige aus dem Morgenland zu seinem Hof kamen, wunderte sich Herodes sehr. Ihm war nicht bekannt, dass er einen Sohn bekommen haben sollte. Zwar hatte er, wie die meisten orientalischen Könige mehrere Frauen, aber ein Kind war in der Nacht nicht geboren worden.

Herodes war ein listiger und verschlagener (falscher) Mann. Er fragte die drei Könige aus dem Morgenland aus. Sie sagten: "Es wird ein König geboren, der mächtiger wird, als alle Könige der Welt." Herodes fürchtete um seine Herrschaft und um seinen Thron. Listig bat er die 3 Könige, ihm doch Nachricht zu geben, wenn sie den neuen Königssohn gefunden hätten. Die drei heiligen Könige erkannten jedoch die böse Absicht und beschlossen, Herodes nichts zu berichten.

Sie fanden Jesus mit seinen Eltern in einem einfachen Stall in einer Krippe, einem Futtertrog. Weil Maria kein Bettzeug hatte, bettete sie Jesus auf Stroh. Die drei Könige machten sich auf den Heimweg, ohne Herodes zu berichten, dass sie den neuen König in Bethlehem in einem Stall gefunden hatten. In der Nacht soll ein Engel erschienen sein, der Maria und Josef warnte und ihnen sagte, sie sollten besser nach Ägypten flüchten.

Das war auch gut so, denn Herodes hatte den drei Königen einen Späher, heute würden wir sagen einen Mann vom Geheimdienst,  hinterhergeschickt, der auskundschaften sollte, wo denn der neue König geboren worden war. Es war gut, dass Maria und Josef mit Jesus nach Ägypten geflohen waren. In einer der nächsten Nächte ließ Herodes der Erzählung nach alle neugeborenen Buben der Gegend grausam erschlagen.

Übrigens: Die Sache mit dem Stern hat sich tatsächlich zugetragen. Vor ziemlich genau 2000 Jahren zog ein Komet über nächtlichen Himmel über Israel. Das konnten Astronomen (Sternforscher) genau zurückrechnen. Vermutlich haben die drei Weisen (Klugen) aus dem Morgenland diesen Kometen mit seinem langen leuchtenden Schweif als Zeichen für die Geburt des neuen Herrn angesehen, wie sie in der Heiligen Schrift angekündigt wurde.

Deutschland

Deutschland ist in seiner jetzigen Form eines der jüngsten Länder Europas. Es hat lange gedauert, bis die Deutsch sprechenden Menschen ein eigenes Land mit dem Namen Deutschland gründen konnten. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 lebten die Deutschen in zahlreichen Splitterstaaten.

Vor etwa 2000 Jahren war das heutige Deutschland im Norden von Germanen, im Süden von Kelten besiedelt. Nach Christi Geburt drangen die Römer nach Norden vor und besetzten das südliche und mittlere Deutschland. Nachdem die Römer vertrieben waren, machten sich viele verschiedene Germanenstämme das Land und die Macht streitig.

Besser wurde es erst mit Karl dem Großen. Der Franke einigte die deutschen Stämme und ließ sich zum Kaiser des Frankenreiches wählen. Er unterwarf auch die heidnischen Sachsen und bekehrte sie zum Christentum. Nach Karl dem Großen zerfiel das Frankenreich wieder: Seine Nachfolger hatten nicht die Kraft, die Stämme zusammenzuhalten.

In Deutschland bildeten sich viele Stammesgebiete heraus, die von kleinen Königen, von Fürsten und Bischöfen regiert wurden. Das wurde erst anders, als der König von Preussen neben den Österreichischen Kaisern zum mächtigsten Herrscher auf deutschsprachigem Gebiet wurde. Zu dieser Zeit stritten Preussen und Österreich um die Vorherrschaft in Mitteleuropa.

Der Französische Kaiser Napoleon machte aber beiden Ländern einen Strich durch ihre Rechnung. Kurzerhand eroberte er den größten Teil Europas und ordnete die Staaten neu. Nach seinem Tod dauerte es noch fast 50 Jahre, bis der preussische König und sein Kanzler Fürst Bismarck das Deutsch Reich ausriefen.

Unsere Welt

Wenn wir von der unserer Welt sprechen, meinen wir eigentlich unsere Erde. Die Erde ist eine Kugel. Sie entstand aus Sonnenmaterie, die vor etwa 5 Milliarden Jahren von der Sonne weggeschleudert wurde und nun in einer weiten Umlaufbahn um die Sonne kreist.

Das Erdinnere ist noch glühend heiß. Manchmal dringt die glühende Masse als Lava, man sagt auch Magma, an die Erdoberfläche, erkaltet und erstarrt. Man nennt diese Erscheinung Vulkanismus. Der Vulkanismus formt und verändert die Erde ständig.

Forscher haben inzwischen herausgefunden, dass die Kontinente auf dem glühenden Erdinnernen schwimmen wie Flöße auf dem Wasser. Die Kontinenten driften, das heißt treiben. Dabei reißen sie an einigen stellen auseinander, an anderen Stellen stoßen die Erdplatten zusammen. Diese Zusammenstöße lösen Erdbeben, Seebeben und Riesenwellen, die Tsunamis aus.

Auch die Ozeane schwimmen auf der glühenden Magma des Erdinneren. Wasser bedeutet Leben auf der Erde. Zwei Drittel unserer Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Die größten Meere sind der Atlantische Ozean ( Atlantik), der Pazifische Ozean (Pazifik) und der Indische Ozean.

Unsere Kontinente haben sich aus dem Urkontinent Pangäa aufgespalten. Wenn ihr aufmerksam eine Weltkarte studiert, seht ihr, dass man die Kontinente wie Puzzle zu einem großen Kontinent zusammenfügen könnte.  Unsere Kontinente heißen Afrika, Amerika, Asien, Australien, Europa und Antarktis.

Europa

Einer der 6 Kontinente ist Europa. Seinen Namen hat Europa von einer wunderschönen jungen Frau, die Zeus, der Göttervater der alten Griechen, einst von einem wilden Stier entführen ließ. Die Geliebte des Zeus trug den Namen Europa.

Europa ist eigentlich Teil des großen eurasischen Kontinents. Eine wirkliche Abgrenzung zwischen Europa und Asien gibt es nicht. Eine gewisse Abgrenzung ist eine relativ schmales, von Nord nach Süd verlaufendes  Gebirge in Russland, der Ural.

Westlich vom Ural liegen die europäischen Länder, östlich des Gebirges die asiatischen Länder. Europa ist in viele kleinere Länder zersplittert.Das hängt mit der Geschichte Europas zusammen. Nach vielen kleinen und zwei großen Weltkriegen haben sich die Europäer entschlossen, zukünftig in Frieden miteinander zu leben.

Sie gründeten die Europäische Union, die EU. Die Hauptstadt der EU liegt in Belgien, in Brüssel. Die Fahne der EU ist tiefblau mit goldenen Sternen. Die Sterne stehen wie bei der amerikanischen Flagge für die Länder, die die EU gründeten. Wenn du dir einmal eine EU-Fahne anschaust kannst du abzählen, wie viele Länder die Europäische Union gegründet haben.

Wir grüßen das neue Jahr mit einem großen Feuerwerk

Mit Silvester endet das alte Jahr. Um Mitternacht beginnt das neue Jahr. In der Silvesternacht bleiben die meisten Menschen wach und feiern. Sie essen, trinken, scherzen und wünschen sich gegenseitig Glück, wenn die Uhr Mitternacht schlägt. Dann begrüßen sie das neue Jahr mit einem bunten Feuerwerk.

Das Pulver haben die Chinesen erfunden. Sie stellten schon vor 2000 Jahren Feuerwerk her. Wir haben es von ihnen gelernt. Deshalb nennen wir Kracher noch heute China-Kracher oder China-Böller. Auch die bunten Raketen und Feuerräder sind von China her zu uns gekommen.

Weil Kracher, Böller, Heuler und Raketen oft mehr Pulver enthalten als Patronen, stellen sie eine große Gefahr dar, wenn man sie nicht richtig handhabt. Sie dürfen deshalb nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden. Die Geschäfte achten inzwischen ziemlich genau darauf, dass die Käufer mindestens 18 Jahre alt sind. Wenn die Verkäuferinnen und Verkäufer Zweifel haben, verlangen sie einen Ausweis.

Kracher und Raketen funktionieren eigentlich ganz einfach. Pulver, das man auf den Boden schüttet und anzündet brennt schlagartig mit großer Stichflamme ab.    Packt man aber eine abgewogene Menge Pulver in einen Papphülse, verschließt diese und versieht sie mit einer Zündschnur, hat man einen Böller. Wenn das Feuer über die Zündschnur das Pulver erreicht, will dieses verbrennen. Weil es eingesperrt ist kann es aber nicht richtig brennen. Es macht sich Platz, es explodiert.

Bei Raketen ist das ähnlich. Das Pulver wird in eine Papphülse gepackt, die nach unten nur leicht verschlossen ist. Von unten führt auch die Zündschnur an das Pulver. Im oberen Teil der Rakete werden Kugeln, die aus Pulver und anderen Chemikalien bestehen, eingepackt. Der Raketenkörper wird mit Papier an einem kurzen leichten Stab befestigt. Zündet man die Zündschnur an, entzündet diese das Pulver. Das Pulver brennt ab, erzeugt einen Rückschub, der  die Rakete in die Luft treibt. Hoch in der Luft entzünden sich auch die Kracher und Sterne und sinken in weitem Boden zur Erde zurück.

Das neue Jahr

Das neue Jahr beginnt mit dem Januar. Die weiteren Monaten heißen Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. Die Namen der Monate haben wir von den Römern übernommen.  So ist der März nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt, der Juni nach der Göttermutter Juno und der August nach Kaiser Augustus.

Oktober war früher der achte, November der neunte und Dezember der zehnte Monat des Jahres. Aus praktischen Gründen hat man später noch zwei weitere Monate eingeführt. Zwölf Monate lassen sich nämlich besser einteilen als 10 Monate. Denkt nur einmal daran, dass das Jahr in 4 Vierteljahre zu je drei Monaten eingeteilt ist.

Dennoch stimmt die Monatseinteilung nicht exakt mit der Einteilung in Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter überein. Da hat sich etwas verschoben. Das hat seinen Grund darin, dass man früher die Dauer eines Jahres nicht so ganz exakt messen konnten. So hat sich der Kalender unmerklich verschoben. Vor einigen hundert Jahren hat man deshalb eine Kalender-Konferenz gemacht und den Kalender neu justiert.

Weil ein Jahr fast 6 Stunden länger ist als 365 Tage, fasst man diese 6 Stunden über 4 Jahre zusammen und fügt dann 4 mal 6 Stunden, also 24 Stunden als 29. Februar ein. Man schaltet also einen Tag dazwischen. Deshalb nennen wir jedes vierte Jahr auch Schaltjahr. Schaltjahre erkennen wir an den Zahlen aus dem Vierer-Einmaleins. Also , 2004, 2008, 2012, 2016 und so weiter.

Weil das Jahr aber nicht ganz 6 Stunden länger als 365 Tage ist, schleicht sich doch wieder ganz langsam ein Fehler in den Kalender ein. Dem Fehler schlagen die Kalendermacher ein Schnippchen, indem sie alle 100 Jahre, also 2000, 2100, 2200 usw. den Schalttag weglassen. Aber über diese Zeit müssen wir uns noch keine Gedanken machen.

Sonne, Jahreszeiten und Kalender

Schon die alten Ägypter hatten erkannt, dass die Länge eines Jahres vom Lauf der Sonne bestimmt wird. Nicht ohne Grund bauten sie die spitzen Pyramiden und Obelisken (Säulen), mit deren Hilfe sie den Sonnenstand und damit die Zeit festlegen konnten. Die Schatten der Pyramiden und Obelisken waren so etwas wie die Zeiger der früheren Uhren.

Wir nutzen das Prinzip noch heute bei der Sonnenuhr. Man muss nur einen Stab in den Boden stecken und täglich den kürzesten Schatten markieren. Wenn der Schatten am kürzesten ist, steht die Sonne am höchsten. Dann ist Mittag. So haben es schon die alten Ägypter gekannt. Mit ein wenig Geometrie konstruiert man mit Stab und Schatten eine Sonnenuhr.

Wenn man diese Sonnenuhr genau beobachtet, wird man merken, dass im Winter die Schatten länger als im Sommer sind. Das liegt  am Sonnenstand. Im Sommer steht die Sonne am höchsten. Dann wirft sie mittags um 12 ihren kürzesten Schatten im ganzen Jahr.

Mit dieser Beobachtung konnten die alten Ägypter schon früh die Länge eines Jahres bestimmen. Sie müssten nur noch zählen, wie viele Tage vergehen mussten, bis die Sonne zum nächsten Mal auf ihren kürzesten Schatten trifft. Je größer dann so eine Sonnenuhr kostruiert (konzipiert) ist, desto genauer kann man sie ablesen. 

Um den Eiffelturm in Paris könnte man eine supergenaue Sonnenuhr zeichnen. Der Eiffelturm wäre mit seinem Schatten ein riesiger Zeiger. Weil es aber in Europa nicht immer so sonnig wie in Ägypten ist, eignet sich der Eiffelturm nur an sonnigen Tagen als Zeiger für die Sonnenuhr. Wenn wir das so sehen, können wir auch verstehen, warum die Ägypter die Zeit und die Uhr erfunden haben und nicht die Germanen.

Hessen

Hessen hat ebenfalls nur eine sehr kurze eigene Geschichte. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches war Hessen in zahlreiche kleine Herrschaften zersplittert. Zahlreiche Grafen, Herzöge und Fürsten regierten die kleinen Grafschaften, Herzogtümer und Fürstentümer auf dem Gebiete des heutigen Hessens.

Mit einem Federstrich machte Napoleon vor 200 Jahren ein Ende mit den zahlreichen kleinen Herrschaften. Die kleinen Länder wurden zu größeren Gebieten zusammengefasst, neue Regierungssitze eingerichtet, neue Fürsten ernannt.

Fünfzig Jahre später verleibten sich die Preussen halb Hessen ein. In meiner Heimat sagt man noch heute  'Ich gehe in Preussische' ,wenn man gerade mal über den nächsten Berg geht. Die Grenze zwischen Nassau und Preussen verlief vor etwa 150 Jahren mitten durch Hessen. Zahlreiche Grenzsteine künden noch aus dieser Zeit.

Die weitere Geschichte von Hessen interessiert vor allem Historiker. Das sind Forscher beziehungsweise Wissenschaftler, die sich mit der Geschichte befassen. Wir schauen uns morgen einmal unser Hessenland an.

Hessen ist eines der kleinsten Bundesländer. Auf seiner Fläche von etwa 21.000 Quadratkilometern leben etwa 6 Millionen Hessen. Die meisten von Ihnen leben im Rhein-Main-Gebiet rund um Frankfurt. Weitere Siedlungsschwerpunkte sind das Limburger und das Gießener Becken, das Gebiet rund um Kassel und das Fuldatal. Dazwischen  ist Hessen ziemlich dünn besiedelt.

Die hessische Landesregierung

Frankfurt ist mit etwa 650.000 Einwohnern die größte Stadt Hessens. Dennoch ist das viel kleinere Wiesbaden die Hauptstadt Hessens. Hier in Wiesbaden hat die hessische Landesregierung ihren Sitz. Chef der Regierung ist der Ministerpräsident. Seine Manager sind die Minister.

Das Büro des Ministerpräsidenten ist die Staatskanzlei. Kanzlei ist ein anderes Wort für Büro. Der Chef der Kanzlei ist eigentlich der Kanzler. In Hessen ist der Kanzleichef der Ministerpräsident. Der Ministerpräsident sitzt den Ministern vor. Er bestimmt, was gemacht wird.

Es gibt Minister für viele Aufgaben. Um die Schulen und Hochschulen (Universitäten) kümmert sich der Bildungsminister. In Hessen ist das im Augenblick eine Ministerin. Um das Geld kümmert sich der Finanzminister, um Straßen, Eisenbahnen, Schifffahrt und Flugverkehr kümmert sich der Verkehrsminister.

Dann gibt es noch den Sozialminister, den Justizminister, den Innenminister und den Wirtschaftsminister. Sollte ich einen vergessen haben, kann er nicht ganz so wichtig sein.  Einen Verteidigungsminister gibt es in Hessen nicht, weil Hessen keine Soldaten mehr hat.

Weil Minister oft unterwegs sind und viel beschäftigt sind, brauchen sie einen Vertreter. Den Vertreter eines Ministers nennen wir Staatssekretär.  Der Staatssekretär kümmert sich darum, dass im Ministerium die Arbeit gemacht wird und berichtet dann dem Minister über die geleistete Arbeit.

Der Ministerpräsident wird von den Bürgern Hessens gewählt. Sobald man 18 ist, darf man wählen.  Dann kreuzt man auf dem Stimmzettel im Wahllokal die Partei an, die man wählen möchte. Zum Beispiel die CDU, die SPD, die FDP oder die Grünen.

Das Parlament

Abends um 18.00 Uhr schließen in ganz Hessen die Wahllokale. Dann werden die Stimmzettel ausgezählt. Die Ergebnisse werden nach Wiesbaden gemeldet. Dort werden die Stimmen aus ganz Hessen zusammengezählt. Kurz vor Mitternacht gibt der Wahlleiter das Ergebnis bekannt. Er sagt dann,  welche Partei wie viele Stimmen für sich gewinnen konnte.

Am Wahlabend laufen die Politiker wie aufgeregte Hühner hin und her. Es ist wichtig, möglichst viele Stimmen zu bekommen. Je mehr Stimmen eine Partei gesammelt hat, desto mehr Abgeordnete darf sie ins Parlament schicken. Wer dort die meisten Abgeordneten hat, kann bestimmen, welche Politik in Hessen gemacht wird.

Wer regieren will muss etwas mehr als die Hälfte aller Stimmen haben. Wer mehr als die Hälfte der Stimmen hat, kann auch etwas mehr als die Hälfte der Abgeordneten, der Parlamentarier ins Parlament, in den Hessischen Landtag schicken.

Manchmal erreicht keine der Parteien mehr als die Hälfte der Stimmen. dann müssen sich zwei Parteien zusammentun und gemeinsam regieren. Sie müssen dann so etwas wie eine Beziehung auf Zeit vereinbaren. Spätestens zur nächsten Wahl trennen sie sich wieder.