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Legasthenie
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Liebe Besucherinnen und Besucher ! Seit etwa 100 Jahren ist das Phänomen bekannt, dass Kinder, die eigentlich ganz clever sind, einfach nicht richtig lesen und schreiben lernen. Es hat viele Versuche gegeben, das Problem zu beheben oder zu verringern, doch so ganz erfolgreich waren alle Bemühungen nicht. In den letzten Jahrzehnten wurde das Problem mit dem Fachwort Legasthenie beschrieben. Weil Legasthenie das Problem zu scharf ab- und eingrenzte, hat sich deshalb das Kürzel LRS für die verbreitete Lese-Rechtschreib-Schwäche durchgesetzt. Lese-Rechtschreib-Schwäche und Legasthenie Es gab und gibt immer wieder Kinder, die mehr oder minder ausgeprägte Schwächen im Lesen und im Schreiben zeigen. Besonders auffällig sind dabei Kinder, die unter der definierten Unter 100 Kindern finden sich etwa 5 Kinder mit Anzeichen von Legasthenie. Das sind etwa 5 % aller Kinder. In den meisten Fällen hat die Schreib-Lese-Schwäche andere Hintergründe. Fachleute listen hier eine Reihe von möglichen Ursachen auf. Lassen Sie mich die verbreitetsten Ursachen in Kürze nennen:
Wenn die Schulleistungen eines Kindes in fast allen Fächern befriedigend oder sogar gut sind, aber im Fach Deutsch Probleme beim Lesen und in der Rechtschreibung auftreten, liegt aller Wahrscheinlichkeit nach eine Legasthenie vor. Ein wenig präziser kann man es so formulieren: Wenn Schwierigkeiten beim Schreiben und Lesen auftreten, obwohl eine relativ hohe Intelligenz zu erkennen ist, liegt der Verdacht nahe, dass in diesem Fall eine Legasthenie vorliegt. Aus diesem Grund ist ein Intelligenz-Test stets einer der Diagnose-Bausteine bei der Untersuchung auf Legasthenie. Die Diskrepanz zwischen schwachen Schreib- und Lese-Leistungen und einer offensichtlich durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Intelligenz hat Praktiker und Forscher schon vor über 100 Jahren nachdenklich gestimmt und sie veranlasst, den Ursachen dieser Leistungs-Diskrepanz auf den Grund zu gehen. Was deutet auf Legasthenie hin ?
Was geschieht beim Verdacht auf Legasthenie ? Vom schulpsychologischen Dienst wird zunächst einmal ein Intelligenz-Test vorgenommen, um zu klären, ob hier nicht eine allgemeine geringe Begabung bzw. eine allgemeine Lernbehinderung vorliegt. Zeigt der Test, dass das Kind angesichts der ermittelten Intelligenz sowohl schreiben als auch lesen können müsste, werden zum Nachweis der Legasthenie spezielle Schreib- und Lesetest durchgeführt. Wie kann man Legasthenie-Kindern helfen ? Dazu verdeutlichen wir uns zuerst einmal das Problem. Legastheniker können schwer strukturieren. Vor ihren Augen und in ihrem Kopf purzeln Buchstaben und Wörter förmlich durcheinander. Zur Therapie heißt es jetzt, möglichst viel Ordnung in die Buchstaben, in die Wörter in den Text und auch in den gesamten Untericht zu bringen. Je übersichtlicher der Unterricht und die Lernschritte vonstatten gehen, desto mehr kann der Legastheniker davon profitieren. Praktisch heißt das:
Letztere Ratschläge gelten als Therapie in einfachen Fällen und als vorbeugende Maßnahmen. In vielen Fällen ist es angeraten, Rat und Hilfe in einer lernpsychologischen Praxis zu suchen. Mehr zu LRS auf den entsprechenden Seiten von www.wikipedia.de Im frei zugänglichen und frei nutzbaren Internet-Lexikon www.wikipedia.de finden Sie ausführliche Informationen, Hintergrundwissen und Hinweise auf Fachliteratur bezüglich LRS und Legasthenie.Einen Auszug aus Wikipdia finden Sie im Anschluss an diese Zeilen. Wikipedia ist ein frei nutzbares Lexikon und erlaubt auch, Inhalte zu kopieren und zu publizieren, sofern auf die Quelle hingewiesen wird. Die folgenden Beiträge sind im Format - nicht inhaltlich - an diese WebSite angepasst. Die Original-Beiträge finden Sie unter www.wikipedia.de unter den Such-Begriffen LRS oder Legasthenie. Experten in www.wikipedia.de zu LRS und Legasthenie Unter der Legasthenie , (altgriechisch: legein für sprechen [hier lesen, schreiben, "auslegen"], a für nicht [hier "un-"], sthenos/sthenein für Kraft/ stark sein [hier imstande sein]; unfähig-sein-auszulegen, Lese-Rechtschreibstörung; Lese-Rechtschreib-Schwäche; Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit; LRS) versteht man eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache. Die betroffenen Personen (Legastheniker) haben Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache und umgekehrt. Als Ursache werden eine genetische Disposition, Probleme der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung , der Verarbeitung der Sprache und vor allem der Phonetik angenommen. Die Störung tritt isoliert und erwartungswidrig auf, d. h. die schriftsprachlichen Probleme entstehen, ohne dass es eine plausible Erklärung wie eine generelle Minderbegabung oder schlechte Beschulung gibt. Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie geht davon aus, dass in Deutschland 4 % der Schüler von einer Legasthenie betroffen sind. Bei frühzeitiger Erkennung können die Probleme meist kompensiert werden; je später eine Therapie ansetzt, desto geringer sind in der Regel die Effekte. ErscheinungsbildGemäß der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird zwischen der Lese-Rechtschreibstörung , der isolierten Rechtschreibstörung und einer kombinierten Störung schulischer Fertigkeiten unterschieden. Zu Beginn des Schriftspracherwerbs können Probleme beim Aufsagen des Alphabets, der Benennung von Buchstaben oder dem Bilden von Reimen auftreten. Später zeigen sich Leseprobleme, die folgende Formen annehmen können:
Ebenso können Probleme im Leseverständnis auftreten, die sich folgendermaßen äußern:
Diese Lese- und Rechtschreibfehler sind nicht typisch für Kinder mit Legasthenie, sondern alle Kinder, die das Lesen und Schreiben erlernen, machen anfänglich die gleichen Fehler in verschieden starkem Ausmaß. Bei den meisten Kindern nehmen die Probleme jedoch sehr rasch ab und verschwinden schließlich weitgehend. Kinder mit Legasthenie machen die Fehler wesentlich häufiger und die Probleme bleiben über lange Zeit stabil. Auffällig ist die enorme Inkonstanz der Fehler: Weder ist es möglich, stabile Fehlerprofile zu ermitteln, noch gibt es eine bestimmte Systematik der Fehler. Ein und dasselbe Wort wird immer wieder unterschiedlich falsch geschrieben. Auch wenn eine Legasthenie nicht anhand der Fehlertypen diagnostiziert werden kann, so hat sich doch unter therapeutischen Gesichtspunkten eine Unterteilung der Fehler in die folgenden Fehlerarten als hilfreich erwiesen:
UrsacheZur Entstehung einer Legasthenie können vielfältige Ursachen beitragen, wobei in aller Regel verschiedene Faktoren zusammenwirken. Andererseits führen einzelne Einflüsse, wie z. B. eine genetische Vulnerabilität nicht zwangsläufig zur Herausbildung einer Lernstörung sondern können durch präventive Maßnahmen im Vorschulalter und weitere intensive Betreuung während der gesamten Schul- und Ausbildungszeit kompensiert werden. Derzeit werden unter anderem die folgenden Ursachen diskutiert:
Diagnostik Besteht ein Verdacht auf Legasthenie, so müssen zunächst organische Ursachen wie das Vorliegen einer Schwerhörigkeit oder Fehlsichtigkeit ausgeschlossen werden. Hierzu muss das Kind von einem Facharzt untersucht werden. Mit den Eltern sollten ungünstige Rahmenbedingungen abgeklärt werden, wie das Vorliegen seelischer und psychischer Belastungen beispielsweise aufgrund der Trennung der Eltern, unangemessener Leistungsdruck, die häusliche Arbeits- und Wohnsituation, der Fernsehkonsum etc. Unter Umständen können bereits an dieser Stelle Ursachen für die Leistungsproblematik identifiziert und behoben werden. Kann keine Ursache der Schwierigkeiten gefunden werden, sollte als nächstes sowohl der Leistungsstand des Kindes als auch das Leistungsprofil erfasst werden. Hierzu gibt es eine ganze Reihe standardisierter Verfahren, mit denen die Leistung des Kindes sehr genau beurteilt werden kann. Zur Abgrenzung zwischen allgemeinen Problemen im schriftsprachlichen Bereich und der Teilleistungsstörung Legasthenie wird neben der Leistung in Lese-Rechtschreib-Tests außerdem die Leistung in einem Intelligenztest herangezogen. Eine Legasthenie wird dann diagnostiziert, wenn bei schwacher schriftsprachlicher Leistung eine deutlich höhere Intelligenzleistung vorliegt. Dieses Diskrepanzkriterium ist Gegenstand kontroverser Debatten, und bislang konnte kein Konsens erzielt werden. Was braucht der legasthene Schüler?
Quelle: Judith Stansfield Using technologies to support the dyslexic learner Prävention und TherapieLegasthenie kann sehr effektiv behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Am erfolgreichsten sind präventive Maßnahmen vor dem eigentlichen Schriftspracherwerb oder im ersten Schuljahr. Diese präventiven Maßnahmen basieren auf der Diagnose und Förderung der phonologischen Bewusstheit. Idealerweise sollten potentielle Schwierigkeiten erkannt und angegangen werden, bevor Probleme im Schriftspracherwerb überhaupt in Erscheinung treten. Bleiben bei einem Kind dauerhafte Probleme in der Schriftsprache bestehen, so empfiehlt es sich, so frühzeitig wie möglich mit der Förderung zu beginnen. Interventionsmaßnahmen entfalten ihre größte Wirkung in den beiden ersten Grundschulklassen, danach chronifizieren die Probleme sehr rasch. Im deutschen Sprachraum sind die folgenden Trainingsprogramme anerkannt und z. T. wissenschaftlich überprüft:
Diese Verfahren führen je nach Alter des Kindes und der individuellen Symptomatik zu Verbesserungen der Lese- und/oder Rechtschreibleistung. Meist wird aber kein durchschnittliches Schriftsprachniveau erreicht und bei einem Teil der Kinder bestehen die Probleme trotz intensiver, langjähriger Förderung fort. In diesen Fällen hat die Entlastung des betroffenen Schülers / der Schülerin vom schulischen Notendruck Priorität. Da eine Legasthenie häufig von einer massiven Sekundärproblematik wie z. B. Schulangs begleitet wird, ist oftmals eine Ergänzung durch zusätzliche psychologische Interventionen nötig. Die Behandlung von Begleitstörungen beinhaltet unter anderem:
Auf nur zwei Seiten zusammengefasste Anregungen und Strategievorschläge für Pädagogen sind unter dem Titel Schüler die anders lernen Unterstützung für die Lehrer nach einer weltweiten Befragung internationaler Experten entstanden, um sicherzustellen, dass Schüler mit besonderen durch Legasthenie, Dyskalkulie oder andere spezielle Lernbehinderungen verursachte Erziehungsbedürfnissen auch außerhalb ihres Heimatlandes die notwendige Hilfe bekommen. Man findet darin die wichtigsten Tipps für den Umgang mit Lernstörungen und der heute immer wieder propagierten Integration, damit alle Kinder so gut wie möglich gefördert werden können, aber auch schon früh lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Das Projekt Students who learn differently wurde 2001 in Belgien gestartet und vom Bildungsausschuss der Vereinigung der Amerikanischen Frauenvereine Übersee (FAWCO) weltweit vorgestellt, in viele Sprachen übersetzt und immer wieder verbessert. Die aktuelle Deutsche Version kann unter http://www.studentswholearn.fawco.org/translations/german.doc abgerufen werden. Die Britische Dyslexia Association (BDA) und die Manchester Metropolitan University machen auf eine professionell entwickelte Lehrerfortbildung aufmerksam, mit der auf Legasthenie hingewiesen, aber auf keinen Fall eine Konkurrenz zu Experten hergestellt werden soll. Vielmehr sollen normale Lehrer damit den Wert von speziellem Training erkennen und mehr Verständnis dafür aufbringen, damit Schüler auch im Klassenraum ihre neu erlernten Fähigkeiten anwenden können. Diese Fortbildung für legasthenie-freundliche Schulen ist in englischer Sprache unter http://www.did.stu.mmu.ac.uk/DyslexiaFriendly zu finden. Schule und Recht Eine korrekte Beherrschung der Schriftsprache gilt in der heutigen Gesellschaft als Indiz für Bildung und Intelligenz. Das ist vermutlich der Grund, weswegen Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie lange Zeit eine höhere Schulbildung versagt wurde und diese als dumm oder faul stigmatisiert wurden. 1999 erließ Bayern als erstes Bundesland den sog. Legasthenieerlass, in welchem Schülern und Schülerinnen mit diagnostizierter Lese-Rechtschreibstörung weitreichende Rechte eingeräumt wurden, darunter Zeitzuschläge von bis zu 50 % und Notenschutz bei schriftlichen Arbeiten. Mittlerweile hat jedes Bundesland einen eigenen Erlass herausgegeben, und auch die deutsche Kultusministerkonferenz nahm sich 2003 dieser Thematik an. Die Vorschriften der Erlasse variieren von Bundesland zu Bundesland sehr stark, sodass es notwendig ist, sich in den betreffenden Erlass gezielt einzuarbeiten. Generell ist die grundsätzliche Gewährung folgender Nachteilsausgleiche sinnvoll:
Daneben sollte eine gezielte, individualisierte Förderung in Kleingruppen als Ergänzung zum normalen Unterricht angeboten werden. Das Förderangebot sollte sich am individuellen Entwicklungsstand und Leistungsprofil des jeweiligen Schülers orientieren. Die Schule ist jedoch in vielen Bundesländern außerstande, das betroffene Kind adäquat zu fördern, und verweist auf das zuständige Jugendamt, wo die Bezahlung einer außerschulischen Legasthenietherapie gemäß §35a des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (§ 35a SGB VIII) beantragt werden kann. |